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OTHER · Syngenta Agro GmbH

REVUS TOP

BVL Zul.-Nr. 027522-00

REVUS TOP ist ein hochwirksames, kombiniertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von bedeutenden Pilzkrankheiten in Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Tabak. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, vereint es zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz des Bestandes zu gewährleisten. Das Produkt hat sich im professionellen Anbau als Standardlösung etabliert, da es gleichzeitig gegen Oomyceten und Schlauchpilze (Ascomyceten) wirkt.

Durch die Kombination von vorbeugenden und kurativen Eigenschaften schützt das Präparat sowohl die Blattoberfläche als auch das neu zuwachsende Gewebe. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem vegetativen Wachstum der Kulturen, in denen ein kombinierter Schutz vor Kraut- und Knollenfäule sowie Alternaria-Arten erforderlich ist.

Wirkstoffe

Difenoconazol
250 g/L · Wirkstoff
Mandipropamid
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Das Pflanzenschutzmittel verdankt seine breite und sichere Wirkung der Kombination aus Mandipropamid und Difenoconazol. Mandipropamid gehört zur Gruppe der CAA-Fungizide (FRAC-Gruppe 40). Es greift gezielt in die Phospholipid-Biosynthese und den Aufbau der Zellwand von Oomyceten ein. Nach der Anwendung lagert sich der Wirkstoff fest in der wachshaltigen Cuticula der Blätter an (LOK-FLO-Effekt) und bietet von dort aus eine langanhaltende, translaminare Schutzwirkung gegen Sporenkeimung und Myzelwachstum. Difenoconazol ist ein systemischer Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Er hemmt die Sterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze. Nach der Aufnahme wird Difenoconazol schnell in das Blattgewebe transportiert und verteilt sich akropetal. Dadurch werden auch bereits unsichtbar etablierte Infektionen von Alternaria-Arten (Dürrfleckenkrankheit) effektiv gestoppt und die Ausbreitung im Gewebe verhindert.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielpathogenen, insbesondere bei Alternaria solani und Phytophthora infestans, wirksam vorzubeugen, muss REVUS TOP strikt im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Da das Produkt Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 3 und 40 enthält, sollte es im Wechsel mit Fungiziden aus anderen chemischen Klassen und mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (wie z. B. Kontaktfungiziden) angewendet werden. Die vom BVL vorgegebene maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison und Kultur darf nicht überschritten werden, und Blockbehandlungen sollten auf ein Minimum begrenzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Präparat zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Blattdüngern und anderen Fungiziden aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, bevor das Produkt unter ständigem Rühren beigegeben wird; erst danach folgen weitere Mischpartner. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung in der Regel nicht erforderlich, wobei stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge für eine homogene Benetzung zu achten ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von REVUS TOP sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vom BVL definierten Abdrift- und Grenzabstände eingehalten sowie driftmindernde Düsen verwendet werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag auf blühende Bestände oder Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TabakBlauschimmel (Peronospora tabacina), Alternaria Arten (Alternaria sp.)35–370.6 LITER_PER_HECTARE7T
TomateAlternaria Arten (Alternaria sp.), Phytophthora infestans21–890.3 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Alternaria alternata40–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineAlternaria Arten (Alternaria sp.), Phytophthora infestans21–890.3 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)40–890.6 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Einsatz von REVUS TOP in Kartoffeln?

Der Einsatz sollte präventiv erfolgen, sobald die ersten Infektionsbedingungen für Kraut- und Knollenfäule oder Alternaria prognostiziert werden, was häufig ab dem Reihenschluss (BBCH-Stadium 31–39) der Fall ist. Durch die Kombination beider Wirkstoffe schützt die Behandlung das Laub sowohl vor frühen Alternaria-Infektionen als auch vor Phytophthora.

Was versteht man unter dem LOK-FLO-Effekt bei diesem Pflanzenschutzmittel?

Der LOK-FLO-Effekt beschreibt die schnelle und feste Bindung des Wirkstoffs Mandipropamid an die Wachsschicht der Blätter. Nach dem Antrocknen ist der Spritzbelag extrem regenstabil. Gleichzeitig wird der Wirkstoff kontinuierlich translaminar ins Blattinnere abgegeben, um auch die unbehandelte Blattunterseite zu schützen.

Wie lässt sich das Produkt am besten in ein Antiresistenzmanagement integrieren?

Um Resistenzen vorzubeugen, sollte das Mittel im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die andere Wirkmechanismen besitzen (z. B. Kontaktfungizide oder Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen). Blockbehandlungen sollten auf maximal zwei aufeinanderfolgende Anwendungen begrenzt werden, gefolgt von einem Wirkstoffwechsel.

Kann REVUS TOP auch bei feuchter Witterung oder kurz vor Regen appliziert werden?

Ja, dank der schnellen Anlagerung an die Wachsschicht ist das Mittel bereits ca. eine Stunde nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Dennoch sollte die Applikation auf trockene Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen des noch nassen Spritzfilms während der Ausbringung zu verhindern.

Warum ist die gleichzeitige Bekämpfung von Alternaria und Phytophthora so wichtig?

Alternaria-Arten treten oft unbemerkt in wärmeren, trockeneren Perioden auf und schwächen die Kultur durch vorzeitiges Absterben der Blattfläche, während Phytophthora bei feuchter Witterung rasant den gesamten Bestand zerstören kann. Die Doppelwirkung verhindert Ertragsverluste, die durch das Zusammenspiel beider Schaderreger entstehen.

Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge bei der Applikation?

Eine ausreichende Wasseraufwandmenge (üblicherweise 200 bis 400 l/ha) ist entscheidend, um eine lückenlose Benetzung des gesamten Bestandes zu gewährleisten. Nur bei einer gleichmäßigen Verteilung können die Wirkstoffe ihre translaminare und systemische Schutzwirkung im dichten Laubdach voll entfalten.