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OTHER · BASF SE

Turret 60

BVL Zul.-Nr. 024487-64

Turret 60 von BASF ist ein vielseitiges Pflanzenschutzmittel, das sowohl als hochwirksames Fungizid als auch als Wachstumsregler in wichtigen Ackerkulturen wie Winterraps und verschiedenen Getreidearten (darunter Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale) eingesetzt wird. Dank der Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Metconazol bietet das Präparat einen verlässlichen Schutz vor einem breiten Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten.

Im Getreidebau liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung ertragsmindernder Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilzen (Gelb- und Braunrost), Netzflecken sowie Fusarium-Arten. Im Winterraps zeigt Turret 60 neben einer hervorragenden Wirkung gegen die gefürchtete Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) sowie Weißstängeligkeit (Sclerotinia) einen ausgeprägten physiologischen Effekt: Es optimiert die Bestandesarchitektur durch gezieltes Stauchen und beugt so wirksam dem Lagern vor.

Durch diese duale Wirkung – starker Fungizidschutz kombiniert mit einer gezielten Wachstumsregulierung – sichert Turret 60 das Ertragspotenzial und erleichtert die Ernte. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine schnelle Wirkstoffaufnahme durch die Kultur.

Wirkstoffe

Metconazol
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Metconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3). Als klassischer Demethylierungs-Inhibitor (DMI) greift er in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Ohne Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Schäden an den Zellwänden der Schaderreger, was letztlich zum Absterben des Pilzmycels führt. Metconazol wirkt systemisch und verteilt sich nach der Aufnahme akropetal in der Kultur, wodurch auch neuer Zuwachs geschützt wird. Neben der fungiziden Wirkung beeinflusst Metconazol als Triazol auch den Phytohormonhaushalt der Kulturen. Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese wird das Streckungswachstum der Zellen gebremst. Dies führt im Raps zu einer kompakteren Wuchsform, einer verbesserten Winterhärte im Herbst und einer erhöhten Standfestigkeit im Frühjahr, während im Getreide die Halmstabilität gestärkt wird.

Resistenzmanagement

Da Metconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, besteht bei wiederholter Alleinanwendung ein mittleres Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei Schaderregern wie Septoria tritici oder Netzflecken. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte Turret 60 stets im Rahmen einer integrierten Spritzfolge mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) abgewechselt oder in Tankmischung mit Kontaktfungiziden ausgebracht werden. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind dabei essenziell.

Mischbarkeit & Tankmischung

Turret 60 zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen im Raps oder Getreide ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (in der Regel mindestens 200 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Bestände zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist meist nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme beschleunigen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein Mischungstest im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Turret 60 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit so eingestuft, dass es bei vorschriftsmäßiger Anwendung die Bienen nicht gefährdet (B4-Einstufung), was eine flexible Terminierung der Behandlungen auch in blühenden Beständen (z. B. Raps) ermöglicht.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen1.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenStauchen2 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Turret 60 im Winterraps zur Wachstumsregulierung?

Im Herbst erfolgt die Anwendung idealerweise im 4- bis 6-Blatt-Stadium (BBCH 14–16), um das Überwachsen des Rapses vor dem Winter zu verhindern und die Winterhärte zu stärken. Im Frühjahr unterstützt eine Behandlung zu Beginn des Schossens (BBCH 30–39) die Standfestigkeit und verzweigt den Raps gleichmäßiger.

Wie wirkt sich Turret 60 auf die Standfestigkeit von Wintergetreide aus?

Durch die Hemmung der Gibberellinsynthese verkürzt und festigt das Präparat die unteren Halmglieder. Dies führt zu einer stabileren Halmstruktur, verringert das Risiko von Lagerbildung bei Starkregen oder Wind und sichert somit eine effiziente, verlustfreie Ernte.

Kann Turret 60 gezielt gegen Ährenfusarium im Weizen eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung während der Blüte (BBCH 61–65) zeigt eine gute Wirkung gegen Fusarium-Arten. Dies reduziert nicht nur Ertragsverluste, sondern mindert auch das Risiko einer Mykotoxinbelastung im Erntegut erheblich.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von Turret 60?

Der Wirkstoff Metconazol ist relativ stabil gegenüber pH-Wert-Schwankungen des Spritzwassers. Dennoch begünstigt ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 5,5 bis 6,5) die Stabilität und die schnelle Aufnahme des Wirkstoffs durch die Kutikula der Kultur.

Wie lässt sich Turret 60 optimal in eine Anti-Resistenzstrategie im Getreide integrieren?

Da Metconazol ein Triazol (FRAC-Gruppe 3) ist, sollte es nicht solo in aufeinanderfolgenden Spritzungen eingesetzt werden. Kombinieren Sie es idealerweise mit einem SDHI (z. B. in der T2-Behandlung) oder wechseln Sie zu anderen Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie Septoria tritici zu minimieren.

Ist Turret 60 mischbar mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL)?

Eine Mischung mit reiner AHL wird aufgrund des erhöhten Risikos von Verbrennungen an den Blättern der Kultur nicht empfohlen. Bei Bedarf sollte AHL mit Wasser verdünnt werden, wobei die Anwendung nur in abgehärteten Beständen und bei bedecktem Himmel erfolgen sollte.