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Sonstiger Schaderreger

Abtötung von Stockaustrieb

kill of suckers
YEXST

Die Abtötung von Stockaustrieb (EPPO-Code: YEXST), im Englischen fachspezifisch als "kill of suckers" bezeichnet, ist eine grundlegende kulturtechnische Maßnahme im professionellen Beeren- und Schalenobstbau. Besonders in Kulturen wie Roten Johannisbeeren (Ribes rubrum), Schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigrum), Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) und Haselnüssen (Corylus avellana) neigen die Pflanzen genetisch bedingt dazu, kontinuierlich neue Triebe aus der Basis oder den Wurzeln zu bilden. Diese unerwünschten Schösslinge konkurrieren stark mit der Hauptkultur um Wasser, Nährstoffe und Licht.

Aus ökonomischer Sicht ist die Regulierung dieses Austriebs von entscheidender Bedeutung. Unkontrollierter Stockaustrieb führt zu einer starken Verdichtung der Strauchbasis, was das Mikroklima verschlechtert und das Risiko für Pilzinfektionen drastisch erhöht. Zudem erschweren die dichten Triebe die mechanische Ernte und die regelmäßigen Pflegearbeiten im Bestand erheblich. Eine gezielte und termingerechte Ausschaltung dieser Triebe sichert somit die langfristige Ertragsleistung und die Vitalität der Anlage.

Typ
Sonstiger Schaderreger
EPPO-Code
YEXST
Wirte
4 Kulturen
Generationen
Kontinuierlicher Austrieb während der Vegetationsperiode
Verbreitung
Dieses agronomische Problem tritt weltweit in allen professionellen Anbauregionen von Strauchbeeren und Schalenobst auf. Ohne konsequente Regulierung kann der wirtschaftliche Schaden durch Ernteerschwerung und erhöhten Krankheitsdruck bis zu 30 % des Ertragswerts ausmachen.

Biologie / Lebenszyklus

Der Austrieb der unerwünschten Basaltriebe beginnt im zeitigen Frühjahr parallel zum Knospenaufbruch der Hauptkultur (ab BBCH 09–10). Begünstigt durch steigende Temperaturen und die Saftstromaktivierung wachsen die Schösslinge im Mai und Juni extrem rasant heran. Ohne regulierende Eingriffe verholzen diese Triebe im Laufe des Sommers rasch, wodurch sie mechanisch oder chemisch deutlich schwerer zu bekämpfen sind. Im Spätsommer und Herbst lagern die Kulturen Reservestoffe in die Wurzeln ein, was den Austrieb im Folgejahr weiter kräftigt, wenn im aktuellen Jahr keine konsequente Dezimierung erfolgt ist.

Bonitur

Die regelmäßige Kontrolle der Anlagen auf Stockaustrieb sollte ab dem Austrieb im Frühjahr (BBCH 11 bis BBCH 51) einsetzen. Ein kritischer Zeitpunkt für die erste Maßnahme ist erreicht, wenn die jungen Schösslinge eine Länge von etwa 10 bis 15 cm aufweisen und noch vollkommen krautig (nicht verholzt) sind. Zu diesem Zeitpunkt ist die Empfindlichkeit gegenüber mechanischen oder chemischen Maßnahmen am höchsten. Warte nicht, bis die Triebe verholzen oder die Strauchbasis komplett zuwachsen, da spätere Eingriffe oft stärkere Schäden an der Hauptkultur verursachen können.

Symptome

Das Auftreten von Stockaustrieb äußert sich durch das dichte, buschige Wachstum zahlreicher krautiger, oft rötlich oder hellgrün gefärbter Triebe direkt an der Stammbasis oder aus dem Bodenbereich der Kultur. Im fortgeschrittenen Stadium führen diese Triebe zu einer spürbaren Beschattung der unteren Ertragszone, einer verminderten Durchlüftung des Bestands und einer Konkurrenzsituation, die sich in kleineren Früchten und einer ungleichmäßigen Abreife der Hauptkultur bemerkbar macht.

Integriertes Management

Das integrierte Management kombiniert mechanische, thermische und chemische Verfahren. Mechanische Methoden wie das Ausreißen oder Abschlagen erfordern einen hohen Arbeitsaufwand und bergen das Risiko von Stammverletzungen. Chemisch kommen spezifisch zugelassene Pflanzenschutzmittel (Kontaktherbizide) zum Einsatz, die gezielt auf die jungen, krautigen Triebe appliziert werden. Um Rindenschäden an der Hauptkultur zu vermeiden, ist der Einsatz von Abdriftschutzdüsen oder Abschirmungen zwingend erforderlich. Im Sinne des Resistenzmanagements (HRAC-Klassifizierung) und zur Vermeidung von Selektionseffekten sollten die Wirkmechanismen der eingesetzten Herbizide im Rotationsverfahren gewechselt und die Aufwandmenge stets exakt eingehalten werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für die chemische Abtötung von Stockaustrieb?

Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn die jungen Triebe eine Länge von 10 bis maximal 15 cm erreicht haben und noch vollständig krautig sind. In diesem Stadium reicht eine geringe Aufwandmenge des Pflanzenschutzmittels aus, um eine schnelle Wirkung zu erzielen, ohne dass die verholzte Rinde der Hauptkultur geschädigt wird.

Wie verhinderst du, dass das Pflanzenschutzmittel die Hauptkultur schädigt?

Verwende bei der Applikation unbedingt spezielle Abschirmungen (Spritzschirme) und abdriftmindernde Düsen. Achte darauf, nur bei Windstille und mit geringem Druck zu arbeiten, damit kein Spritznebel an die grünen Pflanzenteile oder Blätter der Hauptkultur gelangt, was zu schweren Phytotoxizitäten führen könnte.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei dieser Behandlung?

Die Behandlung erfolgt meist zwischen den BBCH-Stadien 15 (Laubblattentwicklung) und 55 (Blütenanlagen sichtbar) der Hauptkultur. Wichtig ist, dass du die Maßnahme vor der Blüte abschließt, um Bestäuberinsekten zu schützen und die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit bis zur Ernte sicher einzuhalten.

Wie findest du im Portal die passenden Pflanzenschutzmittel für diese Anwendung?

Nutze unsere Produktsuche und filtere gezielt nach der Anwendung "Abtötung von Stockaustrieb" in Kombination mit deiner spezifischen Kultur (z. B. Haselnuss oder Rote Johannisbeere). Achte dabei stets auf die aktuellen Zulassungsbestimmungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Gibt es Einschränkungen beim Resistenzmanagement (HRAC) für diese Behandlungen?

Ja, da für diese spezielle Anwendung nur eine sehr begrenzte Anzahl an Wirkstoffklassen (oft HRAC-Gruppe 14 / PPO-Inhibitoren) zugelassen ist, musst du besonders aufmerksam sein. Wechsle, wenn möglich, zwischen chemischen Wirkstoffen und mechanischen oder thermischen Verfahren ab, um der Entstehung von resistenten Triebstrukturen vorzubeugen.

Kannst du die Abtötung von Stockaustrieb mit der normalen Unkrautbekämpfung kombinieren?

Ja, das ist in der Praxis oft möglich und spart eine Überfahrt. Viele der zur Triebabtötung zugelassenen Kontaktherbizide wirken gleichzeitig gegen zweikeimblättrige Unkräuter im Unterstockbereich. Prüfe jedoch vorab genau die Mischbarkeit der Pflanzenschutzmittel und stelle sicher, dass die kombinierte Aufwandmenge für beide Zielorganismen zugelassen ist.