REMOCCO 60
REMOCCO 60 ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von BASF SE, das sowohl als Fungizid als auch als Wachstumsregler in einer Vielzahl von Ackerbaukulturen eingesetzt wird. Die flüssige Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Metconazol und zeichnet sich durch eine schnelle systemische Verteilung in der Kultur aus. Es bietet Landwirten eine flexible Lösung zum Schutz vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten und zur Optimierung der Bestandesarchitektur.
Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger im Getreide- und Rapsanbau. Im Getreide (wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale) bekämpft das Mittel zuverlässig Rostpilze (Gelb- und Braunrost), Septoria-Arten sowie Netzflecken und Rhynchosporium. Im Raps steht neben der Bekämpfung von Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) und Sclerotinia (Weißstängeligkeit) die gezielte Einkürzung und Festigung der Stängel im Vordergrund, um die Standfestigkeit vor dem Winter oder zur Blüte zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und wirkt als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird der Aufbau der pilzlichen Zellmembran gestört, was das Myzelwachstum stoppt und eine weitere Ausbreitung des Schaderregers verhindert. Metconazol besitzt sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Neben der fungiziden Wirkung greift Metconazol regulierend in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese wird das Längenwachstum der Zellen gebremst. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs ("Stauchen"), einer verbesserten Standfestigkeit und einer optimierten Wurzelentwicklung, was insbesondere im Raps die Winterhärte und die Standfestigkeit zur Ernte signifikant verbessert.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, sollte REMOCCO 60 stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Metconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen. Ein Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie SDHIs oder Strobilurinen) sowie die Kombination mit Kontaktwirkstoffen in Tankmischungen sind dringend zu empfehlen, um den selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
REMOCCO 60 ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks zu achten (flüssige Formulierungen vor festen). Die Zugabe von Additiven ist meist nicht erforderlich, da die Formulierung bereits auf eine optimale Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme ausgelegt ist. Es wird empfohlen, stets eine Mischprobe vor der großflächigen Anwendung durchzuführen und auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit REMOCCO 60 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da der Wirkstoff Metconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Mittel ist in der Regel als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Behandlung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, um jegliche Risiken für Bestäuberinsekten zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Standfestigkeit | 39–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von REMOCCO 60 im Raps zur Wachstumsregulierung im Herbst?
Der optimale Behandlungszeitpunkt im Herbst liegt im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4- bis 6-Blatt-Stadium des Rapses). In dieser Phase fördert die einkürzende Wirkung das Dickenwachstum des Wurzelhalses und verhindert das vorzeitige "Überwachsen" des Vegetationspunktes, was die Winterhärte der Kultur entscheidend verbessert.
Kann REMOCCO 60 auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?
Ja, Metconazol ist im Vergleich zu einigen anderen Triazolen auch bei mäßig kühlen Temperaturen ab ca. 5–8 °C bereits gut wirksam. Für eine optimale systemische Verteilung und die volle Entfaltung der wachstumsregulierenden Wirkung im Frühjahr sind jedoch wüchsige Bedingungen mit Temperaturen über 10 °C ideal.
Wie beeinflusst REMOCCO 60 die Standfestigkeit von Getreide?
Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese verkürzt das Mittel die Internodienabstände der Halme, wenn es in der Schossphase (BBCH 30–32) appliziert wird. Dies führt zu einem stabileren Halmaufbau und verringert das Risiko von Lagergetreide vor der Ernte erheblich, insbesondere bei stickstoffbetonten Beständen.
Welche Rolle spielt REMOCCO 60 im Antiresistenzmanagement gegen Septoria tritici?
Da Septoria tritici eine hohe Anpassungsfähigkeit gegenüber Fungiziden besitzt, sollte REMOCCO 60 (FRAC-Gruppe 3) im Getreide bevorzugt in Kombination mit einem Kontaktfungizid oder im Wechsel mit Wirkstoffen aus den Gruppen der SDHI (FRAC 7) oder QoI (FRAC 11) eingesetzt werden, um die Selektion resistenter Stämme zu verhindern.
Wie verhält sich das Produkt bei Regen kurz nach der Anwendung?
Dank der hervorragenden Formulierungseigenschaften dringt der Wirkstoff Metconazol sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. REMOCCO 60 ist bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest, sodass auch unbeständige Witterungsverhältnisse die Schutzwirkung kaum beeinträchtigen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Netzfleckenkrankheit in Gerste?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter "Kultur" Gerste (oder den EPPO-Code HORVX) und filtern Sie unter "Schaderreger" nach "Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)", um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativen und Mischungspartner anzuzeigen.