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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

MIRROR

BVL Zul.-Nr. 024256-61

MIRROR ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat, SC) auf Basis des bewährten Wirkstoffs Folpet. Als etablierter Baustein im modernen Pflanzenschutz zeichnet sich das Fungizid durch seine breite Zulassung in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste), Weinreben und Spargel aus. Es dient primär der vorbeugenden Bekämpfung wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten und sichert so Ertrag und Qualität der Ernte.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an Schaderregern. Im Getreidebau schützt MIRROR effektiv vor Septoria-Blattdürre, Netzflecken, Rhynchosporium und insbesondere vor der schwer bekämpfbaren Ramularia-Sprenkelkrankheit. Im Weinbau steht der Schutz vor Falschem Mehltau (Plasmopara viticola), Phomopsis und Rotem Brenner im Vordergrund, während im Spargelanbau die Laubkrankheit (Stemphylium-Arten) erfolgreich eingedämmt wird.

Wirkstoffe

Folpet
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code als Multi-Site-Inhibitor (Gruppe M04) klassifiziert. Im Gegensatz zu systemischen Fungiziden greift Folpet an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzelle gleichzeitig an. Es blockiert wichtige enzymatische Prozesse, stört die Zellatmung und verhindert die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum der Schaderreger auf der Pflanzenoberfläche. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, bildet MIRROR nach der Applikation einen stabilen Schutzfilm auf den grünen Pflanzenteilen. Dieser schützt die Kultur präventiv vor dem Eindringen der Pilzsporen. Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Folpet äußerst gering, was den Wirkstoff zu einem unverzichtbaren Werkzeug im modernen Resistenzmanagement macht.

Resistenzmanagement

Durch seine Einstufung in die FRAC-Gruppe M04 eignet sich MIRROR hervorragend als Mischungspartner oder im Wechsel mit systemischen Fungiziden. Da systemische Wirkstoffe oft ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweisen, schützt die Kombination mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet diese sensiblen Wirkstoffklassen vor einem Wirkungsverlust. Um ein optimales Resistenzmanagement zu gewährleisten, sollte MIRROR stets präventiv und im Rahmen einer gezielten Spritzfolge eingesetzt werden, wobei die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Kultur und Saison strikt einzuhalten ist.

Mischbarkeit & Tankmischung

MIRROR weist eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritzbrühe zügig ausgebracht wird und keine längeren Standzeiten entstehen. Die Verwendung von ausreichend Wasser sorgt für eine lückenlose Benetzung der Kultur, was für die Schutzwirkung des Kontaktwirkstoffs essenziell ist. Auf den Zusatz stark alkalischer Mischungspartner sollte verzichtet werden, da dies den Wirkstoffabbau beschleunigen kann. Vor der großflächigen Anwendung neuer Mischungskombinationen empfiehlt sich ein Kleinstmengentest auf Verträglichkeit.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MIRROR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die in den Zulassungsbestimmungen definierten Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, ausgebracht werden, wenn dies vermeidbar ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni), Rhynchosporium secalis30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium vesicarium), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum)60–811.5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.6 LITER_PER_HECTARE35T
WeinrebePhomopsis viticola1 LITER_PER_HECTARE35T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)1 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Warum ist MIRROR besonders wertvoll für das Resistenzmanagement bei Getreidekrankheiten?

Da Folpet als Multi-Site-Fungizid (FRAC M04) an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger gleichzeitig ansetzt, ist die Gefahr einer Resistenzbildung extrem gering. Es schützt somit sensible Mischungspartner wie SDHI oder Azole vor Wirkungsverlusten, insbesondere bei der Bekämpfung von Septoria tritici und Ramularia collo-cygni.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Anwendung von MIRROR im Weinbau?

Die Behandlung sollte strikt vorbeugend (präventiv) erfolgen, bevor Infektionsbedingungen für Falschen Mehltau oder Roten Brenner eintreffen. Typischerweise liegt das Hauptanwendungsfenster zwischen dem Austrieb und dem Beginn der Beerenreife (BBCH-Stadien beachten), um die Gescheine und das junge Laub optimal zu schützen.

Wie verhält sich MIRROR bei Niederschlägen nach der Applikation?

Als Kontaktfungizid benötigt MIRROR eine kurze Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche. Nach dem Antrocknen bildet der Wirkstoff einen sehr regenstabilen Belag, der auch bei wechselhafter Witterung einen langanhaltenden Schutzfilm gegen keimende Pilzsporen bietet.

Kann MIRROR auch in Tankmischungen mit Wachstumsreglern im Getreide eingesetzt werden?

Ja, MIRROR ist im Allgemeinen gut mit gängigen Wachstumsreglern mischbar. Es wird jedoch empfohlen, die Mischbarkeit und Kulturverträglichkeit vorab in einer Probemischung zu testen und extreme Witterungsbedingungen (wie starke Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr nach der Spritzung) zu meiden.

Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Ausbringung von MIRROR?

Da Folpet ein reines Kontaktfungizid ist und nicht systemisch in der Kultur transportiert wird, ist eine lückenlose und gleichmäßige Benetzung aller grünen Pflanzenteile entscheidend. Eine ausreichend hohe Wasseraufwandmenge (angepasst an die Bestandsdichte und Kultur) sichert den maximalen Bekämpfungserfolg.

Wie wird die Laubkrankheit (Stemphylium) im Spargel mit MIRROR bekämpft?

Die Behandlung im Spargel erfolgt nach dem Ende der Stechzeit im Sommer, wenn das Spargelkraut voll entwickelt ist. MIRROR schützt das Laub präventiv vor dem Befall durch Stemphylium-Arten, wodurch die Photosyntheseleistung erhalten bleibt und die Einlagerung von Reservestoffen in die Rhizome für das Folgejahr gesichert wird.