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OTHER · Syngenta Agro GmbH

MODOLAN DC

BVL Zul.-Nr. 007733-61

MODOLAN DC ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel aus der Klasse der Wachstumsregler, das als dispergierbares Konzentrat (DC) formuliert ist. Es wurde speziell für die gezielte Halmfestigung in wichtigen Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale entwickelt. Das von der Syngenta Agro GmbH vertriebene Produkt unterstützt Landwirte dabei, die Standfestigkeit ihrer Bestände auch unter intensiven Anbaubedingungen, hoher Stickstoffdüngung oder ungünstigen Witterungsverhältnissen abzusichern.

Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung der Halmwandung sorgt MODOLAN DC für eine optimierte, stabilere Pflanzenarchitektur. Dies mindert das Risiko von Lagerbildung signifikant, sichert das Ertragspotenzial und die Kornqualität bis zur Ernte und erleichtert den Mähdrusch erheblich.

Wirkstoffe

Trinexapac
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in MODOLAN DC enthaltene Wirkstoff Trinexapac (vorliegend als Trinexapac-ethyl) greift direkt in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er hemmt spezifisch das Enzym 3-Beta-Hydroxylase, welches für die Biosynthese der aktiven Gibberellinsäuren verantwortlich ist. Da Gibberelline das Streckungswachstum der Pflanzenzellen steuern, führt diese Blockade zu einer kontrollierten Reduktion des Längenwachstums derjenigen Internodien, die sich zum Zeitpunkt der Anwendung im aktiven Wachstum befinden. Neben der reinen Einkürzung bewirkt der Wirkstoff eine physiologische Stärkung des Halmes. Die Halmwandstärke wird erhöht und der Zelldurchmesser optimiert, was die Elastizität und Belastbarkeit des Getreides verbessert. Zudem wird das Wurzelwachstum positiv beeinflusst, was die Verankerung im Boden stärkt und die Nährstoff- und Wasseraufnahme in Stressphasen unterstützt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Trinexapac um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, besteht kein direktes Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen. Ein nachhaltiges Management konzentriert sich hier auf die Vermeidung von physiologischem Stress für die Kultur. Um die Vitalität der Bestände zu schonen, sollte die Aufwandmenge stets präzise an die Bestandesdichte, die Stickstoffversorgung, die Sorte und die aktuelle Witterung angepasst werden. Die Integration standfester Sorten und eine ausgewogene Düngung sind essenzielle Bausteine zur Minimierung des generellen Lagerrisikos.

Mischbarkeit & Tankmischung

MODOLAN DC weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) auf. Bei gemeinsamen Tankmischungen mit Triazol-Fungiziden ist jedoch zu beachten, dass diese Wirkstoffe ebenfalls eine leicht einkürzende Nebenwirkung besitzen, was zu synergistischen Effekten führt; in solchen Fällen sollte die Aufwandmenge von MODOLAN DC entsprechend reduziert werden. Die Anwendung sollte in einer Wassermenge von 200–400 l/ha bei wüchsiger Witterung und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen. Extreme Trockenheit, Frost oder starke Temperaturschwankungen unmittelbar vor oder nach der Behandlung sind zu meiden, um Kulturunverträglichkeiten zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MODOLAN DC sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die in der BVL-Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu berücksichtigen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nichtzielpflanzen in angrenzenden Biotopen nicht bei windigem Wetter ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleHalmfestigung25–490.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenHalmfestigung25–490.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung29–490.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung25–390.3 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmfestigung29–490.6 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung29–490.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung25–390.3 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmfestigung25–390.3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von MODOLAN DC zur Halmfestigung?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in der Phase des aktiven Schossens (BBCH 31 bis 32), da hier die unteren, statisch wichtigsten Internodien eingekürzt und gestärkt werden. Bei stark lageranfälligen Beständen oder spätem Korrekturbedarf kann eine Splitting-Applikation oder eine spätere Behandlung bis zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 39 bis 49) sinnvoll sein.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Wachstumsreglers?

Für eine optimale Aufnahme und Wirkung benötigt MODOLAN DC wüchsige Bedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichend Sonnenschein, da der Wirkstoff aktiv von der Kultur metabolisiert werden muss. Vermeiden Sie Anwendungen bei extremer Hitze, starker Trockenheit oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, da dies die Kultur stark stressen und zu Phytotoxizität führen kann.

Was muss bei der Tankmischung mit Fungiziden beachtet werden?

Viele Fungizide (insbesondere aus der Gruppe der Triazole) besitzen ebenfalls eine leicht einkürzende Nebenwirkung. Bei einer gemeinsamen Ausbringung mit MODOLAN DC kommt es zu einem synergistischen Effekt. Die Aufwandmenge des Wachstumsreglers sollte in solchen Mischungen um etwa 20 bis 30 % reduziert werden, um eine Überregulierung oder Wachstumsstockungen zu verhindern.

Kann MODOLAN DC auch in gestressten Getreidebeständen eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung in Beständen, die unter Trockenstress, Staunässe, Nährstoffmangel oder starkem Krankheitsbefall leiden, wird dringend abgeraten. Da der Wirkstoff in den Hormonhaushalt eingreift, kann die zusätzliche Belastung bei gestressten Kulturen zu erheblichen Ertragseinbußen und dauerhaften Wachstumsstörungen führen.

Warum ist die Halmfestigung bei Roggen und Triticale besonders wichtig?

Roggen und Triticale zeichnen sich naturgemäß durch ein sehr langes Stroh und ein schnelles Längenwachstum im Frühjahr aus, was sie besonders anfällig für Lager macht. Eine gezielte Behandlung im frühen Schossen stabilisiert die Halmbasis entscheidend und verhindert das gefürchtete Halmknicken im oberen Bereich vor der Ernte.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Halmfestigung?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie nach der Indikation 'Halmfestigung' oder der Produktkategorie 'Wachstumsregler', um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen zu vergleichen.