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OTHER · HELM AG

KlettWeg

BVL Zul.-Nr. 006914-65

KlettWeg von der HELM AG ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als flüssiges Formulierungskonzentrat konzipiert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blattgewebe aus. Es ist speziell für den Einsatz in wichtigen Winter- und Sommergetreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale registriert.

Der Schwerpunkt der Wirkung liegt auf der Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Unkräutern, allen voran dem Kletten-Labkraut, das in nahezu allen Entwicklungsstadien hocheffizient erfasst wird. Durch die hervorragende Kulturverträglichkeit bietet KlettWeg Landwirten eine flexible und verlässliche Lösung zur Absicherung von Ertrag und Erntequalität im professionellen Ackerbau.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
259 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 eingestuft. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter aufgenommen und systemisch in der gesamten Pflanze, insbesondere in den meristematischen Geweben der Schaderreger, verteilt. In den Unkräutern imitiert Fluroxypyr das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure. Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung, einem gestörten Streckungswachstum und letztlich zum Zusammenbruch des pflanzlichen Gewebes. Typische Symptome sind epinastische Krümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen und dem vollständigen Absterben des Unkrauts.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte KlettWeg stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den Fruchtfolgewechsel sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Sulfonylharnstoffen (HRAC-Gruppe 2). Da Fluroxypyr als Wuchsstoff ein von Natur aus geringes Resistenzrisiko aufweist, eignet es sich hervorragend als starker Partner in Antiresistenzstrategien.

Mischbarkeit & Tankmischung

KlettWeg ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist stets auf die Gebrauchsanleitung der jeweiligen Mischpartner zu achten. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Anwendung bei wüchsiger Witterung und ausreichender Luftfeuchtigkeit. Extrem hartes Wasser beeinträchtigt die Wirkung nicht, jedoch sollte auf eine gleichmäßige Benetzung der Zielunkräuter geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KlettWeg ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während des Bienenflugs ermöglicht. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abstandsauflagen und Abdriftminderungsklassen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit KlettWeg gegen Kletten-Labkraut?

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung bei wüchsiger Witterung und Temperaturen stabil über 8 °C erfolgt, da der Wirkstofftransport im Saftstrom der Unkräuter dann am aktivsten ist. Kletten-Labkraut kann vom Keimblattstadium bis hin zu fortgeschrittenen Wachstumsphasen erfolgreich bekämpft werden.

Kann KlettWeg auch bei Nachtfrostgefahr eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei Frost oder unmittelbarer Nachtfrostgefahr wird abgeraten. Unter kalten Bedingungen ist der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt, was die Wirkstoffaufnahme erheblich mindert und die Kulturverträglichkeit des Getreides beeinträchtigen kann.

Wie verhält sich KlettWeg bei Regen kurz nach der Spritzung?

Fluroxypyr wird sehr schnell vom Blattgewebe der Kulturen und Unkräuter aufgenommen. In der Regel ist KlettWeg bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein späterer Niederschlag die Herbizidwirkung nicht mehr negativ beeinflusst.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von KlettWeg beachtet werden?

Aufgrund des raschen Abbaus von Fluroxypyr im Boden gibt es für normale Folgekulturen in der Fruchtfolge keine Einschränkungen. Vor dem Umbruch oder einer ungeplanten Neuansaat empfindlicher Kulturen sollte jedoch eine tiefe Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Warum ist die Bekämpfung von Kletten-Labkraut im Getreide so kritisch?

Kletten-Labkraut ist ein starker Konkurrent um Licht, Wasser und Nährstoffe. Es führt zu erheblichem Lager im Getreide und erschwert den Mähdrusch massiv, da sich die rankenden Triebe in den Erntemaschinen verfangen. Zudem verunreinigen die Samen das Erntegut und mindern dessen Wert.