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OTHER · BASF SE

LEGARIS

BVL Zul.-Nr. 024487-75

LEGARIS ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid und Wachstumsregler von BASF SE, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen und Raps entwickelt wurde. Durch seine flüssige Formulierung dringt der Wirkstoff schnell in das Pflanzengewebe ein und bietet sowohl protektiven als auch kurativen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige Pilzkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Echten Mehltau sowie Netzflecken und Rhynchosporium. Neben der fungiziden Wirkung zeichnet sich LEGARIS im Raps und Getreide durch seine hervorragenden wachstumsregulatorischen Eigenschaften aus. Es fördert die Standfestigkeit der Kulturen, verhindert das gefürchtete Stauchen bzw. optimiert die Einkürzung und schützt vor Ertragsverlusten durch Lager.

Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeiten vom späten Bestockungsstadium bis zur Blüte (BBCH 25–69) lässt sich das Pflanzenschutzmittel optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es sichert die Vitalität der Kulturen in kritischen Wachstumsphasen und legt das Fundament für stabile, qualitativ hochwertige Erträge.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Metconazol blockiert die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze. Ohne Ergosterol verlieren die Zellmembranen ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was das Wachstum des Pilzmyzels effektiv stoppt und zum Absterben des Schaderregers führt. Nach der Anwendung wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Gleichzeitig greift Metconazol in den Gibberellinhaushalt der Kultur ein. Dies führt zu einer gestauchten Zellstreckung, was die Standfestigkeit verbessert, das Wurzelwachstum anregt und die Winterhärte im Raps optimiert.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, sollte LEGARIS stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Metconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng zu begrenzen. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit dieses DMIs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

LEGARIS zeigt sich im Allgemeinen sehr gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen mit Wachstumsreglern ist die einkürzende Doppelwirkung von Metconazol zu berücksichtigen, um eine Überregulierung der Kultur zu vermeiden. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischungsprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen und stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge für eine homogene Benetzung zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit LEGARIS sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern exakt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich seiner Bienentoxizität so eingestuft, dass ein Einsatz außerhalb des Bienenflugs oder gemäß den spezifischen Anwendungsbestimmungen erfolgen sollte, um Bestäuber zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–591.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von LEGARIS zur Wachstumsregulierung im Raps?

Im Herbst fördert die Anwendung im frühen Laubblattstadium eine flache Rosettenbildung und verhindert das Überwachsen des Vegetationskegels, was die Winterhärte der Kultur deutlich verbessert. Im Frühjahr unterstützt die Behandlung zu Beginn des Schossens die Standfestigkeit und eine harmonische Verzweigung durch die gezielte Einkürzung der Haupttriebe.

Kann LEGARIS auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen effektiv eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Metconazol zeichnet sich durch eine gute Temperaturunabhängigkeit aus. Er entfaltet seine systemische Wirkung bereits bei kühlen Temperaturen ab ca. 5 bis 8 °C, was einen flexiblen, frühen Einsatz im Getreide zur Bekämpfung von frühen Infektionen wie Rost-Arten oder Rhynchosporium ermöglicht.

Wie beeinflusst LEGARIS die Bekämpfung von Fusarium-Arten in der Ähre?

Für eine gezielte Wirkung gegen Fusarium-Arten im Getreide sollte die Anwendung idealerweise direkt in die Blütezeit fallen. Das Pflanzenschutzmittel schützt die Ähre effektiv vor Infektionen während des Pollenflugs und trägt so maßgeblich zur Reduzierung von Mykotoxinen im Erntegut bei.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von LEGARIS?

Metconazol ist gegenüber normaler Wasserhärte weitgehend unempfindlich. Dennoch optimiert ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 6,5) die Wirkstoffaufnahme durch die kutikuläre Wachsschicht der Blätter. Bei extrem hartem Wasser kann der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers die Formulierung stabilisieren.

Wie lässt sich die Wirkung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia) im Raps maximieren?

Die Behandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum sollte präventiv zur Vollblüte erfolgen. Der optimale Termin liegt vor dem Abfallen der ersten Blütenblätter, da diese auf den Blattachseln verrotten und dem Pilz als Nährboden für die Infektion des Stängels dienen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Pflanzenschutzmittel gegen die gleichen Schaderreger?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank, um gezielt nach der betroffenen Kultur und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Netzfleckenkrankheit) zu suchen. Sie erhalten sofort eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive Wirkstoffklassen, um eine gezielte Antiresistenzstrategie zu planen.