MCOY 500SC
MCOY 500SC von ADAMA ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid-Formulierungskonzentrat (Suspensionskonzentrat, SC) auf Basis des bewährten Wirkstoffs Folpet. Als vielseitiges Pflanzenschutzmittel ist es in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Weinreben, Gerste, Weizen und Spargel zugelassen. Es zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger aus, darunter Falscher Mehltau, Roter Brenner und Phomopsis im Weinbau sowie wichtige Blattkrankheiten im Getreide- und Spargelanbau.
Dank seiner modernen SC-Formulierung lässt sich das Produkt hervorragend dosieren, mischen und ausbringen. Es bildet nach der Anwendung einen gleichmäßigen, regenstabilen Spritzbelag auf den grünen Pflanzenteilen. Dies sichert einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen, selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen.
MCOY 500SC hat sich als unverzichtbarer Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien etabliert. Besonders im Weinbau und im Getreidebau dient es nicht nur dem direkten Schutz der Kulturen, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Gesunderhaltung des Blattapparates bis in die späten BBCH-Stadien, was die Ertragsbildung und Qualität direkt absichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code als Multi-Site-Inhibitor (Gruppe M04) klassifiziert. Im Gegensatz zu systemischen Fungiziden greift Folpet an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger gleichzeitig an. Es hemmt die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum der Pilze, indem es enzymatische Prozesse blockiert, die Zellatmung stört und die Zellmembranen der Sporen schädigt. Da dieser biochemische Eingriff an verschiedenen biologischen Zielorten (Multi-Site) erfolgt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Resistenzentwicklung der Schaderreger gegen Folpet extrem gering. Der Wirkstoff verbleibt als protektiver Schutzfilm auf der Oberfläche der Kultur und verhindert das Eindringen der Pilzsporen in das Pflanzengewebe.
Resistenzmanagement
Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus ist MCOY 500SC ein idealer Misch- und Kombinationspartner für systemische Fungizide (wie Triazole, Strobilurine oder SDHI), bei denen ein erhöhtes Risiko für Resistenzselektion besteht. Durch die Einbindung dieses Kontaktfungizids in die Spritzfolge wird der Selektionsdruck auf sensible Wirkstoffklassen drastisch reduziert. Dies sichert die langfristige Wirksamkeit moderner, einortig wirkender Pflanzenschutzmittel und schützt die Kulturen nachhaltig vor schwer bekämpfbaren Erregerstämmen.
Mischbarkeit & Tankmischung
MCOY 500SC weist eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen sollte die Spritzbrühe stets zügig ausgebracht und während des Transports sowie der Applikation kontinuierlich gerührt werden. Auf den Zusatz von stark alkalischen Komponenten oder speziellen Netzmitteln, die die Wachsschicht der Kultur stark angreifen könnten, sollte verzichtet werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge sichert die lückenlose Benetzung der Zielflächen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MCOY 500SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen (wie der Einsatz abdriftmindernder Düsen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes nicht in den aktiven Bienenflug hinein appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Phomopsis viticola | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Spargel | Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum) | 60–81 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für MCOY 500SC im Weinbau?
Die Anwendung sollte strikt protektiv (vorbeugend) erfolgen, bevor erste Infektionsbedingungen für Falschen Mehltau oder Roten Brenner vorliegen. Typischerweise startet die Behandlung ab dem Sichtbarwerden der ersten Gescheine (BBCH 53) und kann bei anhaltendem Infektionsdruck bis zum Beginn der Reife (BBCH 81) fortgeführt werden, um die Laubwand infektionsfrei zu halten.
Warum ist Folpet im Getreidebau ein so wertvoller Mischpartner?
Im Getreidebau, insbesondere bei Gerste und Weizen, hilft Folpet als Multi-Site-Fungizid, die Ausbreitung von resistenten Stämmen der Ramularia-Sprenkelkrankheit und der Septoria-Blattdürre zu verhindern. Da Ein-Ort-Fungizide (wie SDHIs oder Azole) zunehmend mit Wirkungsverlusten zu kämpfen haben, stabilisiert MCOY 500SC als Kontaktpartner den Bekämpfungserfolg in der Tankmischung.
Wie verhält sich MCOY 500SC bei Niederschlägen nach der Applikation?
Nach dem Antrocknen des Spritzbelags auf der Kultur zeigt MCOY 500SC eine hervorragende Haftung und Regenbeständigkeit. Ein leichter Regenschauer kurz nach dem Antrocknen wäscht den Wirkstoffbelag nicht ab, sodass der protektive Schutzfilm auch bei feuchter Witterung, die oft Pilzinfektionen begünstigt, voll wirksam bleibt.
Kann MCOY 500SC auch im Spargelanbau eingesetzt werden?
Ja, das Produkt ist zur Bekämpfung der Laubkrankheiten (Stemphylium vesicarium und Stemphylium botryosum) im Spargel zugelassen. Die Anwendung erfolgt nach dem Ende der Stechzeit im Sommer auf das voll entwickelte Spargelkraut, um das Absterben des Laubs zu verhindern und die Einlagerung von Reservestoffen in die Rhizome für das Folgejahr zu sichern.
Welche Wartezeiten müssen bei der Ernte eingehalten werden?
Die einzuhaltende Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur und Verwendungszweck zwischen 35 und 42 Tagen. Diese gesetzlichen Fristen stellen sicher, dass zum Erntezeitpunkt keine unzulässigen Rückstände auf dem Erntegut (wie Weintrauben oder Getreidekörnern) vorhanden sind. Die genauen Werte für die jeweilige Kultur sind der Gebrauchsanleitung zu entnehmen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, indem Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Weinrebe oder Gerste) und den Ziel-Schaderreger auswählen. Die Plattform listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte inklusive Wirkstoffen, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.