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OTHER · Indofil Industries (Netherlands) B.V.

Neodif

BVL Zul.-Nr. 00B036-00

Neodif ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Difenoconazol (250 g/l), formuliert als emulgierbares Konzentrat (EC), bietet das Präparat sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Integrierten Pflanzenschutz etabliert, insbesondere zum Schutz von Gemüse- und Sonderkulturen sowie Raps vor ertragsmindernden Blattschäden.

Das Wirkungsspektrum von Neodif umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Alternaria-Arten (darunter die Dürrfleckenkrankheit an Solanaceen sowie Möhrenschwärze und Schwarzfäule an Möhren), Echte Mehltaupilze und Sclerotinia-Arten. Durch die schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe ist der Wirkstoff rasch vor Abwaschung durch Niederschläge geschützt und verteilt sich akropetal in der Kultur, was auch neu zuwachsende Pflanzenteile zuverlässig absichert.

Wirkstoffe

Difenoconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Neodif enthaltene Wirkstoff Difenoconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazole und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion von Pilzzellmembranen. Ohne diesen Baustein kommt es zu strukturellen und funktionellen Störungen der Membranen, was letztlich das Wachstum des Pilzmyzels stoppt und den Schaderreger effektiv am Eindringen und Ausbreiten im Pflanzengewebe hindert.

Resistenzmanagement

Da Difenoconazol als Triazol ein inhärentes, mittleres Resistenzrisiko aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Um der Selektion resistenter Pilzstämme vorzubeugen, sollte Neodif stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit abweichendem Wirkungsmechanismus (wie z. B. Kontaktfungiziden oder Strobilurinen) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und Behandlungen sollten bevorzugt präventiv bei erster Infektionsgefahr durchgeführt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Neodif zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritzbrühe zügig ausgebracht wird und die Wassertemperatur nicht zu niedrig ist, um eine optimale Emulgierung zu gewährleisten. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits hervorragende Benetzungseigenschaften besitzt. Vor großflächigen Anwendungen empfiehlt sich dennoch ein Verträglichkeitstest im kleinen Maßstab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Neodif ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und länderspezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Mittel ist bezüglich seiner Toxizität für Bienen und andere Nützlinge gemäß den Zulassungsbestimmungen eingestuft, weshalb Anwendungen außerhalb des Bienenflugs oder unter strenger Einhaltung der spezifischen Anwendungsbestimmungen erfolgen sollten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeAlternaria Arten (Alternaria sp.)59–870.5 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Echter Mehltau (Leveillula taurica)19–870.5 LITER_PER_HECTARE3T
TomateDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)19–870.5 LITER_PER_HECTARE3T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Schwarzfäule (Alternaria radicina), Möhrenschwärze (Alternaria dauci)41–490.4 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum60–690.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Neodif gegen Alternaria in Möhren?

Die erste Behandlung sollte präventiv bei den ersten Anzeichen eines Befalls oder bei Vorliegen von Infektionsbedingungen (warme, feuchte Witterung) ab dem BBCH-Stadium 19 erfolgen. Eine frühzeitige Absicherung des Laubapparates verhindert das vorzeitige Absterben der Blätter, was für die maschinelle Ernte entscheidend ist.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz von Neodif aus?

Da Difenoconazol systemische Eigenschaften besitzt und sehr schnell in die kutikuläre Wachsschicht der Kultur eindringt, ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags weitgehend regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Wirkung in der Regel nicht mehr.

Kann Neodif auch im Gewächshaus eingesetzt werden?

Ja, für bestimmte Kulturen wie Tomaten oder Auberginen ist die Anwendung sowohl im Freiland als auch unter Glas (Gewächshaus) zugelassen. Achten Sie dabei auf die spezifischen Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen des BVL für den geschützten Anbau.

Warum ist der Wirkstoff Difenoconazol besonders effektiv gegen Alternaria-Arten?

Difenoconazol besitzt eine spezifisch hohe intrinsische Aktivität gegen die Sporenkeimung und das Myzelwachstum von Alternaria-Pathogenen. Durch die systemische Verteilung im Blattgewebe schützt es auch die Blattunterseiten und den Neuzuwachs, wo sich feuchtigkeitsliebende Alternaria-Sporen bevorzugt ansiedeln.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit Neodif?

Neodif ist als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert und zeigt sich gegenüber unterschiedlichen Wasserqualitäten und Härtegraden weitgehend unempfindlich. Dennoch begünstigt leicht saures bis neutrales Spritzwasser (pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5) die Stabilität des Wirkstoffs in der Tankmischung.

Wie lässt sich Neodif optimal in eine Anti-Resistenzstrategie integrieren?

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei Schaderregern wie dem Echten Mehltau zu minimieren, sollte Neodif pro Saison nur in der zugelassenen Anzahl von Anwendungen gespritzt werden. Wechseln Sie nach maximal zwei aufeinanderfolgenden Behandlungen auf ein Fungizid mit einem anderen Wirkungsmechanismus (z. B. aus einer anderen FRAC-Gruppe).