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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

TIRO

BVL Zul.-Nr. 024487-71

TIRO von BASF ist ein vielseitiges Pflanzenschutzmittel, das sowohl als hochwirksames Fungizid als auch als effizienter Wachstumsregler in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt wird. Durch die Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Metconazol bietet das Produkt einen breiten Schutz gegen ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Gleichzeitig unterstützt es die Bestandsführung aktiv durch seine einkürzenden Eigenschaften.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale schützt TIRO zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen und Mehltau. Im Rapsanbau überzeugt das Pflanzenschutzmittel durch seine Doppelwirkung: Es bekämpft wichtige Krankheiten wie die Wurzelhals- und Stängelfäule sowie Weißstängeligkeit und sorgt zeitgleich für eine gezielte Einkürzung der Kulturen, was die Standfestigkeit im Frühjahr und Herbst deutlich verbessert.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TIRO enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Auf biochemischer Ebene hemmt der Wirkstoff die C-14-Demethylase bei der Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Pilze ihre strukturelle Integrität und Funktion, was das Wachstum des Myzels stoppt und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Zusätzlich greift Metconazol in den pflanzlichen Hormonhaushalt ein, indem es die Biosynthese von Gibberellinen hemmt. Diese Hormone sind maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich. Durch diese Hemmung wird das Längenwachstum der Kultur gebremst (Staucheffekt), was zu kompakteren, standfesten Pflanzen mit einem kräftigeren Wurzelsystem führt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen den Wirkstoff Metconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du TIRO stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von Triazolen in derselben Saison. Es wird empfohlen, TIRO im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) oder Carboxamiden (SDHI, FRAC-Gruppe 7), anzuwenden oder in Tankmischungen mit Partnern einzusetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen.

Mischbarkeit & Tankmischung

TIRO zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu sichern. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TIRO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–591.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von TIRO im Winterraps zur Standfestigkeitsregulierung?

Für eine optimale Einkürzung und Stärkung der Standfestigkeit im Herbst solltest du TIRO im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4 bis 6 Laubblätter) anwenden. Im Frühjahr erfolgt die Behandlung idealerweise zu Beginn des Schossens (BBCH 30 bis 55), um das Längenwachstum effektiv zu bremsen und gleichzeitig die Wurzelhals- und Stängelfäule zu bekämpfen.

Wie wirkt sich TIRO auf die Winterhärte von Raps aus?

Durch die Hemmung des Streckungswachstums im Herbst verhindert TIRO, dass der Vegetationskegel des Rapses vor dem Winter zu weit emporwächst. Die Pflanzen bleiben flach am Boden und bilden ein kräftigeres Wurzelsystem aus, was die Frosttoleranz und die allgemeine Winterhärte der Kultur deutlich verbessert.

Kann ich TIRO auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, Metconazol zeigt auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr eine gute Wirkung. Für eine optimale systemische Verteilung und die volle Entfaltung des Wachstumsregler-Effekts sind jedoch Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C und aktives Wachstum der Kultur vorteilhaft.

Warum ist die Regulierung der Standfestigkeit im Getreide mit TIRO sinnvoll?

Durch das gezielte Stauchen der Internodien verkürzt TIRO die Halmlänge des Getreides und stärkt die Halmwand. Dies reduziert das Risiko von Lagergetreide bei Starkregen oder Wind erheblich, erleichtert die spätere Ernte und sichert die Kornqualität.

Wie finde ich heraus, ob TIRO für meine spezifische Kultur im Agronomy-Hub registriert ist?

Du kannst im Suchfilter unseres Hubs einfach nach deiner Kultur (z. B. Winterraps oder Weichweizen) filtern und die zugelassenen Schaderreger auswählen. Dort siehst du direkt alle registrierten Anwendungen, Aufwandmengen und die passenden BBCH-Stadien für TIRO.

Welche Rolle spielt TIRO bei der Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen?

TIRO kann während der Blüte (BBCH 61 bis 65) eingesetzt werden, um das Risiko einer Infektion mit Fusarium-Arten zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig, um die Bildung von Mykotoxinen im Erntegut zu minimieren; achte dabei auf eine gezielte Applikation direkt in die Ährenschicht.