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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Para Sommer

BVL Zul.-Nr. 030526-00

Para Sommer ist ein bewährtes Pflanzenschutzmittel auf Basis von hochreinem Paraffinöl (654 g/l), das primär als Insektizid und Akarizid im Weinbau, Kartoffelanbau sowie an verschiedenen Gehölzen eingesetzt wird. Durch seine spezielle Formulierung bildet es nach dem Ausbringen einen feinen, gleichmäßigen Ölfilm auf den behandelten Pflanzenteilen. Das Produkt hat sich als feste Größe im integrierten Pflanzenschutz etabliert, da es ein breites Spektrum an saugenden Schädlingen erfasst.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Spinnmilben, Schildläuse sowie spezifische Gallmilben im Weinbau (Rebenpockenmilbe und Rebstock-Kräuselmilbe). Im Kartoffelanbau wird Para Sommer zudem gezielt zur Minderung der Ausbreitung von virusübertragenden Blattläusen eingesetzt. Da die Wirkung auf physikalischen Prinzipien beruht, schließt das Mittel eine wichtige Lücke in Spritzfolgen, insbesondere zu Beginn der Vegetationsperiode bis kurz vor der Blüte (BBCH 0 bis 59).

Wirkstoffe

Paraffinöl (CAS 8042-47-5)
654 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Paraffinöl ist rein physikalischer Natur und unterscheidet sich grundlegend von klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden. Nach der Benetzung der Kultur bildet das Öl einen luftundurchlässigen Film über den Schaderregern. Dieser Film verstopft die Atemöffnungen (Tracheen und Stigmen) von Insekten und Milben, was rasch zum Erstickungstod der adulten Stadien sowie der Larven führt. Zudem werden auch die Eistadien durch den Sauerstoffentzug effektiv in ihrer Entwicklung gehemmt. Da es sich um eine rein mechanische Barriere und Erstickungswirkung handelt, ist der Wirkstoff keiner klassischen IRAC-Gruppe zugeordnet. Ein weiterer wichtiger Effekt, insbesondere bei der Vektorenbekämpfung in Kartoffeln, ist die Beeinflussung des Anstichverhaltens von Blattläusen: Der Ölfilm erschwert das Eindringen des Saugrüssels in das Blattgewebe, wodurch die Übertragung von nicht-persistenten Viren (wie dem Kartoffel-Y-Virus) signifikant reduziert wird.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsprinzips von Para Sommer ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand nahezu ausgeschlossen. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Einsatz in der frühen Entwicklungsphase der Kulturen kannst du den Selektionsdruck auf nachfolgend eingesetzte, chemisch-synthetische Wirkstoffklassen wirksam reduzieren und deren Wirksamkeit langfristig sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besondere Sorgfalt geboten, da Ölformulierungen die Penetration anderer Wirkstoffe verstärken können. Grundsätzlich ist Para Sommer mit vielen gängigen Fungiziden mischbar, jedoch sollten Mischungen mit schwefel- oder captanhaltigen Produkten vermieden werden, da dies zu phytotoxischen Reaktionen an den Kulturen führen kann. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile zu gewährleisten. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe während des gesamten Ausbringungsvorgangs kontinuierlich zu rühren, um ein Entmischen der Emulsion zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Para Sommer steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung und Applikation ist obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen, empfiehlt sich eine abdriftmindernde Applikationstechnik sowie die Einhaltung allgemeiner Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeSpinnmilben1–130.4 LITER_PER_1000_SQUARE_METER
ZierpflanzenSchildlaus-Arten1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER
ZierpflanzenSchildlaus-Arten1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER
ZierpflanzenSchildlaus-Arten1.2 LITER_PER_1000_SQUARE_METER
KartoffelBlattläuse als Virusvektoren7 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeRebenpockenmilbe (Eriophyes vitis), Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)1–134 LITER_PER_HECTARE
SteinobstSpinnmilben10–5915 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZierpflanzenSchildlaus-Arten12 LITER_PER_HECTARE
KartoffelBlattläuse als Virusvektoren7 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeSchildlaus-Arten1–134 LITER_PER_HECTARE
KernobstSpinnmilben10–5915 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
WeinrebeSpinnmilben0–134 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Para Sommer im Weinbau?

Im Weinbau solltest du die Behandlung idealerweise im zeitigen Frühjahr während des Knospenschwellens bis zum Wollstadium (BBCH 01 bis 05) durchführen. Zu diesem Zeitpunkt triffst du die überwinternden Stadien der Rebenpockenmilbe und Rebstock-Kräuselmilbe direkt auf dem Holz, bevor sie in die frisch austreibenden Blätter einwandern können.

Warum ist die Temperatur bei der Anwendung von Paraffinöl-Präparaten so wichtig?

Du solltest Para Sommer nicht bei Frost oder extremen Temperaturen über 25 °C sowie bei praller Sonneneinstrahlung spritzen. Unter intensiver UV-Strahlung und Hitze kann der Ölfilm auf den Blättern wie ein Brennglas wirken und phytotoxische Schäden an den jungen, empfindlichen Pflanzenteilen verursachen.

Wie unterstützt Para Sommer die Virusabwehr bei Kartoffeln?

Das Produkt verhindert nicht den Zuflug von Blattläusen, blockiert aber deren Saugaktivität auf der Blattoberfläche. Da Viren oft innerhalb von Sekunden beim Probeanstich übertragen werden, unterbricht der Ölfilm diesen Übertragungsweg mechanisch. Du solltest die Spritzfolgen daher frühzeitig starten, sobald der erste Blattlausflug angekündigt wird.

Kann ich Para Sommer mit flüssigen Düngemitteln mischen?

Von einer Mischung mit stickstoffhaltigen Flüssigdüngern oder Mikronährstoffen wird generell abgeraten. Die Salze in den Düngern können die Stabilität der Ölemulsion negativ beeinflussen, was zu einer ungleichmäßigen Verteilung des Wirkstoffs oder zu Ausfällungen im Spritztank führt.

Wie stelle ich sicher, dass Schildläuse optimal erfasst werden?

Da Schildläuse oft gut geschützt unter der Borke oder in Astgabeln sitzen, ist eine extrem gründliche Benetzung entscheidend. Du solltest mit ausreichend hohem Druck und angepasster Wassermenge fahren, sodass die Brühe auch in die Rindenrisse eindringt und die Schädlinge komplett mit dem Ölfilm umschließt.

Gibt es eine Wartezeit, die ich vor der Ernte einhalten muss?

Für Para Sommer ist in vielen Anwendungen keine spezifische Wartezeit in Tagen vorgeschrieben, da die Behandlungen sehr früh in der Vegetationsperiode (bis BBCH 59) stattfinden. Die Wartezeit ist somit durch die vorgegebene Anwendungszeitspanne bis zur Blüte praktisch abgedeckt.