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Sonstige · Agro Trade Handelsgesellschaft mbH

Lenox

BVL Zul.-Nr. 00A123-00

Lenox ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in verschiedenen Getreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Fluroxypyr (288 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Flexibilität und Zuverlässigkeit, insbesondere bei der Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Unkräutern wie dem Kletten-Labkraut. Es ist als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, was eine schnelle Aufnahme durch die Blätter der Schaderreger begünstigt.

Die Zulassung erstreckt sich über wichtige Winter- und Sommergetreidekulturen, darunter Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste und Sommerweichweizen. Dank seiner systemischen Wirkung wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze transportiert, was auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen zu einem schnellen und nachhaltigen Absterben der Unkräuter führt.

Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und lässt sich optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien im Frühjahr integrieren. Die breite Anwendungsspanne im Getreide ermöglicht es dir, flexibel auf den Unkrautauflauf und die Befallssituation auf deinen Schlägen zu reagieren.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lenox enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 klassifiziert. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und akkumuliert in den meristematischen Geweben. Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Überstimulation des Wachstums führt. Dies äußert sich in typischen Wuchsstoff-Symptomen wie Epinasie (Verkrümmung und Verdrehung von Stängeln und Blättern), gefolgt von einer Störung des Nährstofftransports, Gewebenekrosen und schließlich dem vollständigen Absterben der betroffenen Schaderreger. Da der Wirkstoff primär über das Blatt wirkt, ist eine aktive Wachstumsphase der Unkräuter für eine optimale Wirkung entscheidend.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, solltest du Lenox stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Dies beinhaltet den regelmäßigen Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge. Da Fluroxypyr der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der jährliche Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Klassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2), um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit des Mittels zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lenox zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, darunter Fungizide, Wachstumsregler und flüssige Blattdünger, die im Frühjahr im Getreide eingesetzt werden. Bei Tankmischungen mit sulfonylharnstoffhaltigen Herbiziden kann eine synergistische Wirkung erzielt werden, die das Wirkungsspektrum zusätzlich absichert. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und vorab eine physikalische Mischprobe durchzuführen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lenox ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Nichtzielflächen und Gewässerstrukturen, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–390.9 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–390.9 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut30–390.9 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–390.9 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.9 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lenox?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die Temperaturen konstant über 8 °C steigen und die Unkräuter aktiv wachsen. Deine Kulturen sollten sich im BBCH-Stadium 13 (3-Blatt-Stadium) bis BBCH 39 (Fahnenblatt voll entwickelt) befinden. Eine Behandlung bei wüchsigem Wetter optimiert die systemische Aufnahme und beschleunigt den Bekämpfungserfolg.

Wie reagiert Lenox auf Niederschläge kurz nach der Anwendung?

Der Wirkstoff Fluroxypyr wird sehr schnell von den Blättern der Schaderreger aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Wenn es unmittelbar nach der Behandlung stark regnet, kann die Wirkung gemindert werden; bei leichtem Regen nach diesem Zeitfenster ist die Effizienz jedoch voll gewährleistet.

Kann ich Lenox auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Für eine optimale Wirkung von Wuchsstoffherbiziden wie Lenox sind Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C und ein aktiver Stoffwechsel der Unkräuter erforderlich. Bei Nachtfrösten oder anhaltend kalten Temperaturen unter 5 °C solltest du die Behandlung verschieben, da die Unkräuter dann nicht aktiv wachsen und die Wirkstoffaufnahme sowie der Transport in der Pflanze stark verlangsamt sind.

Welche Unkräuter werden neben dem Kletten-Labkraut noch erfasst?

Neben der exzellenten Wirkung gegen Kletten-Labkraut erfasst Lenox ein breites Spektrum einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Dazu gehören unter anderem Vogelmiere, Ampfer-Arten, Windenknöterich und andere Knöterichgewächse sowie verschiedene Wicken-Arten. Gegen reine Gräser ist das Mittel hingegen nicht wirksam.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Getreidekulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (wie Winterweichweizen oder Sommergerste) filtern und gezielt nach dem Schaderreger suchen, den du bekämpfen möchtest. Die Plattform listet dir dann alle in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.