Melone
Die Zuckermelone (Cucumis melo, EPPO-Code: `CUMME`) gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und stellt besonders hohe Ansprüche an Wärme, Licht und Wasserverfügbarkeit. In Mitteleuropa wird diese wärmeliebende Kultur vorzugsweise im geschützten Anbau unter Glas oder Folie kultiviert, findet jedoch in klimatisch begünstigten Regionen zunehmend auch im Freiland unter Verwendung von Mulchfolien Verbreitung.
Botanisch wird die Kultur in verschiedene Sortengruppen unterteilt, darunter Cantaloupe-, Netz- und Honigmelonen. Da die Kultur extrem frostempfindlich ist und für eine optimale Fruchtentwicklung hohe Temperaturen benötigt, ist eine präzise Steuerung von Wasser- und Nährstoffhaushalt entscheidend. Ein ausgeglichenes Mikroklima minimiert zudem das Risiko für physiologische Störungen wie das Aufplatzen der Früchte kurz vor der Ernte.
Bodenmanagement
Die Kultur bevorzugt tiefgründige, humusreiche und leicht erwärmbare Böden mit einer stabilen Struktur. Da Zuckermelonen sehr empfindlich auf Staunässe reagieren, ist eine gute Drainage zwingend erforderlich. Zur Förderung der Bodenerwärmung und Unkrautunterdrückung hat sich im Freilandanbau das Auflegen von biologisch abbaubaren Mulchfolien in Kombination mit einer Tröpfchenbewässerung bewährt. Eine ausgewogene Humusversorgung durch verrotteten Stallmist oder Kompost im Vorjahr verbessert das Wasserspeichervermögen sandiger Böden erheblich. Während der Hauptwachstumsphase ist auf eine gleichmäßige Kaliumversorgung zu achten, um die Fruchtqualität und die Ausreife der Triebe zu fördern.
Schaderreger-Management
Im Pflanzenschutz steht die Prävention von Pilzkrankheiten wie dem Echten Mehltau und bodenbürtigen Erregern wie Fusarium oxysporum im Vordergrund. Ein konsequenter Fruchtwechsel von mindestens vier Jahren zu anderen Cucurbitaceen ist zur Vermeidung von Rhizoctonia solani und Welkekrankheiten unerlässlich. Gegen tierische Schaderreger wie die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) und Spinnmilben müssen im geschützten Anbau frühzeitig Nützlinge wie Raubmilben oder Schlupfwespen etabliert werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur gezielt nach Überschreiten von Schadschwellen und unter Beachtung der jeweiligen Wartezeit eingesetzt werden. Eine regelmäßige Bestandskontrolle ab dem BBCH-Stadium 51 ermöglicht es, erste Infektionsherde von Botrytis cinerea oder Didymella rasch mechanisch zu entfernen oder gezielt zu behandeln.
Sorten
Anasta
Früh bis mittelfrühHoher und sicherer Ertrag durch guten Fruchtansatz.
Resistent gegen: Fusarium-Welke, Echter Mehltau
Anfällig für: Falscher Mehltau
Sehr bewährte Cantaloupe-Melone für den geschützten und Freilandanbau. Liefert gleichmäßige, intensiv orangefleischige Früchte mit gutem Zuckergehalt.
Savor
MittelfrühMittelhoher Ertrag, Fokus liegt auf Premium-Fruchtqualität.
Resistent gegen: Fusarium-Welke
Anfällig für: Echter Mehltau, Blattläuse
Klassische Charentais-Melone mit exzellentem Aroma und feiner Netzstruktur. Benötigt für optimale Süße warme Standorte.
Arava
MittelfrühKonstant hoher Ertrag auch unter wechselhaften Sommerbedingungen.
Resistent gegen: Echter Mehltau, Fusarium-Welke
Anfällig für: Botrytis cinerea
Galia-Typ mit hellgrünem, sehr süßem Fruchtfleisch und ausgeprägter Netzbildung auf der Schale. Sehr vitaler Wuchs.
Emir
Sehr frühZuverlässiger Ertrag auch in kühleren Sommern.
Resistent gegen: Echter Mehltau
Anfällig für: Fusarium-Welke
Besonders kältetolerante Sorte, die speziell für den Freilandanbau in kühleren Regionen Mitteleuropas selektiert wurde.
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie lässt sich der optimale Erntezeitpunkt bei Zuckermelonen im Feld bestimmen?
Der optimale Erntezeitpunkt (BBCH-Stadium 89) kündigt sich durch einen intensiven, typischen Duft und das Entstehen eines feinen Risses rund um den Stielansatz an (sogenannter Trennriss). Bei Cantaloupe- und Charentais-Melonen hellt sich zudem die Grundfarbe der Schale von Grün nach Gelb auf, und die Blätter nahe der Frucht beginnen leicht zu vergilben.
Welche Rolle spielt die Bestäubung bei Cucumis melo und wie wird sie optimiert?
Da Zuckermelonen getrenntgeschlechtlich-einhäusig sind, ist eine aktive Insektenbestäubung für den Fruchtansatz zwingend erforderlich. Im geschützten Anbau müssen Hummelvölker eingesetzt werden, während im Freiland die Förderung von Wildbienen und Honigbienen durch Blühstreifen im Umfeld den Ertrag und die Fruchtform (Vermeidung von Deformationen) maßgeblich verbessert.
Wie kann das gefürchtete Platzen der Melonenfrüchte kurz vor der Ernte verhindert werden?
Das Platzen resultiert meist aus abrupten Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit während der Fruchtreife (BBCH 81–89). Eine sensorgesteuerte Tröpfchenbewässerung, die Wassergaben in dieser Phase um etwa 30–50 % reduziert, aber absolut gleichmäßig hält, stabilisiert den Turgordruck in den Früchten und verhindert Risse.
Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen mindern das Risiko für Fusarium-Welke?
Neben der Einhaltung einer weiten Fruchtfolge und dem Anbau toleranter Sorten ist die Veredelung auf resistente Unterlagen (z. B. Kürbis-Hybriden wie Cucurbita maxima x C. moschata) die effektivste Methode im professionellen Anbau. Dies schützt die Kultur zuverlässig vor bodenbürtigem Befall durch Fusarium oxysporum f. sp. melonis.
Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau bei Melonen?
Nutzen Sie die Suchfunktion in unserem Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie nach der Kultur "Zuckermelone" (oder dem EPPO-Code CUMME) sowie dem Schaderreger "Echter Mehltau". Achten Sie bei der Auswahl der Präparate besonders auf die ausgewiesenen Wartezeiten (PHI) und die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison, um Resistenzbildungen vorzubeugen.