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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Pelican Delta

BVL Zul.-Nr. 027467-00

Pelican Delta ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Das von der Nufarm Deutschland GmbH vertriebene Pflanzenschutzmittel ist für den Einsatz in wichtigen Winter- und Sommergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommerweichweizen, Sommergerste und Hafer zugelassen. Formuliert als wasserlösliches Granulat (WG), lässt sich das Produkt hervorragend handhaben, staubfrei dosieren und schnell im Spritztank auflösen.

Die besondere Leistungsfähigkeit von Pelican Delta resultiert aus der Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe: Diflufenican und Metsulfuron. Diese Kombination sorgt für eine zuverlässige Doppelwirkung über das Blatt und den Boden. Dadurch werden sowohl bereits aufgelaufene Schaderreger als auch nachkeimende Unkrautwellen effektiv erfasst, was den Kulturen einen entscheidenden Wachstumsvorsprung sichert und Ertragsverluste durch Unkrautkonkurrenz konsequent verhindert.

Wirkstoffe

Diflufenican
600 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
60 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Pelican Delta basiert auf zwei völlig unterschiedlichen, sich ideal ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F3) und blockiert das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches für die Biosynthese von schützenden Carotinoiden verantwortlich ist. Ohne diese Pigmente wird das Chlorophyll der Unkräuter durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen Ausbleichungen (Bleaching-Effekt) führt. Diflufenican wirkt vor allem über den Boden und bildet einen stabilen Wirkstofffilm an der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkräuter direkt beim Durchstoßen erfasst. Metsulfuron hingegen ist ein Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (B) und wirkt als Hemmer der Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Produktion lebenswichtiger, verzweigtkettiger Aminosäuren in der Pflanze essenziell. Nach der schnellen Aufnahme über das Blattwerk und die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert. Er stoppt die Zellteilung empfindlicher Schaderreger nahezu sofort, was zu einem raschen Wachstumsstillstand und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Unkrautbiotypen, insbesondere gegenüber ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2), aktiv vorzubeugen, ist Pelican Delta ein wertvolles Werkzeug. Durch den enthaltenen Kombinationspartner Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) wird das Resistenzrisiko bereits im Produkt selbst minimiert. Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen und pflanzenbaulichen Praktiken wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolgegestaltung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pelican Delta weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln auf, darunter zahlreiche Fungizide und Wachstumsregler. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, das Granulat als erste Komponente in den zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Spritztank einzuspringen und vollständig aufzulösen, bevor weitere flüssige Formulierungen oder Additive hinzugefügt werden. Für eine optimale Benetzung der Unkräuter ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten. Vor großflächigen Anwendungen empfiehlt sich im Zweifelsfall ein einfacher Mischungstest in einem separaten Gefäß.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pelican Delta ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der umliegenden Flora und Fauna sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Da das Produkt Wirkstoffe mit Bodenaktivität enthält, ist besonders auf Hangflächen auf Maßnahmen zur Vermeidung von Abschwemmungen zu achten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30–32100 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30–32100 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30–32100 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2970 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Pelican Delta im Frühjahr?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter (BBCH-Stadium 13 bis 32 der Kultur), wenn sich die Schaderreger im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im Keimblatt- bis 2-Blatt-Stadium). Warme, wüchsige Witterung und ausreichende Bodenfeuchtigkeit begünstigen die schnelle Aufnahme über das Blatt sowie die Aktivierung des Bodenwirkstoffs Diflufenican.

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von Pelican Delta aus?

Da Diflufenican einen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche bildet, ist eine gewisse Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung vorteilhaft. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung über den Boden verzögert einsetzen; die blattaktive Komponente Metsulfuron sorgt jedoch auch unter trockeneren Bedingungen für eine erste Erfassung bereits aufgelaufener Unkräuter.

Kann Pelican Delta auch in Wintergetreide im Herbst eingesetzt werden?

Obwohl das Produkt für Wintergetreide zugelassen ist, richtet sich die Anwendung im Frühjahr primär gegen spät oder im Frühjahr auflaufende zweikeimblättrige Unkräuter. Achten Sie bei der Terminierung auf das BBCH-Stadium der Kultur (ab dem 3-Blatt-Stadium, BBCH 13) und nutzen Sie die Applikation vorzugsweise im zeitigen Frühjahr, um Konkurrenz um Nährstoffe frühzeitig zu unterbinden.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Pelican Delta beachtet werden?

Aufgrund der Bodenaktivität und Persistenz von Diflufenican und Metsulfuron müssen die Wartezeiten und spezifischen Nachbauvorschriften eingehalten werden. Nach einer normalen Ernte im Spätsommer können in der Regel Wintergetreide und Raps nachgebaut werden, wobei eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neueinsaat besonders bei empfindlichen Folgekulturen wie Leguminosen oder Rüben dringend empfohlen wird, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Wie verhält sich Pelican Delta bei Frost oder niedrigen Temperaturen?

Die Anwendung sollte nicht bei Frost oder unmittelbar vor Frostnächten erfolgen, da die Kulturpflanzen unter Stress stehen und die Selektivität beeinträchtigt werden kann. Temperaturen ab 5 bis 8 °C mit tagsüber wüchsigem Wetter sind ideal, da die Unkräuter dann aktiv assimilieren und die Wirkstoffe optimal aufnehmen und transportieren.

Wie kann ich im Farmable-Portal nach alternativen Pflanzenschutzmitteln gegen zweikeimblättrige Unkräuter suchen?

Nutzen Sie im Farmable-Portal die Filterfunktion in der Pflanzenschutzmittel-Datenbank. Filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweichweizen) und dem Schaderreger „Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter“. Sie erhalten eine Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Produkte und können gezielt nach unterschiedlichen Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) filtern, um Ihre Resistenzstrategie zu optimieren.