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OTHER · Nichino Europe Co. Ltd.

Quickdown

BVL Zul.-Nr. 005693-00

Quickdown ist ein hochwirksames, kontaktaktiv wirkendes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Unkraut- und Triebbehandlung sowie zur Krautabtötung. Mit dem Wirkstoff Pyraflufen (26 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), hat sich das Produkt als Standardlösung in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen etabliert. Es zeichnet sich durch eine extrem schnelle visuelle Wirkung aus, die oft schon wenige Stunden nach der Applikation einsetzt.

Das Anwendungsspektrum von Quickdown ist breit gefächert. In Kartoffeln dient es als zuverlässiger Partner für die Krautabtötung (Sikkation), um die Ernte vorzubereiten und die Schalenfestigkeit der Knollen zu sichern. Im Wein- und Hopfenbau wird es erfolgreich zur Beseitigung unerwünschter Stocktriebe (Stockaustrieb) und zum Hopfenputzen eingesetzt. Darüber hinaus leistet es in Beerenobstkulturen wie Himbeeren und Johannisbeeren wertvolle Dienste bei der Ruten- und Ausläuferkontrolle sowie bei der Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter.

Durch seine reine Kontaktwirkung ohne systemischen Transport in der Kultur bietet Quickdown eine hohe Selektivität und Flexibilität, sofern eine direkte Benetzung der zu schonenden Kulturteile vermieden wird. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für das moderne, präzise Kulturmanagement.

Wirkstoffe

Pyraflufen
26 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Quickdown enthaltene Wirkstoff Pyraflufen gehört zur chemischen Klasse der Phenylpyrazole und ist als Protoporphyrinogen-Oxidase-Inhibitor (PPO-Inhibitor) klassifiziert (HRAC-Gruppe 14). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des PPO-Enzyms, was zu einer Akkumulation von Porphyrinen in den Pflanzenzellen führt. Unter dem Einfluss von Sonnenlicht und Sauerstoff entstehen hochreaktive Singulett-Sauerstoff-Radikale, welche die Zellmembranen durch Lipidperoxidation irreversibel zerstören. Dieser Prozess führt zu einem raschen Zusammenbruch der Zellstruktur, sichtbaren Nekrosen und dem anschließenden Vertrocknen des getroffenen Pflanzengewebes. Da Pyraflufen nicht in der Pflanze transportiert wird (reiner Kontaktwirkstoff), beschränkt sich die Wirkung streng auf die direkt von der Spritzbrühe getroffenen grünen Pflanzenteile. Dies ermöglicht eine sehr gezielte und kontrollierte Applikation.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen gegenüber PPO-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 14) vorzubeugen, sollte Quickdown stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden und Sikkationsmitteln, die über andere Wirkmechanismen verfügen. Zudem empfiehlt sich in Kulturen wie Kartoffeln die Kombination mit mechanischen Verfahren (wie dem Krautschlegeln), um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffklasse zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Quickdown wird für eine optimale Wirkung, insbesondere bei der Krautabtötung in Kartoffeln, häufig in Kombination mit einem spezifischen, vom Hersteller empfohlenen Additiv (z. B. auf Basis von methyliertem Pflanzenöl) ausgebracht. Dies verbessert die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen und beschleunigt die Wirkstoffaufnahme. Bei Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Flüssigdüngern ist vorab stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchzuführen. Die Anwendung sollte nicht bei extremer Hitze oder intensiver Einstrahlung in den Mittagsstunden erfolgen, um phytotoxische Effekte auf unbehandelte Kulturteile zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Quickdown sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Handhabung des Konzentrats. Der Wirkstoff Pyraflufen ist als giftig für aquatische Organismen eingestuft. Daher müssen Abdriftschutzauflagen (wie der Einsatz verlustmindernder Düsen) und die vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern penibel beachtet werden. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GewürzkräuterEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–50.4 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeStocktriebe13–610.4 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
BrombeereAbtötung von Ruten0–310.8 LITER_PER_HECTARE
KartoffelKrautabtötung91–990.8 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenAcker-Kratzdistel, Wiesen-Löwenzahn, Acker-Winde0.8 LITER_PER_HECTARE
KartoffelKrautabtötung71–910.8 LITER_PER_HECTARE
HeidelbeereEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
HimbeereAbtötung von Ruten0–310.8 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
KartoffelKrautabtötung0.8 LITER_PER_HECTARE
BrombeereAbtötung von Ruten0–310.8 LITER_PER_HECTARE
HaselnussAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
HimbeereAbtötung von Ruten0–310.8 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereAbtötung von Ausläufern41–490.8 LITER_PER_HECTARE
StaudenAcker-Kratzdistel, Wiesen-Löwenzahn, Acker-Winde0.8 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–80.4 LITER_PER_HECTARE
HeidelbeereEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–560.8 LITER_PER_HECTARE
HopfenHopfenputzen35–650.32 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereAbtötung von Stockaustrieb0–310.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt das Sonnenlicht bei der Anwendung von Quickdown?

Da der Wirkstoff Pyraflufen ein PPO-Inhibitor ist, basiert seine Wirkung auf einem lichtabhängigen Prozess. Die beste und schnellste Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung an sonnigen Tagen bei aktiver Photosynthese der Zielpflanzen erfolgt. Bei trübem Wetter verzögert sich der sichtbare Wirkungseintritt entsprechend.

Warum wird für die Krautabtötung in Kartoffeln die Zugabe eines Additivs empfohlen?

Die Zugabe eines geeigneten Additivs (wie z. B. eines methylierten Pflanzenöls) ist entscheidend, um die schützende Wachsschicht der Kartoffelblätter zu durchdringen. Dies verbessert die Benetzung und beschleunigt die Wirkstoffaufnahme von Quickdown erheblich, was zu einer gleichmäßigeren und schnelleren Krautabtötung führt.

Wie lässt sich Quickdown optimal in ein mechanisch-chemisches Verfahren zur Krautminderung integrieren?

Eine bewährte Strategie ist das mechanische Schlegeln des Kartoffelkrauts, gefolgt von einer gezielten Behandlung der verbliebenen Stängel mit Quickdown nach 1 bis 3 Tagen. Dies verhindert das Wiederaustreiben der Stängel und sichert eine schnelle Schalenfestigkeit der Knollen.

Was muss bei der Stocktriebbehandlung im Weinbau beachtet werden, um Schäden an der Kultur zu vermeiden?

Die Applikation muss absolut gezielt auf die unerwünschten Stocktriebe im unteren Stammbereich erfolgen. Ein Abdriften der Spritzbrühe in die grüne Laubwand der Reben muss durch den Einsatz von Abschirmungen oder speziellen Düsen zwingend verhindert werden, da getroffene Kulturteile ebenfalls nekrotisieren.

Kann Quickdown auch bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr effektiv eingesetzt werden?

Ja, Pyraflufen ist auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen wirksam, solange ausreichend UV-Licht für die Aktivierung des Wirkmechanismus vorhanden ist. Die visuelle Wirkung zeigt sich bei kühler Witterung lediglich etwas langsamer als im warmen Sommer.

Wie verhält sich Quickdown im Boden und gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen?

Der Wirkstoff Pyraflufen wird im Boden extrem schnell abgebaut und besitzt keine nennenswerte Bodenwirkung. Daher bestehen bei vorschriftsmäßiger Anwendung keine Einschränkungen oder Wartezeiten für den Nachbau von Folgekulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge.