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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

POTACUR SX

BVL Zul.-Nr. 006385-00

POTACUR SX ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Hafer, Winterroggen und Wintertriticale. Dank der modernen SX-Formulierung als wasserlösliches Granulat löst sich das Pflanzenschutzmittel im Spritztank extrem schnell und vollständig auf. Dies gewährleistet eine homogene Spritzbrühe und minimiert das Risiko von Düsenverstopfungen sowie Rückständen im Tank.

Das Wirkungsspektrum deckt ein breites Band an wirtschaftlich bedeutenden Unkrautarten im Getreidebau ab. Durch die Kombination zweier bewährter Sulfonylharnstoff-Wirkstoffe bietet das Produkt eine hervorragende Flexibilität bei der Unkrautbekämpfung im Frühjahr. Es wird primär über die Blätter der Schaderreger aufgenommen und blockiert rasch deren weiteres Wachstum, wodurch die Konkurrenz für die Kultur unmittelbar nach der Behandlung ausgeschaltet wird.

Wirkstoffe

Thifensulfuron
250 g/kg · Wirkstoff
Tribenuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die beiden enthaltenen Wirkstoffe, Thifensulfuron und Tribenuron, gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und sind im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Sie wirken als selektive, systemische Herbizide, indem sie das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS) in den Unkräutern blockieren. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die für das Zellwachstum der Pflanzen unerlässlich sind. Nach der Aufnahme über das Blattgewebe wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Innerhalb weniger Stunden nach der Anwendung stoppt das Wachstum der empfindlichen Unkräuter. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Triebspitzen zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen, während die Getreidekulturen die Wirkstoffe durch schnellen metabolischen Abbau tolerieren.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern – insbesondere bei ohnehin gefährdeten Arten wie Vogelmiere oder Windhalm – vorzubeugen, sollte POTACUR SX stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, wie beispielsweise Wuchsstoffe oder Präparate aus der HRAC-Gruppe 4 (ehemals Klasse O). Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck die Kombination mit Partnerherbiziden aus anderen Wirkstoffklassen im Tankmix, um den Selektionsdruck auf die ALS-Inhibitoren zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

POTACUR SX zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass das Herbizid als erste Komponente im zu zwei Dritteln mit Wasser befüllten Tank vollständig gelöst wird, bevor weitere Partner hinzugefügt werden. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln (Adjuvantien) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei kühler Witterung oder einer verhärteten Wachsschicht der Unkräuter optimieren. Vor der großflächigen Anwendung wird ein physischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit POTACUR SX ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abdriftminderungsklassen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3060 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit POTACUR SX im Frühjahr?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen Frühjahr, sobald das Wachstum der Unkräuter einsetzt und die Temperaturen dauerhaft über 5 °C bis 8 °C liegen. Die Kulturen sollten sich im BBCH-Stadium 13 (3-Blatt-Stadium) bis BBCH 30 (Beginn des Schossens) befinden, da in dieser Phase die Verträglichkeit für das Getreide am höchsten und die Unkräuter noch klein und empfindlich sind.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von POTACUR SX?

Warme und wüchsige Witterungsbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport im Unkraut, was zu einem schnelleren Absterben führt. Bei extremer Trockenheit, Frost oder stark schwankenden Tag-Nacht-Temperaturdifferenzen kann die Wirkung verzögert sein, da der Metabolismus der Pflanzen verlangsamt ist.

Welche Nachbau-Einschränkungen müssen nach dem Einsatz von POTACUR SX beachtet werden?

Aufgrund des raschen Abbaus der Wirkstoffe Thifensulfuron und Tribenuron im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für die nachfolgende Fruchtfolge im Herbst oder Folgejahr. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur sollten vor der Neuansaat die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung bezüglich einer tiefen Bodenbearbeitung berücksichtigt werden.

Kann POTACUR SX zusammen mit flüssigem AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) ausgebracht werden?

Ja, eine Ausbringung in Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch Vorsicht. Um Verbrennungen an den Blättern der Getreidekultur zu vermeiden, sollte die Kultur eine stabile Wachsschicht aufweisen (nicht direkt nach Frost oder starkem Regen spritzen) und die AHL-Konzentration sowie die Düsenwahl zur Erzeugung eines grobtropfigen Spritzbildes angepasst werden.

Wie funktioniert die Reinigung der Spritze nach der Anwendung von POTACUR SX?

Da Sulfonylharnstoffe bereits in geringsten Spuren Schäden an nachfolgenden empfindlichen Kulturen (wie Raps, Rüben oder Leguminosen) verursachen können, ist eine gründliche, mehrstufige Reinigung der Feldspritze zwingend erforderlich. Verwenden Sie hierzu einen speziellen Spritzenreiniger und spülen Sie den Tank, die Leitungen, Düsenstöcke und Filter intensiv gemäß den Herstellerangaben.