Silvron
Silvron ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen. Als flüssige Formulierung konzipiert, vereint dieses Fungizid zwei leistungsstarke Wirkstoffe, um einen umfassenden Schutz für deine Kulturen zu gewährleisten. Es ist speziell für den Einsatz in wichtigen Getreidearten wie Wintergerste, Weizen, Roggen, Triticale und Hafer registriert.
Das Produkt zeichnet sich durch seine hervorragende Wirkung gegen ertragsmindernde Schaderreger aus. Dazu gehören unter anderem die Netzfleckenkrankheit, verschiedene Rostpilze (wie Braunrost, Zwergrost und Haferkronenrost) sowie die wirtschaftlich bedeutende Septoria-Blattdürre. Durch die gezielte Anwendung kannst du die Vitalität deiner Kulturen sichern und die Ertragsbildung in kritischen Wachstumsphasen optimal unterstützen.
Dank der ausgewogenen Formulierung bietet Silvron eine exzellente Verteilung auf der Blattoberfläche und dringt schnell in das Pflanzengewebe ein. Dies sorgt für einen schnellen Wirkungseintritt und schützt auch neu zuwachsende Pflanzenteile zuverlässig vor einer Infektion während der entscheidenden BBCH-Stadien 30 bis 59.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von Silvron basiert auf der Kombination der beiden aktiven Wirkstoffe Bixafen und Fluopyram. Beide Substanzen gehören zur chemischen Klasse der Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren (SDHI) und sind in der FRAC-Gruppe 7 klassifiziert. Sie greifen gezielt in den Atmungsprozess der Pilzzellen ein, indem sie den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette blockieren. Dies führt zu einer Unterbrechung der Energieproduktion (ATP-Synthese) des Schaderregers, wodurch das Wachstum des Pilzes gestoppt wird. Obwohl beide Wirkstoffe zur selben Gruppe gehören, ergänzen sie sich in ihrem Verhalten in der Kultur ideal: Fluopyram zeichnet sich durch eine besonders schnelle systemische Verteilung aus und schützt die Kultur von innen heraus. Bixafen hingegen haftet stark an der Wachsschicht des Blattes und sorgt für eine langanhaltende Depotwirkung. Zusammen verhindern sie effektiv die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Myzelbildung der Zielpathogene.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Da Silvron zwei Wirkstoffe aus der SDHI-Klasse (FRAC-Gruppe 7) enthält, solltest du das Produkt pro Saison nur in einer begrenzten Anzahl von Anwendungen einsetzen. Integriere Silvron unbedingt in eine durchdachte Spritzfolge und wechsle bei nachfolgenden Behandlungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Triazole (FRAC-Gruppe 3) oder Kontaktwirkstoffe. Vermeide zudem die Reduzierung der empfohlenen Aufwandmenge, um die Selektion widerstandsfähiger Schaderreger-Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Silvron zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Getreideherbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern. Wenn du eine Tankmischung planst, empfiehlt es sich jedoch immer, vorab eine physische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Befülle den Spritztank zu zwei Dritteln mit Wasser, starte das Rührwerk und füge die einzelnen Komponenten nacheinander hinzu – feste Formulierungen stets vor flüssigen Produkten wie Silvron. Vermeide komplexe Mehrfachmischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Silvron steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der gesamten Handhabung und Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Handschuhe und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder auf blühende Unkräuter legen und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Silvron in meinem Getreide?
Der zugelassene Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens und dem Ende des Ährenschiebens (BBCH-Stadium 30 bis 59). Für einen optimalen Ertragsschutz solltest du die Behandlung präventiv durchführen, sobald erste Infektionsbedingungen für Schaderreger wie Septoria oder Rostpilze vorliegen, um die oberen Blattetagen gesund zu erhalten.
Kann ich Silvron mit Wachstumsreglern in einer Überfahrt kombinieren?
Ja, Silvron ist im Allgemeinen gut mit gängigen Wachstumsreglern mischbar. Achte jedoch darauf, bei hoher Einstrahlung oder gestressten Beständen die Aufwandmengen der Wachstumsregler anzupassen, um die Kulturschonung zu gewährleisten. Führe im Zweifel immer eine kleine Mischprobe durch.
Warum enthält Silvron zwei Wirkstoffe aus derselben FRAC-Gruppe (SDHI)?
Obwohl Bixafen und Fluopyram beide zur FRAC-Gruppe 7 gehören, besitzen sie unterschiedliche physikalisch-chemische Eigenschaften. Fluopyram ist hochmobil und verteilt sich schnell in der Kultur, während Bixafen eine starke Haftung auf der Blattoberfläche aufweist und für eine langanhaltende Dauerwirkung sorgt. Diese Kombination optimiert die Wirkstoffverteilung im Blatt.
Wie viele Behandlungen mit Silvron darf ich pro Saison durchführen?
Bitte beachte hierzu die spezifischen Vorgaben der BVL-Zulassung für deine jeweilige Kultur. Im Sinne eines nachhaltigen Antiresistenzmanagements wird empfohlen, maximal ein bis zwei Behandlungen mit SDHI-haltigen Pflanzenschutzmitteln pro Saison und Kultur durchzuführen und diese mit anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln.
Was muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe mit Silvron beachten?
Befülle den Spritztank zunächst zu etwa zwei Dritteln mit sauberem Wasser und schalte das Rührwerk ein. Gib Silvron langsam hinzu, damit es sich vollständig auflösen kann. Falls du Mischungspartner verwendest, löse pulverförmige Produkte immer zuerst auf, bevor du flüssige Formulierungen wie Silvron hinzugibst. Spritze die Brühe nach dem Ansetzen zügig aus.
Gegen welche Schaderreger in Gerste ist Silvron besonders wirksam?
In Gerstenkulturen bietet Silvron eine hervorragende Wirkung gegen die Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) und Rhynchosporium secalis. Die Behandlung schützt die Ertragsanlagen der Gerste effektiv vor vorzeitigem Blattabbau.