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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

POINTER Plus

BVL Zul.-Nr. 027737-00

POINTER Plus ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Acker-Kratzdistel in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Hafer, Winterroggen und Wintertriticale. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um eine breite und zuverlässige Wirkung im Nachauflauf zu gewährleisten. Es hat sich im Markt als flexibler und schlagkräftiger Partner für die Frühjahrsbehandlung etabliert.

Durch die Kombination von Florasulam, Metsulfuron und Tribenuron erfasst POINTER Plus ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Unkräutern im Getreidebau. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung aus, was eine gleichmäßige Verteilung auf der Zielfläche ermöglicht. Das Produkt ist besonders für Betriebe geeignet, die eine effiziente Einmalbehandlung im Frühjahr anstreben.

Wirkstoffe

Florasulam
105 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
83 g/kg · Wirkstoff
Tribenuron
83 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirkung von POINTER Plus basiert auf der Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), das im HRAC-System als Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) klassifiziert ist. Alle drei enthaltenen Wirkstoffe – Florasulam (aus der Klasse der Triazolopyrimidine) sowie Metsulfuron und Tribenuron (beide aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe) – greifen an dieser zentralen Stelle des pflanzlichen Stoffwechsels an. Die ALS ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der Aufnahme über das Blatt und in geringem Maße über die Wurzel wird das Pflanzenschutzmittel rasch in der Kultur transportiert und akkumuliert in den meristematischen Geweben. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der Schaderreger innerhalb weniger Stunden zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbung, Nekrosen und das Absterben der Unkräuter zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Da alle drei Wirkstoffe in POINTER Plus zur HRAC-Gruppe 2 gehören und denselben Wirkungsmechanismus aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Um der Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Windhalm oder Vogelmiere) vorzubeugen, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und im Wechsel mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (z. B. Wuchsstoffen oder Bodenherbiziden) anwenden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und achte darauf, stets die volle registrierte Aufwandmenge zu nutzen, um die Selektion schleichender Resistenzen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

POINTER Plus zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei Mischungen mit Gräserherbiziden solltest du vorab die Verträglichkeit prüfen, da es in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten kommen kann. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder starker Wachsschicht der Unkräuter, kann die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) die Wirkung absichern. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich) und vermeide Anwendungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit POINTER Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Gewässerorganismen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten; vermeide jegliche Abdrift auf angrenzende Biotope. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsumfang genannt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3945 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3950 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit POINTER Plus gegen die Acker-Kratzdistel?

Für eine maximale Wirkung gegen die Acker-Kratzdistel solltest du die Behandlung durchführen, wenn sich die Disteln im Rosettenstadium befinden und eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine optimale Wirkstoffaufnahme, und der Saftstrom transportiert die Wirkstoffe effektiv bis in das tief reichende Wurzelsystem.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

POINTER Plus wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Unkräuter dann aktiv wachsen und die Wirkstoffe schnell aufnehmen. Bei starkem Frost, extremer Trockenheit oder anhaltender Kälte ist die Aufnahme gehemmt, was die Wirkung verzögern oder mindern kann.

Kann ich POINTER Plus auch noch in späten BBCH-Stadien des Getreides einsetzen?

Ja, das Produkt ist für die zugelassenen Getreidekulturen bis zum BBCH-Stadium 39 (Fahnenblatt voll entwickelt) registriert. Dies gibt dir eine enorme zeitliche Flexibilität, um auch spät auflaufende Unkräuter oder verzögert austreibende Acker-Kratzdisteln im späteren Frühjahr gezielt zu bekämpfen.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von POINTER Plus beachten?

Da die Wirkstoffe im Boden abgebaut werden, ist der Nachbau von Wintergetreide oder Raps im normalen Fruchtfolgeturnus in der Regel problemlos möglich. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur oder vor dem Anbau empfindlicher Kulturen wie Leguminosen oder Rüben im Folgejahr solltest du den Boden tief pflügen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach deinen angebauten Kulturen (wie z. B. Winterweizen oder Sommergerste) filtern und dir alle für diese Kulturen in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. So kannst du Wirkstoffe vergleichen und deine Spritzfolge optimal planen.

Warum enthält POINTER Plus gleich drei verschiedene Wirkstoffe aus derselben HRAC-Gruppe?

Die Kombination aus Florasulam, Metsulfuron und Tribenuron erweitert das Wirkungsspektrum erheblich, da sich die Einzelwirkstoffe in ihrer Selektivität und Stärke gegen bestimmte Unkrautarten perfekt ergänzen. Obwohl alle drei zur HRAC-Gruppe 2 gehören, sorgt diese Dreierkombination für eine extrem breite und sichere Erfassung des gesamten zweikeimblättrigen Unkrautspektrums mit nur einer Überfahrt.