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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

U 46 D Fluid

BVL Zul.-Nr. 034066-00

U 46 D Fluid von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid-Konzentrat zur selektiven Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Getreidekulturen sowie auf Wiesen und Weiden. Als etablierter Standard im Segment der Wuchsstoffherbizide basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem hochkonzentrierten Wirkstoff 2,4-D. Es zeichnet sich durch eine schnelle und zuverlässige Wirkung aus, besonders bei wüchsigem Wetter im Frühjahr.

Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und hervorragende Mischbarkeit im Spritztank. Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender, breitblättriger Schaderreger, darunter auch hartnäckige Arten wie den Spitz-Wegerich im Grünland sowie typische Unkräuter im Getreidebau.

Durch die gezielte systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen erfasst das Mittel auch tiefwurzelnde Unkrautarten nachhaltig. Dies macht U 46 D Fluid zu einem unverzichtbaren Baustein für die Ertragssicherung im intensiven Ackerbau sowie zur qualitativen Aufwertung von Futterflächen im Grünlandbereich.

Wirkstoffe

2,4-D
602 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (ehemals Klasse O) als synthetisches Auxin eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze transportiert und reichert sich besonders in den meristematischen Wachstumsgeweben an. Dort imitiert 2,4-D das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum der empfindlichen zweikeimblättrigen Kulturen führt. Die betroffenen Schaderreger zeigen typische Symptome wie epinastische Krümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Störung des Stoffwechsels, Welken und schließlich dem vollständigen Absterben der Unkräuter innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte U 46 D Fluid stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Da der Wirkstoffmechanismus der HRAC-Gruppe 4 ein relativ geringes inhärentes Resistenzrisiko aufweist, eignet sich das Produkt hervorragend als Rotationspartner zu Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2). Ein regelmäßiger Wechsel der Wirkstoffklassen sowie mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen sichern die langfristige Wirksamkeit des Mittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

U 46 D Fluid ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets auf die physikalische Kompatibilität und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu achten. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 10 °C erfolgen, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren; extreme Hitze oder Frostperioden direkt nach der Behandlung sind zu vermeiden. Die Verwendung von ausreichend Wasser (üblicherweise 200–400 l/ha) sichert eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit U 46 D Fluid ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und Tankbefüllung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen und aktiv fliegenden Bienen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
DinkelZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenSpitz-Wegerich25–351.5 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von U 46 D Fluid im Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr ab dem Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des ersten Knotens (BBCH-Stadium 21 bis 35) der Getreidekultur. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und reagieren besonders empfindlich auf den Wirkstoff.

Welche Witterungsbedingungen begünstigen die Wirkung des Herbizids?

Da es sich um ein Wuchsstoffherbizid handelt, ist wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C sowie ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Unter diesen Bedingungen ist der Stoffwechsel der Schaderreger aktiv, was die Aufnahme und den systemischen Transport von 2,4-D in der Pflanze maximiert.

Kann U 46 D Fluid auch auf frisch eingesäten Wiesen und Weiden angewendet werden?

Nein, eine Anwendung auf jungen Grünlandeinsaaten wird nicht empfohlen, da die jungen Gräser und insbesondere eventuell beigemischte Kleearten empfindlich reagieren können. Die Behandlung sollte auf etablierten, gut verwurzelten Dauergrünlandflächen erfolgen, um Selektivitätsschäden zu vermeiden.

Wie verhält sich das Produkt gegenüber Kleearten im Grünland?

Als Breitband-Wuchsstoffherbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen schädigt U 46 D Fluid auch Kleearten (wie Rot- und Weißklee) im Grünland stark. Soll der Kleeanteil im Bestand erhalten bleiben, ist von einer flächigen Behandlung abzusehen und gegebenenfalls eine gezielte Einzelpflanzenbehandlung vorzuziehen.

Was muss bezüglich der Wartezeit vor der Nutzung des Grünlands als Futterfläche beachtet werden?

Nach der Behandlung von Wiesen und Weiden muss eine gesetzliche Wartezeit von 14 Tagen eingehalten werden, bevor die Flächen beweidet oder das Gras gemäht und als Futter (Grünfutter, Silage oder Heu) genutzt werden darf. Dies stellt sicher, dass keine Wirkstoffrückstände in die Nahrungskette von Nutztieren gelangen.

Warum ist die Abdriftvermeidung bei der Ausbringung von U 46 D Fluid besonders kritisch?

Da 2,4-D ein hochaktiver Wuchsstoff ist, können bereits geringste Spuren durch Abdrift empfindliche Nachbarkulturen (wie Weinreben, Obst, Gemüse oder Raps) schwer schädigen. Die Anwendung darf daher nur mit abdriftmindernder Düsentechnik und bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s durchgeführt werden.