YAZU
YAZU von Amoeba SA ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel zur Vorbeugung und Bekämpfung wichtiger Pilzkrankheiten in Fruchtgemüsekulturen. Das Präparat basiert auf einem Lysat der Amöbe Willaertia magna C2c Maky (215 g/l) und vertritt eine innovative Generation von Bio-Fungiziden, die als Abwehrinduktoren wirken.
Das Produkt nimmt eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz (IPM) sowie in rückstandsfreien Anbaustrategien ein. Es wird vorrangig im Unterglas- und Freilandanbau von Solanaceen und Cucurbitaceen eingesetzt – darunter Tomaten, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen. Seine Stärke liegt in der Aktivierung der pflanzeneigenen Immunantwort vor dem eigentlichen Erregerbefall.
Das Wirkungsspektrum von YAZU deckt bedeutende Schaderreger ab, darunter verschiedene Arten des Echten Mehltaus (Erysiphe cichoracearum, Oidium neolycopersici, Leveillula taurica) sowie Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans). Es bietet eine nachhaltige Bausteinlösung ohne chemische Wirkstoffrückstände im Erntegut.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff in YAZU besteht aus einem zellfreien Lysat des Einzellers Willaertia magna (Stamm C2c Maky). Er wirkt als Elicitor (Induktor der pflanzlichen Widerstandskraft). Nach dem Belag auf der Blattoberfläche erkennen die Mustererkennungsrezeptoren der Kultur spezifische molekulare Strukturen (MAMPs) im Lysat. Dies löst eine kaskadenartige Signalkette im Pflanzengewebe aus. Die Kultur reagiert mit der Mobilisierung eigener Abwehrmechanismen: Dazu zählen die Verstärkung der Zellwände durch Lignifizierung und Kalloseeinlagerung, die Produktion von Phytoalexinen sowie die Synthese von pathogenbezogenen Proteinen (PR-Proteine). Da YAZU nicht direkt toxisch auf den Schaderreger wirkt, sondern die physische und biochemische Barriere der Kultur stärkt, ist eine präventive Applikation vor dem Infektionsgeschehen entscheidend.
Resistenzmanagement
Aufgrund des komplexen, multigenischen Wirkungsmechanismus über die Induktion der pflanzlichen Abwehr besteht für Schaderreger kein relevantes Risiko einer Resistenzentwicklung gegen YAZU. Dennoch solltest du das Präparat strategisch in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Die Kombination oder der Wechsel mit anderen Schutzmaßnahmen und Wirkstoffklassen stellt sicher, dass der Bestand auch bei extrem hohem Infektionsdruck oder ungünstigen Witterungsbedingungen lückenlos geschützt bleibt.
Mischbarkeit & Tankmischung
YAZU zeigt grundsätzlich eine gute Physiko-Chemische Verträglichkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Spurenelementdüngern. Vor dem Ansetzen größerer Spritzmengen empfiehlt sich jedoch stets ein Mischbarkeitstest im Kleinstmaßstab. Achte darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich liegt, um die Signalmoleküle des Lysats nicht zu inaktivieren. Die Beigabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung der Wachsschicht verbessern, insbesondere bei schwer benetzbaren Blattoberflächen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung von YAZU solltest du die übliche persönliche Schutzausrüstung tragen, inklusive Schutzhandschuhen und Augenschutz. Als biologisches Präparat weist YAZU ein sehr günstiges Umwelt- und Nützlingseigenschaftsprofil auf. Um Bestäuber zu schonen, solltest du Behandlungen dennoch vorzugsweise außerhalb des Bienenflugs in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchführen. Vermeide direkte Einträge und Abdrift in Oberflächengewässer oder angrenzende Saumbiotope.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Moschus-Kürbis | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Echter Mehltau (Oidium neolycopersici), Echter Mehltau (Leveillula taurica), Phytophthora infestans | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Echter Mehltau (Oidium neolycopersici), Echter Mehltau (Leveillula taurica), Phytophthora infestans | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wassermelone | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melone | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | 12–89 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich YAZU in der Wirkungsweise von klassischen Fungiziden?
Klassische Fungizide greifen Stoffwechselwege des Pilzes direkt an. YAZU wirkt dagegen als Elicitor: Es stimuliert das Immunsystem deiner Kultur, sodass diese selbst Abwehrstoffe und Zellwandverstärkungen gegen Schaderreger aufbaut.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von YAZU?
Du solltest YAZU immer rein vorbeugend ausbringen, sobald die Kultur ausreichend Blattfläche ausgebildet hat (ab BBCH 12) und bevor Infektionsbedingungen für Echten Mehltau oder Phytophthora entstehen. Bei bereits stark ausgebrochenem Befall reicht die Abwehrinduktion alleine nicht mehr aus.
Warum ist eine gute Benetzung der Blattoberfläche bei YAZU besonders wichtig?
Da der Wirkstoff lokal auf der Blattoberfläche von den Rezeptoren der Kultur wahrgenommen werden muss, erzielst du nur bei einer vollständigen und gleichmäßigen Benetzung aller Pflanzenteile eine flächendeckende Aktivierung der Eigenabwehr.
Hat das Wetter Einfluss auf die Wirksamkeit von YAZU?
Ja, da die Kultur für den Aufbau ihrer Abwehrreaktion einen aktiven Stoffwechsel benötigt. Optimal sind wüchsige Bedingungen. Vermeide die Ausbringung bei extremer Hitze oder starker UV-Einstrahlung, damit der Spritzbelag nicht zu rasch eintrocknet.
Kann YAZU mit Nützlingen im Gewächshaus kombiniert werden?
Ja, YAZU basiert auf einem biologischen Amöben-Lysat und ist nach bisherigen Erkenntnissen hervorragend verträglich mit gängigen Nützlingen wie Schlupfwespen, Raubmilben oder Hummeln im geschützten Anbau.