Stapler
Stapler von Nufarm Deutschland GmbH ist ein bewährtes, hochkonzentriertes Herbizid zur selektiven Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Als flüssiges Formulierungskonzept mit dem etablierten Wirkstoff 2,4-D bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige und schnelle Wirkung gegen ein breites Spektrum an breitblättrigen Unkräutern im Nachauflauf.
Dank seiner systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff rasch über die Blätter der Schaderreger aufgenommen und in der gesamten Pflanze verteilt. Dies macht Stapler zu einem unverzichtbaren Baustein in der Frühjahrsbehandlung, insbesondere bei der Bekämpfung hartnäckiger Arten wie dem Spitz-Wegerich und anderen schwer bekämpfbaren zweikeimblättrigen Unkräutern, die den Ertrag und die Erntequalität der Kulturen gefährden können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Er imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure, was bei den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern zu einem unkontrollierten, völlig gestörten Wachstum führt. Nach der Aufnahme kommt es zu einer Überstimulation des Zellwachstums, gefolgt von typischen Deformationen wie Verkrümmungen von Stängeln und Blättern, Gewberissen und schließlich dem vollständigen Absterben der Schaderreger. Da einkeimblättrige Kulturen wie Getreide den Wirkstoff metabolisch rasch abbauen können, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Selektivität in den zugelassenen Kulturen aus.
Resistenzmanagement
Da Stapler auf einem Wirkstoff der HRAC-Gruppe 4 basiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu anderen Herbizidklassen (wie ALS-Hemmern) als gering bis mäßig einzustufen. Um diese günstige Ausgangslage langfristig zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst den gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Maßnahmen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Stapler zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL), sofern die Anwendungstermine übereinstimmen. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gute Wasserqualität zu achten; extrem hartes Wasser sollte vorab konditioniert werden. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Spritzbrühe stets zügig auszubringen, um Ausfällungen im Tank zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Stapler ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Düsen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Spitz-Wegerich | 25–35 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Winterhafer | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welcher Temperaturbereich ist optimal für die Anwendung von Stapler?
Für eine optimale Wirkung von Stapler sind milde, wüchsige Wetterbedingungen ideal. Die Temperaturen sollten zum Zeitpunkt der Behandlung und an den Folgetagen zwischen 10 °C und 20 °C liegen. Bei Frostgefahr, extremer Trockenheit oder Temperaturen über 25 °C sollte von einer Anwendung abgesehen werden, da die Unkräuter dann keinen aktiven Stoffwechsel zeigen und die Kultur gestresst werden kann.
Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums 21 bis 35 bei Getreide so wichtig?
Die Anwendung im BBCH-Stadium 21 (Beginn der Bestockung) bis 35 (5-Knoten-Stadium) stellt sicher, dass die Getreidekultur den Wirkstoff 2,4-D schadlos abbauen kann. Eine zu frühe Behandlung kann die Bestockung negativ beeinflussen, während eine späte Anwendung nach BBCH 35 zu Ährenanomalien, unvollständigem Ährenschieben und erheblichen Ertragseinbußen führen kann.
Wie schnell ist Stapler nach der Applikation regenfest?
Stapler benötigt eine regenfreie Zeit von etwa 2 bis 4 Stunden nach der Applikation, damit der Wirkstoff vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden kann. Niederschläge kurz nach der Behandlung können den Wirkstoff abwaschen und die biologische Wirksamkeit spürbar reduzieren.
Kann Stapler auch in Untersaaten oder im Gemenge mit Leguminosen eingesetzt werden?
Nein, Stapler darf nicht in Getreidebeständen mit Untersaaten (wie Klee oder Luzerne) oder in Mischkulturen mit zweikeimblättrigen Partnern eingesetzt werden. Da 2,4-D ein hochwirksames Wuchsstoffherbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, würde es die Leguminosen und andere breitblättrige Untersaaten vollständig vernichten.
Was muss beim Abdriftrisiko auf benachbarte Kulturen beachtet werden?
Da Stapler hochwirksame Wuchsstoffe enthält, reagieren benachbarte zweikeimblättrige Kulturen wie Rüben, Raps, Wein, Obst oder Gemüse extrem empfindlich auf geringste Spuren von Abdrift. Es muss zwingend bei windstillem Wetter oder nur sehr schwachem Wind und unter Verwendung driftmindernder Düsentechnik gearbeitet werden, um Schäden an Nachbarkulturen zu vermeiden.
Wie verhält sich Stapler bezüglich der Nachbaufristen für Folgekulturen?
Der Wirkstoff 2,4-D wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Nach einer vorschriftsmäßigen Anwendung im Frühjahr bestehen für die üblichen Folgekulturen im Herbst (z. B. Winterraps oder Wintergetreide) keine Einschränkungen. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollte vor der Neuansaat zweikeimblättriger Kulturen eine Wartezeit von mindestens 4 Wochen eingehalten und der Boden tiefgründig gelockert werden.