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Kultur

Kresse

Lepidium sativum
LEPSA

Die Gartenkresse (Lepidium sativum, EPPO-Code: LEPSA) ist eine extrem schnellwüchsige, einjährige Kultur aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie wird in Mitteleuropa sowohl im Freiland als auch ganzjährig unter Glas angebaut. Hauptsächlich erfolgt die Nutzung im sehr frühen BBCH-Stadium als Keimsprossen oder Mikrogrün (Microgreens), seltener als ausgewachsene Blattherb-Kultur. Aufgrund der kurzen Kulturzeit von oft nur wenigen Tagen bis Wochen stellt sie besondere Anforderungen an die Keimschnelligkeit und die Gleichmäßigkeit des Auflaufens.

Im professionellen Anbau ist eine präzise Steuerung von Feuchtigkeit und Temperatur entscheidend, um Pilzinfektionen in den dichten Beständen zu vermeiden. Da die Kultur meist als Ganzes geerntet und frisch vermarktet wird, gelten extrem strenge Rückstandshöchstmengen für Pflanzenschutzmittel. Dies macht vorbeugende Kulturmaßnahmen und eine sorgfältige Standortwahl zum wichtigsten Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis September (Freiland), ganzjährig (Gewächshaus)
Erntefenster
Ganzjährig (unter Glas), April bis Oktober (Freiland)
Reihenabstand
8–15 cm (im Freiland; im Gewächshaus oft Breitbandsaat oder auf Vlies)
Typischer Ertrag
1,2–2,5 kg/m² (Frischware)
Wärmesumme (GDD)
750
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau der Kultur ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ohne grobe Kluten zwingend erforderlich, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu garantieren. Bevorzugt werden humose, sandige Lehme mit guter Wasserführung, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Da die Kultur eine extrem kurze Vegetationszeit aufweist, ist eine direkte organische Düngung unmittelbar vor der Aussaat ungeeignet; stattdessen sollte die Nährstoffversorgung aus den Bodenvorräten oder einer gut verrotteten Vorfrucht erfolgen. Der pH-Wert sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen, um die Nährstoffverfügbarkeit zu optimieren. Eine flache Saatgutablage von maximal 0,5 bis 1 cm Tiefe sichert das schnelle Durchstoßen der Keimlinge. Nach der Aussaat ist eine gleichmäßige, feine Beregnung entscheidend, um Verschlämmungen zu verhindern.

Schaderreger-Management

Aufgrund der extrem kurzen Standzeit im Erwerbsanbau ist der chemische Pflanzenschutz stark limitiert, weshalb vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund stehen. Zu den bedeutendsten Schaderregern gehören bodenbürtige Pilze wie Sclerotinia sclerotiorum, Sclerotinia minor und Botrytis cinerea, die besonders bei zu dichten Beständen und hoher Luftfeuchtigkeit Umfallkrankheiten und Fäulnis verursachen. Eine weite Fruchtfolge zu anderen Kreuzblütlern und anfälligen Wirtspflanzen ist zur Vermeidung von Sclerotinia-Sklerotien im Boden unerlässlich. Der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln muss streng auf die kurzen Wartezeiten abgestimmt sein, weshalb biologische Präparate oder physikalische Barrieren bevorzugt werden. Gegen tierische Schädlinge wie Erdflöhe helfen engmaschige Kulturschutznetze direkt ab der Aussaat. Eine optimierte, bedarfsgerechte Bewässerung in den Morgenstunden sorgt dafür, dass die Bestände rasch abtrocknen und Infektionsbedingungen für Pilze minimiert werden.

Sorten

Gekrauste

Sehr früh (10–14 Tage)

Sehr ertragreich bei dichter Aussaat.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Sclerotinia-Arten

Der Klassiker im Erwerbsanbau mit stark geschlitzten, krausen Blättern und hoher Standfestigkeit.

Cressida

Früh (12–15 Tage)

Gleichmäßiger, hoher Ertrag im Unterglas-Anbau.

Anfällig für: Erdflöhe, Botrytis cinerea

Feingliedrige, raschwüchsige Sorte mit aufrechtem Wuchs, ideal für den maschinellen Schnitt.

Frida

Früh

Stabile Erträge auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr.

Anfällig für: Falscher Mehltau

Widerstandsfähige Sorte mit dunkelgrünen Blättern und ausgeprägtem, scharfem Aroma.

Breitblättrige

Mittelfrüh (14–18 Tage)

Hohe Blattmasse, aber anfälliger für Staunässe.

Anfällig für: Sclerotinia sclerotiorum, Trockenstress

Bildet größere, glatte Blätter und eignet sich besonders für den Freilandanbau im Sommer.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie verhinderst du Sclerotinia-Infektionen bei der Gartenkresse im geschützten Anbau?

Da Sclerotinia-Arten (Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor) im feuchtwarmen Mikroklima dichter Bestände explodieren, musst du die Aussaatstärke exakt kalibrieren und für eine exzellente Belüftung sorgen. Vermeide Überkopf-Bewässerung am Nachmittag, damit die Kultur vor der Nacht vollständig abtrocknet. Zudem hilft eine konsequente Hygiene der Stellflächen und Substrate.

Welche Rolle spielen die BBCH-Stadien bei der Terminierung von Pflanzenschutzmaßnahmen?

Aufgrund der extrem kurzen Kulturzeit findet die Ernte meist schon im BBCH-Stadium 12 bis 14 (Entwicklung der ersten Laubblätter) statt. Chemische Pflanzenschutzmittel haben oft Wartezeiten, die diese kurze Spanne überschreiten. Behandlungen müssen daher fast ausschließlich vor der Saat oder unmittelbar beim Auflaufen (BBCH 09) erfolgen; im späteren Verlauf sind nur noch biologische Mittel oder physikalische Maßnahmen zulässig.

Wie gehst du im Freilandanbau effektiv gegen den Erdfloh vor?

Erdflöhe können junge Kressebestände innerhalb weniger Stunden komplett vernichten. Du solltest direkt nach der Aussaat ein extrem engmaschiges Kulturschutznetz (Maschenweite max. 0,8 mm) lückenlos auflegen. Halte den Boden zudem durch regelmäßiges, leichtes Hacken und Feuchthalten unattraktiv für die Schädlinge, da sie trockene, rissige Böden bevorzugen.

Warum ist die Fruchtfolge bei Gartenkresse trotz der kurzen Kulturzeit so wichtig?

Gartenkresse gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae) und ist somit anfällig für Kohlhernie und bodenbürtige Schaderreger wie Sclerotinia. Wenn du Kresse im Freiland anbaust, musst du eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Brassicaceen (wie Kohl, Raps oder Radieschen) einhalten, um eine Anreicherung dieser Erreger im Boden zu verhindern.

Wie findest du im farmable.tech-Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel für Kresse?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Kulturen und wähle „Gartenkresse“ oder die entsprechende Obergruppe aus. Achte bei der Suche besonders auf die spezifische Zulassung für das jeweilige Anbausystem (Freiland oder Gewächshaus) sowie auf die angegebene Wartezeit, um Konflikte mit dem schnellen Erntetermin zu vermeiden.