Alle Mittel
OTHER · Life Scientific Limited

TARAK

BVL Zul.-Nr. 007213-00

TARAK ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer breiten Palette beißender und saugender Schaderreger in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen wie Getreide, Raps, Kartoffeln und Rüben sowie im Gemüse- und Forstbereich. Formuliert als flüssiges Konzentrat basiert das Präparat auf dem bewährten Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin. Es zeichnet sich durch eine schnelle Initialwirkung (Knock-down-Effekt) sowie eine hervorragende Dauerwirkung aus, die die behandelten Kulturen zuverlässig vor irreversiblem Fraß- und Saugschaden schützt.

Durch die vielseitige Zulassung deckt TARAK kritische Anwendungsfenster ab – vom frühen Schutz des Getreides vor virusübertragenden Blattläusen im Herbst bis hin zur Absicherung des Rapsertrags gegen Schadinsekten im Frühjahr. Dank seiner Formulierung haftet der Wirkstoff hervorragend auf der Blattoberfläche und bietet somit auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen einen verlässlichen Schutzfilm.

Wirkstoffe

lambda-Cyhalothrin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TARAK enthaltene Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift und greift direkt in das Nervensystem der Schaderreger ein. Durch die Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen wird der Einstrom von Natriumionen dauerhaft gestört. Dies führt zu einer unkontrollierten Dauererregung der Nervenbahnen, gefolgt von Koordinationsstörungen, Krämpfen und schließlich dem schnellen Absterben der Schädlinge. Da der Wirkstoff nicht systemisch ist, müssen die Schaderreger den Belag entweder direkt bei der Spritzung berühren oder ihn über die behandelten Pflanzenteile aufnehmen. Die ausgeprägte Sofortwirkung stoppt die Fraß- und Saugtätigkeit der Insekten unmittelbar nach dem Kontakt, was insbesondere bei der Vektorenübertragung von Pflanzenviren von entscheidender Bedeutung ist.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder verschiedenen Blattlausarten, wirksam vorzubeugen, muss TARAK im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Ein wiederholter Solo-Einsatz von Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 3A ist strikt zu vermeiden. Stattdessen sollten Behandlungen konsequent mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen und alternativen Wirkungsmechanismen (wie z. B. IRAC-Gruppe 4 oder 9) abgewechselt oder in zulässigen Tankmischungen kombiniert werden. Zudem sollten die Behandlungen streng an den offiziellen Schadschwellen ausgerichtet werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

TARAK zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit einer Vielzahl gängiger Fungizide, Herbizide und flüssiger Blattdünger. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischpartner nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei TARAK in der Regel als eine der letzten Komponenten hinzugefügt wird. Da eine lückenlose Benetzung der Kultur für den Bekämpfungserfolg ausschlaggebend ist, sollte die Wassermenge an die Bestandsdichte angepasst werden. Extrem alkalische Spritzwasserbedingungen sind zu vermeiden, da sie den Abbau des Wirkstoffs beschleunigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als Pyrethroid ist der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin als hochtoxisch für aquatische Organismen und nützliche Gliederfüßer eingestuft. Bei der Anwendung von TARAK sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (wie z. B. durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern darf das Pflanzenschutzmittel in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen fliegen, nur außerhalb des täglichen Bienenflugs (vorzugsweise in den Abendstunden) ausgebracht werden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) lückenlos zu tragen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterhaferBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
GersteBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
KartoffelBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneBlattrandkäfer75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
FutterrübeBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE28T
RapsRapsglanzkäfer55–9975 MILLILITER_PER_HECTARE
HaferBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeErdflöhe (Halticinae), Erdraupen, Rübenfliege75 MILLILITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
HartweizenBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
ErbseErbsenwickler, Blattrandkäfer, Grüne Erbsenblattlaus75 MILLILITER_PER_HECTARE28T
HartweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohleBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
MöhreErdraupen75 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Blattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
WintergersteBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
RapsRapserdfloh75 MILLILITER_PER_HECTARE
PastinakErdraupen75 MILLILITER_PER_HECTARE14T
RapsKohlschotenmücke, Kohlschotenrüssler55–9975 MILLILITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von TARAK gegen den Rapserdfloh?

Die Behandlung sollte sich nach den regionalen Schadschwellen richten, die meist mittels Gelbschalenfängen oder durch die Bonitur des Lochfraßes an den Keimblättern ermittelt werden. Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt in der Regel im frühen Herbst (BBCH-Stadium 10 bis 19), sobald die adulten Käfer in den Bestand einwandern und die Schadschwelle überschritten ist.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Wirksamkeit von TARAK aus?

Pyrethroide wie das in TARAK enthaltene Lambda-Cyhalothrin weisen eine negative Temperaturabhängigkeit auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (optimal unter 20 °C) am höchsten und stabilsten ist. Bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung baut sich der Wirkstoff schneller ab, und die Zielorganismen können ihn metabolisieren, bevor eine tödliche Dosis erreicht wird. Planen Sie Anwendungen daher bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Warum ist die Wassermenge bei der Applikation von TARAK so entscheidend?

Da TARAK ein reines Kontakt- und Fraßgift ohne systemische Eigenschaften ist, sterben nur Schaderreger ab, die direkt getroffen werden oder mit dem Spritzbelag in Berührung kommen. Eine hohe Wassermenge (je nach Kultur und Bestandsdichte meist zwischen 200 und 400 l/ha) und eine feintropfige Applikation sichern die notwendige, lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile – auch im Inneren des Bestandes.

Kann TARAK zur Verhinderung von Virusinfektionen im Getreide eingesetzt werden?

Ja, TARAK ist hervorragend geeignet, um Blattläuse als Virusvektoren (z. B. für das Gerstengelbverzwergungsvirus - BYDV) im Herbst zu bekämpfen. Durch den schnellen Knock-down-Effekt wird die Saugtätigkeit der Blattläuse sofort unterbunden, was die Primärinfektion und die anschließende nesterweise Ausbreitung des Virus im Getreidebestand effektiv stoppt.

Was muss beim Einsatz von TARAK in Gebieten mit bekannter Pyrethroid-Resistenz beachtet werden?

In Regionen, in denen Schaderreger wie der Rapsglanzkäfer bereits eine nachgewiesene Resistenz gegen Pyrethroide der Klasse II aufweisen, wird die Wirkung von TARAK unzureichend sein. In diesen Fällen müssen Sie zwingend auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen ausweichen, um einen Bekämpfungserfolg zu sichern und eine weitere Resistenzselektion zu verhindern.

Wie verhält sich TARAK bezüglich des Bienenschutzes?

Aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs müssen die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Bienen genau beachtet werden. Auch wenn das Mittel je nach Zulassungsauflage zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden darf, empfiehlt es sich generell, Behandlungen in blühenden Beständen ausschließlich nach dem täglichen Bienenflug am Abend durchzuführen, um jegliches Risiko für Bestäuber zu minimieren.