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Kultur

Kresse

Lepidium sativum
LEPSA

Die Gartenkresse (Lepidium sativum), in der landwirtschaftlichen Praxis und im Handel meist einfach als Kresse bezeichnet (EPPO-Code: LEPSA), ist eine extrem schnellwüchsige, einjährige Kultur aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie wird in Mitteleuropa sowohl im intensiven Freilandanbau als auch ganzjährig unter Glas kultiviert. Aufgrund ihrer kurzen Entwicklungszeit von oft nur zwei bis drei Wochen bis zur Ernte stellt sie besondere Anforderungen an die Fruchtfolge und die schnelle Bereitstellung von Nährstoffen.

Die Kultur zeichnet sich durch einen scharfen, senfölartigen Geschmack aus, der durch Glucosinolate hervorgerufen wird. Im erwerbsmäßigen Anbau wird Gartenkresse meist als Schnittkresse geerntet, wenn die ersten echten Laubblätter gut entwickelt sind (BBCH-Stadium 14 bis 19). Ein präzises Feuchtigkeitsmanagement ist während der gesamten Keim- und Wachstumsphase entscheidend, da die flachwurzelnde Kultur empfindlich auf Trockenstress reagiert.

Der Anbau erfordert eine sorgfältige Saatbettbereitung, da das feine Saatgut flach abgelegt werden muss. Durch die extrem kurze Standzeit im Feld ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark limitiert, weshalb präventive Kulturmaßnahmen und die Wahl des richtigen Standorts eine überragende Rolle spielen, um Schaderreger wie bodenbürtige Pilze oder Schadinsekten effektiv zu kontrollieren.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis September (Freiland), ganzjährig (Unterglas)
Erntefenster
April bis Oktober (Freiland), ganzjährig (Unterglas)
Reihenabstand
10–15 cm
Typischer Ertrag
1,5–2,5 kg/m²
Wärmesumme (GDD)
600
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Gartenkresse bevorzugt humose, gut strukturierte Böden mit gleichmäßiger Wasserführung und einem pH-Wert im neutralen Bereich. Da die Kultur ein sehr feines Saatbett benötigt, muss der Boden vor der Aussaat feinkrümelig und rückverfestigt werden, um einen optimalen Bodenschluss für die flach abzulegenden Samen zu gewährleisten. Eine moderate, aber schnell verfügbare Stickstoffgabe vor der Saat ist ausreichend, da der Nährstoffbedarf aufgrund der kurzen Vegetationszeit insgesamt gering ist. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da sie die Entstehung von bodenbürtigen Erregern massiv begünstigt. Nach der Ernte verbleiben kaum Ernterückstände auf der Fläche, weshalb die Kultur hervorragend in enge Fruchtfolgen integriert werden kann, sofern der zeitliche Abstand zu anderen Brassicaceen eingehalten wird.

Schaderreger-Management

Aufgrund der extrem kurzen Kulturzeit der Gartenkresse ist der chemische Pflanzenschutz stark eingeschränkt, weshalb der Fokus auf vorbeugenden Maßnahmen liegt. Zu den bedeutendsten Schaderregern gehören bodenbürtige Pilze wie Sclerotinia sclerotiorum und Botrytis cinerea, die insbesondere bei zu dichter Saat und hoher Luftfeuchtigkeit Keimlingsfäule verursachen. Ein weites Saatgitter und eine bedarfsgerechte, bodennahe Bewässerung mindern das Infektionsrisiko erheblich. Gegen tierische Schädlinge wie Erdflöhe, die besonders im trockenen Sommerfreilandanbau erhebliche Fraßschäden verursachen können, schützt der frühzeitige Einsatz von Kulturschutznetzen. Sollte eine Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel unumgänglich sein, müssen die strengen gesetzlichen Wartezeiten und die spezifischen Zulassungen für diese kurzlebige Kultur zwingend beachtet werden.

Sorten

Einfache

Sehr früh (10–14 Tage)

Hoher Ertrag bei sehr schneller Jugendentwicklung.

Anfällig für: Erdflöhe, Falscher Mehltau

Die bewährte Standardsorte für den schnellen Anbau. Zeichnet sich durch glatte, intensiv grüne Blätter und einen kräftigen, scharfen Geschmack aus.

Krause

Mittelfrüh (14–18 Tage)

Mittlerer, aber qualitativ hochwertiger Ertrag.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Keimlingskrankheiten

Beliebte Sorte mit stark gekrausten Blättern, die weniger anfällig für das Umknicken bei der Ernte sind. Schießt etwas langsamer ins Kraut als einfache Sorten.

Breitblättrige

Mittelfrüh (15–20 Tage)

Sehr hoher Blattertrag durch breite Blattspreiten.

Anfällig für: Sclerotinia-Arten, Botrytis cinerea

Bildet deutlich größere Blätter als die einfache Kresse und eignet sich hervorragend für den professionellen Schnittkresse-Anbau im Freiland.

Cresso

Mittelfrüh (12–16 Tage)

Sehr homogener Ertrag, ideal für die maschinelle Ernte.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Erdflöhe

Eine professionelle Selektion für den Erwerbsanbau, die sich durch hohe Triebkraft und gleichmäßigen Wuchs auszeichnet.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Keimlingskrankheiten im Kresseanbau ohne chemische Pflanzenschutzmittel minimieren?

Die wirksamste Maßnahme ist die Regulierung der Saatdichte und des Mikroklimas. Eine zu dichte Aussaat fördert stehende Feuchtigkeit im Pflanzenbestand, was Schaderreger wie Sclerotinia begünstigt. Durch eine präzise, nicht zu hohe Aussaatstärke und eine optimierte Belüftung im Gewächshaus bzw. windoffene Lagen im Freiland trocknen die Bestände nach der Bewässerung schnell ab, wodurch Pilzsporen die Infektionsbasis entzogen wird.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung der Kresseernte im Erwerbsanbau?

Für den Frischmarkt wird Gartenkresse fast ausschließlich in den BBCH-Stadien 14 bis 19 (Entwicklung der ersten Laubblätter bis hin zur vollständigen Blattentwicklung vor dem Schossen) geerntet. Sobald die Kultur das BBCH-Stadium 51 (Beginn der Knospenbildung) erreicht, verändern sich Geschmack und Textur negativ – die Blätter werden bitter und zäh. Das Erntefenster ist somit extrem eng und erfordert tägliche Kontrollen.

Warum ist die Einhaltung der Fruchtfolge bei Gartenkresse trotz der kurzen Standzeit so wichtig?

Als Kreuzblütler ist Gartenkresse anfällig für typische Fruchtfolgekrankheiten wie Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) und bodenbürtige Schaderreger wie Sclerotinia. Um eine Anreicherung dieser Erreger im Boden zu verhindern, sollte eine Anbaupause von mindestens drei bis vier Jahren zu anderen Brassicaceen (wie Kohl, Raps oder Radieschen) auf derselben Fläche eingehalten werden.

Wie reagiert man im Freilandanbau am besten auf einen drohenden Befall durch Erdflöhe?

Da chemische Pflanzenschutzmittel aufgrund extrem kurzer Wartezeiten oft nicht praxistauglich sind, ist das lückenlose Abdecken der Beete mit feinen Kulturschutznetzen (Maschenweite unter 0,8 mm) direkt nach der Saat die effektivste Abwehrmethode. Zudem hilft ein konstant feuchtes Saatbett, da Erdflöhe trockene und warme Bedingungen bevorzugen.

Wie finde ich im Agronomie-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel für Gartenkresse unter Berücksichtigung der Wartezeit?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank und filtern Sie gezielt nach der Kultur "Gartenkresse" (oder der Obergruppe "Frische Kräuter") sowie dem gewünschten Schaderreger. Achten Sie in den Produktdetails besonders auf die Spalte "Wartezeit" (PHI) – bei Kresse sind oft nur Anwendungen mit sehr kurzen Wartezeiten von wenigen Tagen oder biologische Mittel (z. B. auf Basis von Bacillus amyloliquefaciens) praxistauglich.