Alle Mittel
OTHER · HELM AG

PROFI-FLUROXYPYR

BVL Zul.-Nr. 006914-61

PROFI-FLUROXYPYR von der HELM AG ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als flüssiges Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Es hat sich im modernen Ackerbau als verlässlicher Standard etabliert, um Ertragsverluste durch konkurrenzstarke Unkräuter zu verhindern.

Der Schwerpunkt des Wirkungsspektrums liegt auf schwer bekämpfbaren Schaderregern, allen voran dem Kletten-Labkraut (Galium aparine), das selbst in fortgeschrittenen Wachstumsstadien noch sicher erfasst wird. Darüber hinaus werden zahlreiche weitere einjährige zweikeimblättrige Unkräuter effektiv kontrolliert. Die flexible Anwendung im Frühjahr macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in der Unkrautbekämpfungsstrategie von Winter- und Sommergetreide.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
259 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der Pyridyloxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine / Wuchsstoffe) klassifiziert. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in der gesamten Pflanze akropetal und basipetal transportiert. Er akkumuliert in den meristematischen Geweben der Unkräuter und stört dort das hormonelle Gleichgewicht empfindlicher Pflanzen nachhaltig. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Zellwachstum, das sich optisch durch typische Wuchsstoff-Symptome wie epinastische Verkrümmungen an Stängeln und Blättern äußert. In der Folge kollabiert das Leitgewebe der betroffenen Unkräuter, was schließlich zum vollständigen Absterben führt. Die Wirkung setzt bei wüchsiger Witterung besonders schnell ein.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Unkräutern, insbesondere beim Kletten-Labkraut, wirksam vorzubeugen, sollte PROFI-FLUROXYPYR stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck oder zur Absicherung des Wirkungsspektrums die Kombination oder der sequenzielle Einsatz mit Partnerherbiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2).

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFI-FLUROXYPYR ist im Allgemeinen hervorragend mit gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten. Die Behandlung sollte vorzugsweise bei wüchsigen Temperaturen (über 8 °C bis maximal 25 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, während Frostperioden oder extreme Trockenheit die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen können. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen (Abdriftminderungsdüsen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich der Bienenverträglichkeit als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in aktiv blühende Bestände appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–391 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für PROFI-FLUROXYPYR im Frühjahr?

Der optimale Zeitpunkt liegt vor, wenn sich die Zielunkräuter im aktiven Wachstum befinden und die Temperaturen tagsüber konstant über 8 bis 10 °C liegen. Das BBCH-Stadium der Getreidekulturen (BBCH 13 bis 39) bietet dabei ein sehr breites Anwendungsfenster, sodass die Behandlung flexibel an den Auflauf der Unkräuter angepasst werden kann.

Wie reagiert PROFI-FLUROXYPYR auf Niederschläge kurz nach der Applikation?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme über das Blatt ist PROFI-FLUROXYPYR bereits etwa zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Niederschläge, die nach diesem Zeitraum auftreten, beeinträchtigen die Herbizidwirkung auf die Schaderreger nicht mehr negativ.

Kann das Pflanzenschutzmittel auch bei Spätfrösten eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei Frost oder unmittelbar drohenden Nachtfrosten wird dringend abgeraten. Unter kalten Bedingungen ist der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt, was die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs Fluroxypyr stark einschränkt und die Kulturverträglichkeit mindern kann.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von PROFI-FLUROXYPYR beachtet werden?

Da Fluroxypyr im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im Rahmen der Fruchtfolge keine Einschränkungen für nachfolgende Kulturen im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten jedoch vorzugsweise Getreide oder Gräser nachgebaut werden.

Warum ist die Bekämpfung von Kletten-Labkraut mit diesem Produkt auch in späten BBCH-Stadien noch erfolgreich?

Fluroxypyr besitzt eine spezifische Wirkungscharakteristik als synthetisches Auxin, die es ermöglicht, auch bereits verholzte oder voll entwickelte Pflanzen des Kletten-Labkrauts (bis ins Knospenstadium) effektiv zu schädigen. Dennoch erzielt eine frühe Behandlung stets die beste Nährstoff- und Platzersparnis für die Kultur.