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OTHER · CAC Chemical GmbH

Tribun

BVL Zul.-Nr. 006427-00

Tribun ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine präzise Dosierbarkeit und hervorragende Löslichkeit aus. Es wird vorrangig im Nachauflauf im Frühjahr eingesetzt, um auflaufende und bereits etablierte Schaderreger effektiv zu unterdrücken.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Unkräuter im Getreidebau, darunter das schwer bekämpfbare Kletten-Labkraut sowie verschiedene Ehrenpreis-Arten und die Acker-Kratzdistel. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die systemische Verteilung in der gesamten Pflanze sorgt Tribun für einen raschen Wachstumsstopp der Zielunkräuter und sichert so das Ertragspotenzial der Kultur.

Wirkstoffe

Tribenuron
750 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Tribun enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches im HRAC-System als Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) klassifiziert ist. Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung kommt es zu einem vollständigen Wachstumsstopp der sensitiven Unkräuter. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen der Triebspitzen und eine rötliche Verfärbung der Blattadern zeigen sich nach einigen Tagen, während das vollständige Absterben je nach Witterung zwei bis drei Wochen dauern kann.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) besteht bei einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei Unkrautarten wie der Vogelmiere. Um der Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, sollte Tribun stets im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Dies umfasst den Fruchtfolgewechsel, mechanische Pflegemaßnahmen sowie den gezielten Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden, die über alternative Wirkmechanismen verfügen (z. B. synthetische Auxine oder Wuchsstoffe), um einen einseitigen Selektionsdruck zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tribun weist eine breite physikalische und chemische Kompatibilität mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern auf, die in den zugelassenen Kulturen Anwendung finden. Bei Mischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) ist jedoch Vorsicht geboten, um Blattverbrennungen an der Kultur zu vermeiden; solche Anwendungen sollten nur bei voll ausgebildeter Wachsschicht durchgeführt werden. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme – insbesondere unter trockenen Bedingungen oder bei schwer benetzbaren Schaderregern wie Ehrenpreis-Arten – wird der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Tribun sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist so eingestuft, dass Abdriften auf angrenzende Nichtzielbiotope und Gewässerstrukturen durch die Einhaltung der vorgeschriebenen Düsen- und Abstandsauflagen (NW- und NT-Auflagen) vermieden werden muss. Tribun ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, schont somit wichtige Bestäuberinsekten und weist ein günstiges ökotoxikologisches Profil gegenüber Regenwürmern und Bodenmikroorganismen auf.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten20 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten30 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten20 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten40 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten40 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel25 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel25 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten30 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel25 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten40 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten20 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten30 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel25 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten20 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten40 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Tribun gegen die Acker-Kratzdistel?

Die Bekämpfung der Acker-Kratzdistel ist am erfolgreichsten, wenn sich die Disteln im aktiven Wachstum befinden und eine Wuchshöhe von etwa 10–15 cm (Rosettenstadium bis kurz vor dem Streckungswachstum) erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln am stärksten, was eine nachhaltige systemische Wirkung sichert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirksamkeit von Tribun nach der Spritzung?

Tribun benötigt für eine optimale Aufnahme und Systemik wüchsiges Wetter mit Temperaturen ab ca. 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit, starkem Wind oder Frostgefahr sollte die Behandlung verschoben werden, da gestresste Unkräuter den Wirkstoff schlechter aufnehmen und die Kultur Schaden nehmen könnte.

Wie lange muss Tribun nach der Ausbringung regenfrei bleiben?

Nach der Anwendung von Tribun sollte eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 3 Stunden gewährleistet sein. Niederschläge innerhalb dieses Zeitfensters können den Wirkstoff von den Blättern abwaschen und die Herbizidleistung spürbar reduzieren.

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Tribun?

Aufgrund des schnellen Abbaus des Wirkstoffs Tribenuron im Boden können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im folgenden Herbst oder Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einer Fehlbehandlung sollte vor der Neueinsaat eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchgeführt werden.

Warum wird die Zugabe eines Netzmittels (Additivs) bei der Anwendung empfohlen?

Der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels verbessert die Haftung und Verteilung der Spritzbrühe auf den Blättern der Schaderreger. Dies ist besonders wichtig bei Unkräutern mit stark behaarten oder wachshaltigen Oberflächen (wie Ehrenpreis-Arten) sowie unter trockenen Witterungsbedingungen, um eine schnelle Wirkstoffaufnahme zu garantieren.

Kann Tribun mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Ja, eine Tankmischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, sollte jedoch nur in verdünnter Form (mindestens 1:1 mit Wasser) und bei trockenen Kulturen mit einer stabilen Wachsschicht erfolgen. Um Verätzungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden, darf die Mischung nicht bei intensiver Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr ausgebracht werden.