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Sonstige · CBC Europe S.r.l.

Naturalis

BVL Zul.-Nr. 007198-00

Naturalis ist ein modernes, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des entomopathogenen Pilzes Beauveria bassiana (Stamm ATCC 74040). Als flüssig formuliertes Präparat hat es sich fest im integrierten Pflanzenschutz etabliert. Es bietet eine umweltschonende und rückstandsfreie Lösung zur Regulierung wichtiger saugender Schaderreger in verschiedenen Kulturen unter Glas und im Freiland.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich primär auf schwer bekämpfbare Schaderreger wie Thripse und Weiße Fliegen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Durch seinen biologischen Ursprung eignet sich Naturalis hervorragend für den Einsatz in rückstandsminimierten Anbausystemen sowie im ökologischen Landbau, wo chemisch-synthetische Wirkstoffe an ihre Grenzen stoßen oder nicht erwünscht sind.

Wirkstoffe

Beauveria bassiana Stamm ATCC 74040
0.18 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Naturalis basiert auf dem parasitären Lebenszyklus des Pilzes Beauveria bassiana. Nach der Applikation kommen die Pilzsporen (Konidien) in direkten Kontakt mit dem Schaderreger. Sie haften an der Kutikula des Insekts, keimen aus und dringen durch eine Kombination aus mechanischem Druck und der Ausschüttung hydrolytischer Enzyme aktiv in den Körper des Wirtes ein. Einmal im Inneren des Schaderregers angelangt, vermehrt sich der Pilz und führt zum raschen Absterben des Insekts durch Nährstoffentzug und Gewebezerstörung. Nach dem Tod des Wirtes kann der Pilz bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit nach außen dringen und einen feinen Sporenteppich bilden, der zur weiteren Verbreitung beiträgt. Da dieser Mechanismus rein physikalisch-enzymatisch ist, unterscheidet er sich grundlegend von klassischen chemischen Wirkstoffen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, mechanischen Infektionswegs von Beauveria bassiana ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschaderregern als extrem gering einzustufen. Naturalis ist daher ein idealer Partner für dein integriertes Resistenzmanagement. Du kannst das Produkt hervorragend in Spritzfolgen mit klassischen chemischen Insektiziden integrieren, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Selektion resistenter Populationen von Thripsen oder Weißen Fliegen effektiv zu unterbrechen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen mit Naturalis musst du besonders vorsichtig sein, da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Sporen handelt. Die Mischung mit Fungiziden sollte generell vermieden oder nur nach genauer Prüfung der Verträglichkeitsangaben durchgeführt werden, da viele Fungizide die Keimfähigkeit der Pilzsporen stark beeinträchtigen können. Achte auf eine saubere Spritze ohne chemische Rückstände, verwende kaltes bis handwarmes Wasser und bringe die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen aus, um die Vitalität der Sporen nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl es sich um ein biologisches Pflanzenschutzmittel handelt, solltest du beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um den direkten Kontakt mit Haut und Augen sowie das Einatmen von Sprühnebel zu vermeiden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern wird empfohlen, Behandlungen nicht während des aktiven Bienenflugs durchzuführen. Verlege die Anwendung am besten in die Abendstunden, wenn die Kulturen nicht mehr von Bienen angeflogen werden. Dies schont die Nützlinge und begünstigt durch die höhere Luftfeuchtigkeit am Abend gleichzeitig die Keimung der Pilzsporen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenThripse2 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterWeiße Fliegen0–490.75 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterWeiße Fliegen0–490.75 LITER_PER_HECTARE
FruchtgemüseWeiße Fliegen0.75 LITER_PER_HECTARE
GewürzkräuterWeiße Fliegen0–490.75 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenWeiße Fliegen11–590.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Umweltbedingungen optimieren die Wirkung von Naturalis?

Da es sich um einen lebenden Pilz handelt, sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit entscheidend. Optimal für die Keimung der Sporen sind Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von über 60 % für mindestens einige Stunden nach der Anwendung. Eine Applikation in den Abendstunden ist daher besonders empfehlenswert.

Kann ich Naturalis zusammen mit Nützlingen im Gewächshaus einsetzen?

Ja, Naturalis ist hervorragend für den kombinierten Einsatz mit Nützlingen wie Raubmilben oder Schlupfwespen geeignet. Da der Pilz primär auf die Zielschaderreger ausgerichtet ist, schont er die meisten etablierten Nützlingspopulationen, was ihn zu einem Eckpfeiler im integrierten Pflanzenschutz macht.

Wie schnell sterben die Schaderreger nach der Behandlung ab?

Anders als bei chemischen Kontaktgiften tritt die Wirkung nicht sofort ein. Nach dem Kontakt benötigt der Pilz etwa 24 bis 48 Stunden, um in den Schädling einzudringen. Der eigentliche Bekämpfungserfolg und das Absterben der Thripse oder Weißen Fliegen ist meist nach 3 bis 5 Tagen sichtbar.

Warum ist eine gründliche Benetzung der Kultur so wichtig?

Beauveria bassiana wirkt ausschließlich als Kontaktinsektizid. Die Pilzsporen müssen direkt auf den Körper des Schaderregers treffen oder von diesem beim Umherwandern aufgenommen werden. Achte daher darauf, auch die Blattunterseiten, auf denen sich Weiße Fliegen und Thripse bevorzugt aufhalten, komplett zu benetzen.

Wie lagere ich Naturalis richtig, um die Haltbarkeit zu garantieren?

Da das Produkt lebende Sporen enthält, ist die Lagerung temperaturkritisch. Lagere Naturalis idealerweise kühl und trocken bei Temperaturen zwischen 4 °C und 15 °C. Vermeide unbedingt Frost sowie Temperaturen über 30 °C, da extreme Hitze die Lebensfähigkeit der Sporen drastisch reduzieren kann.

Gibt es Einschränkungen bei der Wartezeit vor der Ernte?

Ein großer Vorteil von Naturalis ist seine hohe Flexibilität. Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, sind die Wartezeiten extrem kurz oder oft gar nicht reglementiert. Dies ermöglicht dir eine Anwendung bis kurz vor der Ernte, was besonders bei mehrfach beerntbaren Gemüsekulturen von Vorteil ist.