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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Propulse

BVL Zul.-Nr. 027208-00

Propulse ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das sich als Standardlösung im modernen Ackerbau etabliert hat. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern in verschiedenen Kulturen zu kontrollieren. Zu den Hauptanwendungsgebieten gehören der Schutz von Raps gegen Weißstängeligkeit und Rapsschwärze, der Schutz von Zuckerrüben gegen Cercospora und Ramularia sowie der gezielte Einsatz in Mais, Sojabohnen und Kartoffeln.

Durch die ausgewogene Kombination der Wirkstoffe bietet Propulse sowohl eine hervorragende vorbeugende (protektive) als auch eine kurative Wirkung. Dies sichert nicht nur die Erträge, sondern erhält auch die Vitalität der Kulturen bis in die späten Wachstumsphasen hinein. Dank der modernen Formulierung haftet der Spritzbelag schnell auf den Blättern und ist bereits kurz nach der Anwendung regenfest.

Wirkstoffe

Fluopyram
125 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Propulse beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Fluopyram gehört zur chemischen Klasse der Pyridinyl-ethyl-benzamide und ist als SDHI-Fungizid (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitor) in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Es greift in die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette ein, wodurch die Energieversorgung des Schaderregers zusammenbricht und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung gestoppt werden. Der zweite Partner, Prothioconazol, ist ein bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, DMI-Fungizide). Er hemmt die Demethylierung bei der Ergosterol-Biosynthese, einem essenziellen Baustein für den Aufbau der pilzlichen Zellmembranen. Durch diese duale Blockade an unterschiedlichen physiologischen Stellen im Pilzorganismus wird eine extrem hohe biologische Wirksamkeit erzielt, die den Schaderreger in verschiedenen Entwicklungsstadien erfasst.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von Propulse zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da das Pflanzenschutzmittel Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 7 und 3 enthält, ist bereits ein eingebauter Schutz gegen die Entstehung von Resistenzen gegeben. Dennoch solltest du die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison in derselben Kultur strikt einhalten und Propulse im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide zudem den Einsatz reduzierter Aufwandmengen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger nicht unnötig zu erhöhen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Propulse zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Herbiziden, Blattdüngern und Wachstumsregulatoren aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Anwendung sollte idealerweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme durch die Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Propulse steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Gewässern sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, durchführen. Verlege die Behandlung im Zweifel in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)57–691 LITER_PER_HECTARE
SojabohneSclerotinia sclerotiorum, Diaporthe phaseolorum var. sojae51–791 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeCercospora beticola31–491.2 LITER_PER_HECTARE7T
MaisBlattdürre an Mais (Setosphaeria turcica), Augenfleckenkrankheit an Mais (Kabatiella zeae)30–691 LITER_PER_HECTARE
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Alternaria alternata40–890.5 LITER_PER_HECTARE21T
ZuckerrübeEchter Mehltau (Erysiphe betae)31–491.2 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeRübenrost (Uromyces betae)31–491.2 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeStemphylium sp.31–491.2 LITER_PER_HECTARE7T
MaisBlattdürre an Mais (Setosphaeria turcica), Augenfleckenkrankheit an Mais (Kabatiella zeae)30–691 LITER_PER_HECTARE
RapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)57–691 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeRamularia-Blattflecken (Ramularia beticola)31–491.2 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in der Vollblüte des Rapses (BBCH 63 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen – dort findet der Pilz Sclerotinia sclerotiorum ideale Bedingungen für eine Infektion. Eine vorbeugende Behandlung mit Propulse schützt deine Kultur genau in dieser kritischen Phase.

Wie wirkt sich Propulse auf die Vitalität der Zuckerrübe aus?

Neben der hervorragenden Kontrolle von Cercospora beticola und Ramularia-Blattflecken sorgt Propulse für einen ausgeprägten physiologischen Effekt. Die Zuckerrüben bleiben länger grün und assimilationsaktiv, was die Zuckerbildung und den Gesamtertrag am Ende der Saison positiv beeinflussen kann.

Kann ich Propulse auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, die systemischen Eigenschaften von Propulse und insbesondere der Wirkstoff Fluopyram zeigen auch bei mäßig kühlen Frühjahrstemperaturen eine gute Wirkung. Dennoch sollte die Kultur für eine optimale Wirkstoffaufnahme aktiv assimilieren und kein starker Frost unmittelbar nach der Anwendung drohen.

Warum ist die Kombination aus SDHI und DMI in Propulse so vorteilhaft?

Diese Kombination bietet dir einen doppelten Schutz: Das SDHI (Fluopyram) wirkt extrem stark vorbeugend und stoppt die Sporenkeimung auf der Blattoberfläche, während das DMI (Prothioconazol) systemisch in das Blatt eindringt und bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen kurativ bekämpft. Das minimiert das Risiko von Ertragsausfällen drastisch.

Wie verhalte ich mich bei der Anwendung in der Nähe von Gewässern?

Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu vermeiden, musst du die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände und eventuelle Auflagen zur Abdriftminderung genau einhalten. Behandle niemals bei starkem Wind und nutze abdriftmindernde Düsentechnik, um die lokalen Gewässerschutzauflagen strikt zu erfüllen.

Wie finde ich heraus, ob Propulse für meine spezifische Indikation in Kartoffeln zugelassen ist?

Du kannst im agronomy.farmable.tech Hub direkt nach der Kultur 'Kartoffel' filtern und die zugelassenen Schaderreger wie Alternaria solani einsehen. Dort findest du auch die genauen, für diese Anwendung registrierten Aufwandmengen und Wartezeiten für deinen Betrieb.