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OTHER · Certis Belchim B.V.

Onyx

BVL Zul.-Nr. 008118-00

Onyx ist ein hochwirksames, selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais, Sorghum und weiteren zugelassenen Kulturen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich dieses Herbizid durch eine extrem schnelle und ausgeprägte Kontaktwirkung aus. Es schließt wichtige Wirkungslücken im Nachauflauf und ist ein unverzichtbarer Baustein in modernen Herbizid-Strategien.

Durch die optimierte Formulierung dringt der enthaltene Wirkstoff Pyridat rasch in die Blätter der Schaderreger ein, was das Produkt bereits kurze Zeit nach der Anwendung hervorragend regenfest macht. Onyx wird vor allem im frühen bis mittleren Nachauflauf eingesetzt, um die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kulturen von Anfang an abzusichern.

Wirkstoffe

Pyridat
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pyridat gehört zur HRAC-Gruppe 5 (ehemals C3) und wirkt als selektives Kontaktherbizid. Nach der Aufnahme über das Blatt blockiert der Wirkstoff den Elektronentransport im Photosystem II der Zielpflanzen. Dies unterbricht die Photosynthese und initiiert die Bildung zellschädigender freier Radikale. In der Folge kommt es zur Zerstörung der Zellmembranen, was sich rasch durch fortschreitende Chlorosen und anschließende Nekrosen an den getroffenen Unkräutern zeigt. Da die Wirkung primär über den direkten Kontakt mit der Blattfläche erfolgt, ist eine gründliche und gleichmäßige Benetzung der Schaderreger für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Eine systemische Verlagerung innerhalb der Pflanze findet kaum statt, weshalb die Anwendung gezielt auf bereits aufgelaufene Unkräuter ausgerichtet sein muss.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Onyx stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Pyridat einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend als Mischungspartner für Herbizide aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) oder HPPD-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 27). Dieser gezielte Wirkstoffwechsel verhindert die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten und problematischen Unkräutern wie dem Weißen Gänsefuß oder Amarant-Arten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Onyx ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme kann die Zugabe eines geeigneten Additivs auf Pflanzenölbasis vorteilhaft sein, sofern dies für die Mischungspartner verträglich ist. Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 l/ha zu verwenden, um eine lückenlose Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten. Extreme Hitze oder intensive Sonneneinstrahlung direkt während der Behandlung sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Onyx ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Verlustminderungsmaßnahmen (wie abdriftmindernde Düsen) zwingend erforderlich sind. Bezüglich der Bienengefährdung ist das Produkt als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Behandlung zum Schutz von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–991.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–180.75 LITER_PER_HECTARE
Sorghum-HirseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–180.75 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–990.75 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Onyx im Nachauflauf?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter noch klein sind (Keimblatt- bis maximal 4-Blatt-Stadium). Da Onyx ein reines Kontaktherbizid ist, müssen die Schaderreger zum Zeitpunkt der Behandlung bereits aufgelaufen sein und direkt von der Spritzbrühe getroffen werden.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Onyx?

Warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Wachstum der Unkräuter und damit die Wirkstoffaufnahme, was zu einem schnelleren Wirkungseintritt führt. Onyx ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist nach ca. 1 bis 2 Stunden) hervorragend regenfest. Vermeiden Sie jedoch Behandlungen bei extremen Temperaturen über 25 °C oder wenn die Kultur unter starkem Stress steht.

Kann Onyx in Tankmischungen mit flüssigen Düngemitteln angewendet werden?

Von einer direkten Mischung mit konzentrierten Flüssigdüngern (wie AHL) im Nachauflauf wird abgeraten, da dies das Risiko von phytotoxischen Blattschäden an der Kultur deutlich erhöhen kann. Wenn Mikronährstoffe zugesetzt werden sollen, ist vorab die Verträglichkeit der spezifischen Mischung auf kleinen Testflächen zu prüfen.

Warum ist eine hohe Wasseraufwandmenge bei der Anwendung von Onyx wichtig?

Da der Wirkstoff Pyridat ein reines Kontaktherbizid ist und nicht in der Pflanze transportiert wird, hängt die Wirkung vollständig von der äußeren Benetzung ab. Eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 300 l/ha stellt sicher, dass auch dichtere Unkrautbestände und tiefer liegende Blätter gleichmäßig getroffen werden.

Welche Rolle spielt Onyx im Resistenzmanagement gegen Triazin- oder ALS-Resistenzen?

Onyx enthält den Wirkstoff Pyridat (HRAC-Gruppe 5), der einen anderen biologischen Angriffspunkt als ALS-Inhibitoren (z. B. Sulfonylharnstoffe) oder HPPD-Inhibitoren besitzt. Durch den Einsatz von Onyx in Tankmischungen oder Spritzfolgen wird der Selektionsdruck auf diese Wirkstoffklassen effektiv gemindert und bereits bestehende Resistenzen (z. B. bei Gänsefuß-Arten) können erfolgreich durchbrochen werden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen nach dem Einsatz von Onyx?

Da der Wirkstoff Pyridat im Boden extrem schnell abgebaut wird und keine nennenswerte Bodenwirkung besitzt, gibt es für die normale Fruchtfolge nach der Ernte der behandelten Kultur keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen.