Promanal Agro
Promanal Agro von W. Neudorff GmbH KG ist ein bewährtes, umweltschonendes Pflanzenschutzmittel auf Basis von hochreinem Paraffinöl (830 g/l). Als physikalisch wirkendes Insektizid und Akarizid nimmt es eine Schlüsselrolle bei der Austriebsspritzung im Obst- und Weinbau sowie an Zierpflanzen ein. Die Formulierung ist als emulgierbares Konzentrat konzipiert, das sich hervorragend in Wasser verteilen lässt und einen gleichmäßigen Spritzbelag auf den Trieben bildet.
Das primäre Einsatzspektrum umfasst überwinternde Schaderreger, insbesondere die Eier der Obstbaumspinnmilbe sowie verschiedene Schildlaus-Arten (wie die San-José-Schildlaus oder die Gemeine Kommaschildlaus). Durch den frühen Einsatzzeitpunkt im Frühjahr vor oder während des Knospenaufbruchs werden die Populationen der Schädlinge dezimiert, noch bevor sie nennenswerte Schäden an den Kulturen verursachen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkungsmechanismus von Paraffinöl ist rein physikalischer Natur und unterscheidet sich grundlegend von neurotoxischen Insektiziden. Nach der Ausbringung bildet das Öl einen feinen, luftundurchlässigen Film über den behandelten Pflanzenteilen. Dieser Ölfilm umschließt die Eier der Obstbaumspinnmilbe sowie die Larven und adulten Stadien von Schildläusen vollständig. Die Schaderreger sterben infolge von Sauerstoffmangel (Erstickung) ab, da der Gasaustausch durch die Eihülle oder die Atmungsorgane (Tracheen) der Insekten blockiert wird. Da es sich um ein physikalisches Wirkprinzip handelt, ist dieser Mechanismus keiner spezifischen IRAC-Gruppe zugeordnet, was das Produkt zu einem wertvollen Werkzeug im modernen Pflanzenschutz macht.
Resistenzmanagement
Aufgrund der rein physikalischen Wirkungsweise von Paraffinöl durch Erstickung ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen äußerst unwahrscheinlich. Promanal Agro eignet sich daher hervorragend für das Resistenzmanagement in integrierten Spritzprogrammen. Es kann ohne Einschränkungen im Wechsel mit chemisch-synthetischen Akariziden und Insektiziden eingesetzt werden, um deren Wirksamkeit langfristig zu sichern und den Selektionsdruck zu mindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten. Promanal Agro sollte generell nicht mit schwefelhaltigen Produkten oder bestimmten Fungiziden (wie Captan oder Folpet) kurz nacheinander oder in Mischung ausgebracht werden, da dies zu phytotoxischen Reaktionen (Blattverbrennungen) an den Kulturen führen kann. Zwischen einer Ölbehandlung und einer Schwefelanwendung sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden. Die Anwendung sollte bei frostfreien Bedingungen erfolgen, um ein schnelles Antrocknen zu gewährleisten, jedoch nicht bei praller Sonne oder Temperaturen über 25 °C.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als paraffinölbasiertes Pflanzenschutzmittel zeichnet sich Promanal Agro durch ein günstiges Ökotoxizitätsprofil aus. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nichtzielorganismen nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Kulturen gespritzt werden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung ist die persönliche Schutzausrüstung (PSA) gemäß den BVL-Auflagen zu tragen. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren, sind die vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ziergehölze | Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) | 1–7 | 12 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) | 1–7 | 10 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Schildlaus-Arten | 52–59 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Steinobst | Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) | 51–55 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Beerenobst | Schildlaus-Arten | 1–7 | 24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Schildlaus-Arten | 1–7 | 24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Schildlaus-Arten | 1–7 | 24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Schildlaus-Arten | 51–55 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Kernobst | Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) | 52–59 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Weinrebe | Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi) | 1–11 | 8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Austriebsspritzung mit Promanal Agro?
Der beste Zeitpunkt liegt im späten Winter oder frühen Frühjahr beim Anschwellen der Knospen bis zum Knospenaufbruch (BBCH-Stadium 01 bis 59). Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Wintereier der Obstbaumspinnmilbe mit der Atmung und reagieren besonders empfindlich auf den luftabschließenden Ölfilm.
Warum ist die Wassermenge bei der Anwendung von Promanal Agro so entscheidend?
Da Paraffinöl rein physikalisch durch Kontakt wirkt, müssen die Schaderreger vollständig vom Ölfilm umschlossen werden. Eine hohe Wasseraufwandmenge stellt sicher, dass auch schwer zugängliche Stellen wie Rindenrisse, Astgabeln und Knospenachseln, in denen Schildläuse und Wintereier sitzen, komplett benetzt werden.
Kann Promanal Agro bei Frost ausgebracht werden?
Nein, die Behandlung sollte unbedingt bei frostfreien Bedingungen (Temperaturen stabil über 5 °C) erfolgen. Frost während oder kurz nach der Spritzung kann die Emulsion zerstören, was zu einer ungleichmäßigen Ölverteilung und damit zu schweren Schäden (Phytotoxizität) an den Knospen der Kulturen führen kann.
Wie verträgt sich Promanal Agro mit Nützlingen im Obstbau?
Da die Anwendung sehr früh im Jahr stattfindet, sind wichtige Nützlinge wie Raubmilben meist noch in ihren Winterquartieren (z. B. im Boden oder unter der Borke am Stammgrund) geschützt. Dadurch schont die frühe Austriebsspritzung die Nützlingspopulationen im Vergleich zu späteren Behandlungen im belaubten Zustand.
Was muss ich beim Wechsel zwischen Promanal Agro und Schwefelbehandlungen beachten?
Zwischen einer Behandlung mit Promanal Agro und einer Anwendung von Netzschwefel muss ein zeitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Eine direkte Mischung oder eine zu dichte Abfolge blockiert die Atmung der Pflanze und führt unter Sonneneinstrahlung zu massiven Blatt- und Knospenschäden.