Alle Mittel
OTHER · HELM AG

Lodin EC

BVL Zul.-Nr. 006914-63

Lodin EC von der HELM AG ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert ist und speziell für den Einsatz in einer Vielzahl von Getreidekulturen registriert wurde. Die Zulassung umfasst wichtige Kulturen wie Winter- und Sommergerste, Winter- und Sommerweichweizen, Winterroggen, Wintertriticale sowie Hafer. Als bewährte Lösung im professionellen Ackerbau dient dieses Herbizid der gezielten Ausschaltung ertragsschädigender Unkräuter im Nachauflaufverfahren.

Das Wirkungsspektrum von Lodin EC konzentriert sich primär auf einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, wobei das Produkt eine herausragende Spezialwirkung gegen Kletten-Labkraut in allen Entwicklungsstadien aufweist. Durch die flüssige Formulierung lässt sich das Mittel hervorragend dosieren, verteilt sich optimal in der Spritzbrühe und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattgewebe der Schaderreger aus.

Dank des flexiblen Anwendungsfensters im Frühjahr unterstützt Lodin EC Landwirte dabei, die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig zu unterbinden. Dies sichert nicht nur das Ertragspotenzial der Kulturen, sondern sorgt auch für saubere Bestände, was den späteren Mähdrusch erheblich erleichtert.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
259 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lodin EC enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Klasse der Pyridyloxyessigsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine, ehemals Gruppe O) eingestuft. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter der Unkräuter aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze verteilt. Er imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure, was zu einer unkontrollierten Überstimulation des Wachstums führt. Dieses hormonelle Ungleichgewicht stört die normale Zellteilung und das Zellstreckungswachstum in den empfindlichen Unkräutern nachhaltig. Typische Symptome nach der Behandlung sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen, Welke und dem vollständigen Absterben des Schaderregers innerhalb weniger Wochen. Da die Wirkung primär über das Blatt erfolgt, ist der Bekämpfungserfolg weitgehend unabhängig von der Bodenfeuchtigkeit.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern – insbesondere beim Kletten-Labkraut – wirksam vorzubeugen, sollte Lodin EC stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen innerhalb der Fruchtfolge. Bei wiederholtem Einsatz von synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) empfiehlt es sich, in den Folgejahren oder im Rahmen von Tankmischungen Partner aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2), einzusetzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lodin EC weist eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie Wachstumsreglern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist stets auf die vom Hersteller empfohlene Mischreihenfolge zu achten, und im Vorfeld sollte ein physikalischer Mischbarkeitstest durchgeführt werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Anwendung bei wüchsigem Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit; extrem hartes Wasser beeinträchtigt die Stabilität der Spritzbrühe in der Regel nicht.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lodin EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lodin EC gegen Kletten-Labkraut?

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn sich das Kletten-Labkraut im aktiven Wachstum befindet und die Temperaturen tagsüber stabil über 8 °C bis 10 °C liegen. Obwohl Lodin EC bis zum BBCH-Stadium 39 der Getreidekulturen zugelassen ist, stoppt eine frühzeitige Behandlung im Frühjahr die Nährstoffkonkurrenz am effektivsten.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Lodin EC nach der Ausbringung?

Da Fluroxypyr ein systemischer Wirkstoff ist, begünstigt warmes, wüchsiges Wetter die Aufnahme und den Transport in der Pflanze. Lodin EC ist bereits ca. zwei Stunden nach der Anwendung regenfest; Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen den Bekämpfungserfolg nicht mehr. Bei Frostgefahr oder extremer Trockenheit sollte die Behandlung verschoben werden.

Kann Lodin EC auch in Untersaaten oder im Grünland eingesetzt werden?

Nein, Lodin EC ist speziell für die im Zulassungsbescheid aufgeführten Getreidekulturen registriert. Da der Wirkstoff zweikeimblättrige Pflanzen schädigt, würde eine Anwendung in Klee- oder Grasuntersaaten sowie auf Grünlandflächen mit Leguminosenanteil zu erheblichen Schäden an diesen erwünschten Kulturen führen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kletten-Labkraut?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach dem Schaderreger „Kletten-Labkraut“ und wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Herbizide inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen nach dem Einsatz von Lodin EC?

Der Wirkstoff Fluroxypyr wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Nach der regulären Ernte des behandelten Getreides können im Herbst problemlos Wintergetreide oder Raps gesät werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten vor der Neuaussaat empfindlicher zweikeimblättriger Zwischenfrüchte die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise beachtet werden.