Onyx
Onyx ist ein hochwirksames, selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais, Sorghum und weiteren ausgewählten Kulturen. Als flüssiges Formulierungskonzentrat zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle und ausgeprägte Kontaktwirkung aus. Es besetzt eine wichtige Rolle im modernen Ackerbau, da es insbesondere gegen schwer bekämpfbare Unkrautarten im Nachauflauf hervorragende Ergebnisse liefert.
Dank seiner durchdachten Formulierung wird der Wirkstoff Pyridat rasch über die Blätter der Schaderreger aufgenommen. Das Produkt eignet sich ideal für den flexiblen Einsatz, um aufkommende Unkrautwellen gezielt zu stoppen. Es unterstützt dich dabei, die Konkurrenz durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen voll abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Onyx enthaltene Wirkstoff Pyridat gehört zur chemischen Gruppe der Phenylpyridazine und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 5 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des photosynthetischen Elektronentransports im Photosystem II. Pyridat bindet sich an das D1-Protein im Chloroplasten und blockiert dadurch den normalen Elektronenfluss. Diese Blockade führt zu einer Überladung mit Lichtenergie, wodurch hochreaktive Sauerstoffspezies entstehen. Diese freien Radikale zerstören die Zellmembranen der Schaderreger durch Lipidperoxidation, was sich rasch in sichtbaren Nekrosen und dem anschließenden Absterben der getroffenen Unkräuter äußert. Da es sich um ein reines Kontaktherbizid handelt, ist eine gründliche Benetzung der Zielflächen für den Bekämpfungserfolg entscheidend.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, solltest du Onyx stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da Pyridat als Photosystem-II-Inhibitor (HRAC-Gruppe 5) wirkt, empfiehlt sich der wechselnde Einsatz oder die Kombination in der Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. HPPD-Inhibitoren). Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um auch mechanisch oder physiologisch widerstandsfähigere Biotypen sicher zu erfassen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Onyx zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Nachauflauf-Herbiziden, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Besonders in Kombination mit Partnern zur Grasbekämpfung oder systemischen Breitbandherbiziden lassen sich wertvolle Synergien nutzen. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge achten, um eine lückenlose Benetzung der Unkrautblätter zu garantieren. Die Zugabe von Additiven oder Ölen kann die Wirkstoffaufnahme unter schwierigen, trockenen Witterungsbedingungen verbessern, sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit in der jeweiligen Kultur geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Onyx steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–99 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sorghum-Hirse | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–18 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–99 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Onyx?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter gerade gekeimt sind und sich im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden. Da Onyx ein Kontaktherbizid ist, gilt: Je kleiner die Unkräuter und je besser die Benetzung, desto durchschlagender ist deine Wirkung.
Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von Onyx nach der Anwendung?
Für eine optimale Wirkung benötigt Onyx nach der Applikation eine regenfreie Zeit von mindestens zwei bis drei Stunden, damit der Wirkstoff vollständig angetrocknet und aufgenommen werden kann. Sonniges, warmes Wetter am Tag der Behandlung beschleunigt den photosynthetischen Prozess und verstärkt die sichtbare Wirkung (Nekrosenbildung) deutlich.
Kann ich Onyx auch bei Trockenstress der Kulturen spritzen?
Du solltest Behandlungen bei extremem Trockenstress oder starker Hitze vermeiden. Unter solchen Bedingungen bilden sowohl die Kultur als auch die Unkräuter eine dickere Wachsschicht aus. Dies mindert nicht nur die Wirkstoffaufnahme, sondern erhöht auch das Risiko von vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen bei deinen Kulturen wie Mais oder Sorghum.
Warum ist die Wasseraufwandmenge bei diesem Produkt so wichtig?
Da Pyridat ein reiner Kontaktwirkstoff ist und nicht in der Pflanze transportiert wird, sterben nur die Pflanzenteile ab, die direkt vom Spritzstrahl getroffen werden. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 300 l/ha) und eine feine bis mittlere Tropfencharakteristik sind daher entscheidend, um auch versteckt sitzende Unkräuter komplett zu benetzen.
Wie kann ich Onyx im Rahmen einer Anti-Resistenz-Strategie nutzen?
Nutze Onyx gezielt als Mischungspartner für Herbizide mit anderen Wirkungsmechanismen, beispielsweise HPPD-Inhibitoren. Durch diese Kombination blockierst du die Schaderreger auf unterschiedlichen biochemischen Wegen, was das Risiko einer Resistenzbildung gegen eine einzelne Wirkstoffklasse drastisch minimiert.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Folgekulturen nach dem Einsatz von Onyx?
Da Pyridat im Boden sehr rasch abgebaut wird und primär über das Blatt wirkt, gibt es im Rahmen normaler Fruchtfolgen keine Einschränkungen für nachfolgende Kulturen im nächsten Frühjahr. Selbst bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sind nach flacher Bodenbearbeitung in der Regel keine Schäden an Nachfolgekulturen zu befürchten.