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Schädling

Bleiche Getreideblattlaus

Metopolophium dirhodum
METODR

Die Bleiche Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum, EPPO-Code: METODR) ist ein bedeutender Schaderreger im europäischen Getreidebau. Sie gehört zur Familie der Röhrenblattläuse (Aphididae) und besiedelt vor allem wichtige Kulturen wie Winterweizen, Sommerweizen, Gerste und Hafer. Im Vergleich zur Großen Getreideblattlaus (Sitobion avenae) besiedelt Metopolophium dirhodum primär die mittleren und unteren Laubblätter und wandert seltener auf die Ähren ab.

Die wirtschaftliche Relevanz dieses Schaderregers ergibt sich aus zwei Schadwirkungen: dem direkten Saugschaden, der bei starkem Befall zu vorzeitiger Blattalterung und Ertragseinbußen führt, und der indirekten Schadwirkung als Vektor von Pflanzenviren. Besonders die Übertragung des Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley Yellow Dwarf Virus, BYDV) kann in anfälligen Kulturen erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen.

Das Auftreten von Metopolophium dirhodum erstreckt sich über ganz Europa und ist eng an das Vorhandensein ihrer Winterwirte (hauptsächlich Rosenarten, Rosa spp.) und Sommerwirte (Süßgräser einschließlich Getreide) gekoppelt. In Jahren mit milder Witterung im Spätwinter und warmem, trockenem Frühjahr können sich die Populationen explosionsartig vermehren.

Typ
Schädling
EPPO-Code
METODR
Wirte
5 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen im Sommer
Verbreitung
Die Bleiche Getreideblattlaus ist in den gemäßigten Klimazonen weltweit, insbesondere in ganz Europa, Nordamerika und Teilen Asiens, weit verbreitet. Ihr wirtschaftlicher Einfluss ist in feucht-gemäßigten Getreideanbauregionen Mitteleuropas am höchsten, wo sie regelmäßig als Vektor für das ertragsmindernde Gerstengelbverzwergungsvirus auftritt.
Erstbeschreibung
Walker, 1849

Biologie / Lebenszyklus

Metopolophium dirhodum ist eine holozyklische, wirtswechselnde Blattlausart. Die Überwinterung erfolgt als schwarzes, glänzendes Ei an den Knospen und Zweigen von Wild- und Kulturrosen (Rosa spp.). Im Frühjahr schlüpfen die Stammmütter (Fundatrices), die sich parthenogenetisch vermehren, bis im Mai geflügelte Morphen (Migrantes) entstehen, die auf die Sommerwirte – vor allem Getreidekulturen – abfliegen. Auf den Getreideblättern entwickeln sich im Sommer mehrere Generationen ungeflügelter und geflügelter Weibchen durch Jungfernzeugung, was bei günstiger Witterung zu einer raschen Populationsdichte führt. Im Herbst fliegen geflügelte Sexualformen (Gynoparae und Männchen) zurück auf die Rosen, wo nach der Paarung die Eiablage für die Überwinterung stattfindet.

Bonitur

Die Überwachung der Bestände beginnt im Frühjahr mit dem Schossen des Getreides (ab BBCH-Stadium 30 bis 39) und erstreckt sich bis zum Ende der Blüte (BBCH 69). Für eine repräsentative Bonitur sollten an mindestens fünf Stellen im Schlag jeweils 20 Halme (insgesamt 100 Halme) stichprobenartig auf Blattlausbesatz kontrolliert werden. Als klassischer Bekämpfungsrichtwert (Schadschwelle) in Weizen gilt in den Stadien BBCH 59 (Ende des Ährenschiebens) bis BBCH 69 ein Besatz von durchschnittlich 3 bis 5 Blattläusen pro Halm bzw. wenn 60–80 % der Halme mit mindestens einer Laus besiedelt sind. Bei der Entscheidung über eine Behandlung müssen Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegenlarven und Schlupfwespen unbedingt mit eingerechnet werden, da sie die Populationen oft unter der Schadschwelle halten können.

Symptome

Ein Befall äußert sich durch die Präsenz von hellgrünen bis gelblich-grünen, spindelförmigen Blattläusen, die typischerweise einen dunkleren grünen Längsstreifen auf dem Rücken aufweisen und vorzugsweise auf den Blattunterseiten der mittleren und unteren Blätter sitzen. Bei starkem Saugen vergilben die Blätter streifig oder flächig von der Spitze her, was die Photosyntheseleistung der Kultur mindert. Zudem scheiden die Schädlinge klebrigen Honigtau aus, auf dem sich sekundär Rußtaupilze ansiedeln, was die Blattoberfläche schwärzt. Bei einer BYDV-Infektion zeigen sich ab dem Schossen nesterweise auftretende, intensive Gelbverfärbungen der Blattspitzen, gepaart mit gestauchtem Wuchs der Kultur.

Integriertes Management

Das integrierte Management basiert auf einer Kombination aus pflanzenbaulichen, biologischen und chemischen Maßnahmen. Ackerbaulich mindern eine ausgewogene Stickstoffdüngung (Vermeidung von Luxuskonsum, der die Attraktivität für Saugschädlinge erhöht) und die Förderung von Nützlingen durch Blühstreifen das Befallsrisiko. Biologische Gegenspieler wie Marienkäfer (Coccinellidae), Florfliegen (Chrysopidae) und Schlupfwespen (Braconidae) spielen eine Schlüsselrolle bei der natürlichen Populationsregulation. Ist die Schadschwelle überschritten, ist der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Insektiziden) angezeigt. Um Resistenzen vorzubeugen, müssen Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen gemäß der IRAC-Klassifikation (z. B. Pyrethroide im Wechsel mit selektiven Fraßgiften wie Flonicamid) eingesetzt werden, wobei nützlingsschonende Präparate stets bevorzugt werden sollten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich Metopolophium dirhodum optisch von anderen Getreideblattläusen?

Metopolophium dirhodum ist schlank, spindelförmig und hellgrün bis gelblich gefärbt mit einem charakteristischen dunkelgrünen Längsstreifen auf dem Rücken. Ihre Siphonen (Hinterleibsröhren) sind hell und relativ kurz, im Gegensatz zur Großen Getreideblattlaus (Sitobion avenae), die dunkle Siphonen besitzt und meist rötlich-braun bis dunkelgrün gefärbt ist.

Warum ist die Schadschwelle für diese Blattlausart oft höher angesetzt als für Sitobion avenae?

Da Metopolophium dirhodum hauptsächlich die Laubblätter besiedelt und nur selten direkt an den Ähren saugt, ist ihr direkter Einfluss auf das Tausendkorngewicht (TKG) geringer als bei Sitobion avenae, welche direkt an den Spindeln und Kornanlagen saugt und dadurch den Ertrag unmittelbarer schädigt.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Entscheidung für eine chemische Behandlung?

Eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln ist meist nur zwischen den BBCH-Stadien 51 (Beginn des Ährenschiebens) und 69 (Ende der Blüte) wirtschaftlich sinnvoll. Ab dem Stadium der Teigreife (BBCH 83) haben Saugschäden kaum noch Einfluss auf den Ertrag, und die Wartezeiten der Präparate lassen eine Anwendung oft nicht mehr zu.

Wie kann ich im agronomy.farmable.tech Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln suchen?

Nutzen Sie die Such- und Filtersysteme im Hub, indem Sie nach dem Schaderreger "Metopolophium dirhodum" oder "Bleiche Getreideblattlaus" filtern. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweizen) aus, um eine Liste der aktuell in Ihrem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen, maximaler Anwendungen und Wartezeiten zu erhalten.

Wie beeinflusst die Witterung das Risiko einer BYDV-Übertragung durch diese Blattlaus?

Milde Herbstmonate verlängern die Aktivitätsphase der geflügelten Rückwanderer und begünstigen die Virusübertragung auf frisch auflaufende Wintergetreidekulturen. Ein kalter, frostiger Winter reduziert die Überlebensrate der Eier an den Winterwirten, während ein warmes, trockenes Frühjahr die Vermehrung und den Überflug im Sommer beschleunigt.

Welche IRAC-Klassen stehen für die Bekämpfung zur Verfügung und wie vermeide ich Resistenzen?

Zur Bekämpfung stehen Wirkstoffe aus den IRAC-Klassen 3A (Pyrethroide), 4A (Neonicotinoide, sofern für Notfallsituationen zugelassen) und 29 (Flonicamid) zur Verfügung. Um Resistenzen zu vermeiden, sollten Sie Pyrethroide restriktiv einsetzen, nützlingsschonende selektive Wirkstoffe bevorzugen und Wirkstoffklassen bei aufeinanderfolgenden Anwendungen konsequent rotieren.