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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

LONTREL 600

BVL Zul.-Nr. 007865-00

LONTREL 600 ist ein hochkonzentriertes, systemisches Herbizid von Corteva Agriscience Germany GmbH, das speziell für die selektive Bekämpfung hartnäckiger zweikeimblättriger Unkräuter entwickelt wurde. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Zuckerrüben, Futterrüben, Mais und Winterraps aus.

Der Fokus der Wirkung liegt auf schwer bekämpfbaren Schaderregern, insbesondere der Acker-Kratzdistel sowie verschiedenen Kamille-Arten, der Acker-Hundskamille und Kreuzkraut-Arten. Dank seiner schnellen Aufnahme über das Blatt und der systemischen Verteilung bis in die tiefen Wurzelspitzen bietet LONTREL 600 eine nachhaltige Wirkung gegen tiefwurzelnde Unkräuter, die von reinen Kontaktherbiziden oft nur oberflächlich geschädigt werden.

Wirkstoffe

Clopyralid
741 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarbonsäuren und ist im HRAC-System als synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4) klassifiziert. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch im Phloem und Xylem der Schadpflanzen transportiert und verteilt sich in der gesamten Kultur beziehungsweise im Schaderreger bis in die tiefen Wurzel- und Rhizomsysteme. In den Zielpflanzen imitiert Clopyralid das natürliche Pflanzenhormon Auxin (Indol-3-essigsäure), was zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum führt. Dies äußert sich typischerweise in charakteristischen Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Wachstumshemmung, Chlorosen und dem schrittweisen Absterben des gesamten Schaderregers innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, sollte LONTREL 600 stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge sowie den Einsatz von Tankmischungspartnern mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Da Clopyralid als Wuchsstoff (HRAC-Gruppe 4) ein geringes bis mittleres Resistenzrisiko aufweist, trägt der gezielte Einsatz maßgeblich zur langfristigen Sicherung der Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklasse bei.

Mischbarkeit & Tankmischung

LONTREL 600 weist eine breite Mischbarkeit mit vielen gängigen Rüben-, Raps- und Maisherbiziden sowie Graminiziden auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten. Die Anwendung sollte bevorzugt bei wüchsigem Wetter und Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C erfolgen, da die systemische Wirkung und die Aufnahme des Wirkstoffs unter diesen Bedingungen optimal unterstützt werden. Extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar nach der Behandlung sind zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Clopyralid ist im Allgemeinen als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, um jegliche Risiken für Bestäuberinsekten zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BaumschulgehölzpflanzenAcker-Kratzdistel, Kamille-Arten, Acker-Hundskamille0.2 LITER_PER_HECTARE
MaisAcker-Kratzdistel0.2 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeKamille-Arten, Acker-Hundskamille0.2 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeAcker-Kratzdistel0.2 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeAcker-Kratzdistel0.2 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenKreuzkraut-Arten0.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsKamille-Arten, Acker-Hundskamille0–500.2 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeKamille-Arten, Acker-Hundskamille0.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Bekämpfung der Acker-Kratzdistel mit LONTREL 600?

Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt vor, wenn sich die Acker-Kratzdistel im aktiven Wachstum befindet und eine Rosettengröße von etwa 15 bis 20 cm (vor dem Schossen) erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine maximale Wirkstoffaufnahme, und der Saftstrom transportiert das Herbizid effizient bis in die Wurzeln.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von LONTREL 600 nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung sind milde, wüchsige Temperaturen (ideal 12 °C bis 20 °C) und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit entscheidend. Regenfestigkeit wird meist schon wenige Stunden nach der Applikation erreicht; langanhaltende Trockenheit oder Kälte verzögern hingegen die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von LONTREL 600 beachtet werden?

Da Clopyralid im Boden über einen gewissen Zeitraum stabil bleibt, müssen die spezifischen Nachbauvorschriften beachtet werden. Besonders empfindliche Kulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen), Umbelliferen (Möhren) oder Solanaceen (Kartoffeln) sollten erst nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) und ausreichendem zeitlichen Abstand im Folgejahr angebaut werden.

Kann LONTREL 600 im Splitting-Verfahren in Rüben eingesetzt werden?

Ja, in Kulturen wie Zuckerrüben und Futterrüben ist die Aufteilung der Aufwandmenge im Rahmen von Nachauflauf-Spritzfolgen (NAK) üblich und hochwirksam. Dies ermöglicht es, neu auflaufende Kamille-Wellen oder Disteln im frühen Keimblattstadium gezielt und kulturschonend zu erfassen.

Warum ist die Bekämpfung von Kreuzkraut-Arten mit diesem Produkt so wichtig?

Kreuzkraut-Arten (wie das Jakobs-Kreuzkraut) enthalten für Nutztiere hochgiftige Pyrrolizidinalkaloide, die insbesondere im Heu oder der Silage ihre Giftigkeit behalten. Die selektive Ausschaltung dieser Schaderreger in landwirtschaftlichen Kulturen verhindert eine Kontamination des Ernteguts und schützt die Tiergesundheit.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kamille-Arten?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterraps oder Mais) und filtern Sie in der Schaderreger-Datenbank nach 'Kamille-Arten'. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Herbizide inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen auf.