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Sonstige · FLÜGEL GmbH

WildStopp

BVL Zul.-Nr. 044267-61

WildStopp ist ein bewährtes, biologisches Pflanzenschutzmittel zur Abwehr von Wildschäden (Repellent) im Forst, Zierpflanzenbau, Obstbau und Weinbau. Als hochkonzentriertes Pulver auf Basis von reinem Blutmehl (998 g/kg) wird es vor allem als Fraß-, Feg- und Schälschaden-Stopp eingesetzt. Es bietet eine umweltfreundliche und langlebige Barriere gegen Schalenwild, Feldhasen und Wildkaninchen, ohne die Kulturen chemisch zu belasten.

Das Produkt wird in Wasser suspendiert und kann je nach Kultur und Einsatzzweck entweder gespritzt, gestrichen oder im Tauchverfahren angewendet werden. Durch seine natürliche Formulierung eignet es sich hervorragend für den Einsatz in integrierten Anbausystemen sowie im ökologischen Land- und Forstbau, wo der Schutz junger Triebe und Rinden vor Wildverbiss oberste Priorität hat.

Wirkstoffe

Blutmehl
998 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von WildStopp basiert auf einem rein sensorischen Prinzip. Der aktive Wirkstoff Blutmehl verströmt nach dem Antrocknen auf der Kultur einen spezifischen Geruch, der von pflanzenfressenden Säugetieren (wie Rehen, Hirschen, Hasen und Kaninchen) instinktiv mit Gefahr, Feinden oder Tod assoziiert wird. Dieser sogenannte 'Feindgeruch' löst bei den Tieren ein natürliches Flucht- und Meideverhalten aus, sodass sie die behandelten Kulturen meiden. Da es sich um eine rein olfaktorische Abwehr handelt, müssen die Tiere die Pflanzenteile nicht erst fressen, um abgeschreckt zu werden. Dies verhindert bereits den ersten Probebiss, der oft schon erhebliche Schäden an Knospen und jungen Trieben verursacht. Die physikalische Haftung auf der Pflanze sorgt dafür, dass der Duftstoff über einen längeren Zeitraum kontinuierlich an die Umgebung abgegeben wird.

Resistenzmanagement

Da WildStopp über einen rein sensorischen (olfaktorischen) Mechanismus wirkt und keine biochemischen Zielstrukturen im Stoffwechsel der Schaderreger blockiert, ist eine klassische Resistenzbildung ausgeschlossen. Um jedoch einem potenziellen Gewöhnungseffekt (Habituation) bei extrem hohem Wilddruck oder akutem Nahrungsmangel im Winter vorzubeugen, solltest du die Anwendung strategisch planen. Eine Kombination oder der jährliche Wechsel mit mechanischen Schutzmaßnahmen (wie Wuchshüllen oder Zäunen) sowie die Freihaltung von natürlichen Wechseln des Wildes unterstützt die langfristige Wirksamkeit auf deiner Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Formulierung als suspendierbares Pulver auf Proteinbasis und der gezielten Wirkung über den Geruchssinn wird dringend empfohlen, WildStopp als Solobehandlung auszubringen. Mischungen mit klassischen Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden können die physikalischen Eigenschaften der Spritzbrühe negativ beeinflussen, zu Verstopfungen der Düsen führen oder den abschreckenden Geruchseffekt maskieren. Falls du Haftmittel oder Netzmittel zusetzen möchtest, um die Regenbeständigkeit zu erhöhen, solltest du vorab unbedingt eine Kleinstmengen-Mischprobe auf Verträglichkeit und Löslichkeit durchführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl WildStopp auf einem natürlichen organischen Rohstoff basiert, solltest du beim Ansetzen der Spritz- oder Streichbrühe die Standard-Schutzausrüstung tragen, um das Einatmen von Staub sowie Augen- und Hautkontakt zu vermeiden. Da im Datensatz keine spezifische Bienengefährdungsstufe ausgewiesen ist, gilt die allgemeine landwirtschaftliche Praxis: Vermeide Anwendungen direkt auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Bringe das Mittel bevorzugt in den Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, dass kein Eintrag in angrenzende Gewässer erfolgt, um die aquatische Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LaubholzRehwild4 GRAM_PER_PLANT
NadelholzRehwild4 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.75 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.75 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
ObstgehölzeWild, Wildkaninchen, Feldhase0.75 GRAM_PER_PLANT
ObstgehölzeWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
ObstgehölzeWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
LaubholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.75 GRAM_PER_PLANT
NadelholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.75 GRAM_PER_PLANT
LaubholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
NadelholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
LaubholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
NadelholzWild, Wildkaninchen, Feldhase0.5 GRAM_PER_PLANT
LaubholzWild, Wildkaninchen, Feldhase20 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenWild, Wildkaninchen, Feldhase20 KILOGRAM_PER_HECTARE
ObstgehölzeWild, Wildkaninchen, Feldhase20 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzWild, Wildkaninchen, Feldhase20 KILOGRAM_PER_HECTARE
ObstgehölzeWild, Wildkaninchen, Feldhase20 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie lange hält die Schutzwirkung von WildStopp nach der Anwendung an?

Die Dauer der Schutzwirkung hängt stark von der Witterung und dem Triebwachstum ab. Im Winter, wenn kein aktives Wachstum stattfindet, kann der Schutz an Nadel- und Laubholz bis zu sechs Monate anhalten. Während der Hauptvegetationsperiode im Frühjahr und Sommer wachsen neue, unbehandelte Triebe schnell nach; hier solltest du die Behandlung je nach Zuwachs und Wilddruck nach ca. 4 bis 6 Wochen wiederholen.

Was muss ich bei der Ausbringung im Spritzverfahren beachten?

Da es sich um ein Pulver aus organischem Material handelt, musst du auf eine gründliche Vorbereitung achten. Rühre das Pulver zuerst in einem separaten Eimer mit lauwarmem Wasser klumpenfrei an, bevor du es in den Spritztank gibst. Verwende ausreichend grobe Düsen und reinige die Filter sowie die gesamte Spritze unmittelbar nach der Anwendung gründlich mit Wasser, um ein Antrocknen und Verstopfen zu verhindern.

Kann ich WildStopp auch bei Frost oder Regen ausbringen?

Nein, die Anwendung sollte nur bei frostfreiem und trockenem Wetter erfolgen. Die Spritz- oder Streichbrühe benötigt einige Stunden (idealerweise einen Tag ohne Niederschlag), um auf den Pflanzenteilen vollständig abzutrocknen und einen wasserfesten Schutzfilm zu bilden. Wenn es direkt nach der Applikation regnet, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, bevor er seine Haftwirkung entfaltet.

Schadet das Mittel den behandelten Kulturen oder führt es zu Verätzungen?

Nein, WildStopp ist bei sachgemäßer Anwendung äußerst kulturverträglich. Da es sich um ein reines Naturprodukt auf Basis von Blutmehl handelt, treten keine phytotoxischen Reaktionen auf. Bei sehr weichen, frisch ausgetriebenen Zierpflanzen oder extrem empfindlichen Kulturen empfiehlt es sich jedoch, vor einer großflächigen Behandlung eine Probeanwendung an einzelnen Pflanzen durchzuführen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Repellents für meine Kultur?

Du kannst ganz einfach über unsere Kultur- und Schaderreger-Suche filtern. Wähle deine spezifische Kultur (z. B. Weinreben oder Forstgehölze) und den Schaderreger 'Wild' oder 'Feldhase' aus. Die Plattform listet dir dann alle in Deutschland (BVL) aktuell registrierten Pflanzenschutzmittel und Repellents übersichtlich auf, sodass du Wirkstoffe und Aufwandmengen direkt vergleichen kannst.