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OTHER · Syngenta Agro GmbH

ORONDIS Vip

BVL Zul.-Nr. 00B074-00

ORONDIS Vip ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von Syngenta, das speziell für den Schutz von Gemüse- und Sonderkulturen gegen Oomyceten-Schaderreger entwickelt wurde. Das Pflanzenschutzmittel kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten wie Falschen Mehltaupilzen und Phytophthora-Arten zu gewährleisten. Durch seine flüssige Formulierung lässt es sich präzise dosieren und hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.

Dank der ausgeprägten systemischen und translaminaren Eigenschaften der Wirkstoffe verteilt sich das Produkt schnell und gleichmäßig in der Kultur. Dies sorgt nicht nur für einen exzellenten Schutz der behandelten Pflanzenteile, sondern schützt auch den Neuzuwachs zuverlässig von innen heraus. Zudem ist der Wirkstofffilm bereits kurze Zeit nach der Antrocknung extrem regenfest.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Kulturen wie Zwiebelgemüse, Salate und Kohlgewächse. Hier zeigt ORONDIS Vip eine herausragende Wirkung gegen aggressive Schaderreger wie Peronospora destructor, Bremia lactucae und Phytophthora porri, was es zu einem unverzichtbaren Baustein für die Ertragssicherung im professionellen Anbau macht.

Wirkstoffe

Metalaxyl-M
174.4 g/L · Wirkstoff
Oxathiapiprolin
30 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von ORONDIS Vip basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher biochemischer Wirkmechanismen. Der innovative Wirkstoff Oxathiapiprolin gehört zur FRAC-Gruppe 49 (Piperidinyl-Thiazol-Isoxazoline). Er blockiert gezielt das Oxysterol-Bindungsprotein (OSBP) in den Zellen der Oomyceten, was den Lipidtransport und die Membranbiosynthese stört. Dieser völlig neuartige Angriffspunkt führt bereits bei geringen Aufwandmengen zu einem schnellen Absterben des Schaderregers in fast allen Entwicklungsstadien. Ergänzt wird dieser Schutz durch Metalaxyl-M, einen bewährten Wirkstoff aus der FRAC-Gruppe 4 (Phenylamide). Metalaxyl-M hemmt die RNA-Polymerase I der Pilze und unterbindet dadurch die Synthese ribosomaler RNA, was das Myzelwachstum und die Sporenbildung im Inneren der Kultur effektiv stoppt. Durch diese Kombination wird der Schaderreger an zwei unterschiedlichen physiologischen Prozessen attackiert, was die Kurativleistung maximiert und das Risiko von Wirkungsverlusten minimiert.

Resistenzmanagement

Da Oxathiapiprolin (FRAC-Gruppe 49) einen hochspezifischen Einwirkungsort besitzt, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Selektion resistenter Biotypen von Falschen Mehltaupilzen vorzubeugen, sollte ORONDIS Vip streng im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen darf nicht überschritten werden, und das Produkt sollte bevorzugt präventiv oder bei ersten Befallssymptomen in eine Spritzfolge integriert werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

ORONDIS Vip ist im Allgemeinen gut verträglich und kann mit den meisten gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern in der Praxis gemischt werden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühemengen wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Becherglas-Test) durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen, insbesondere bei dichtem Laubwerk oder schwer benetzbaren Oberflächen wie bei Zwiebeln, sollte auf eine ausreichende Wassermenge und gegebenenfalls den Zusatz eines zugelassenen Netzmittels geachtet werden. Extrem alkalisches Mischwasser ist zu vermeiden, um die Stabilität der Wirkstoffe nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) zu tragen, um direkten Anwenderkontakt zu vermeiden. Aufgrund der Toxizität der Wirkstoffe gegenüber aquatischen Organismen sind die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten, um den Eintrag in Gewässer durch Abdrift oder Abschwemmung zu verhindern. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Applikation außerhalb des täglichen Bienenflugs erfolgen, um Wildbienen und andere Bestäuber zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
WinterheckenzwiebelPhytophthora porri12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
WinterheckenzwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
SchalottePhytophthora porri12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
ÖlraukeFalscher Mehltau (Bremia lactucae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
KornblumeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Gemeine RingelblumeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
KapuzinerkresseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
ZucchiniFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchPhytophthora porri12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
KresseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Gelber PortulakFalscher Mehltau (Peronospora farinosa)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
ErbseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
StielmusFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
SareptasenfFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
KohlgemüseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
KohlrübeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
SpinatFalscher Mehltau (Peronospora farinosa)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
SpeisezwiebelPhytophthora porri12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
PorreeFalscher Mehltau (Peronospora destructor)12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePhytophthora porri12–990.5 LITER_PER_HECTARE21T
StielmusFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
KohlrübeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
SareptasenfFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
KohlgemüseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
EissalatFalscher Mehltau (Bremia lactucae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
ÖlraukeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
ErbseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)12–990.5 LITER_PER_HECTARE14T
EissalatFalscher Mehltau (Bremia lactucae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T
KresseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)12–490.5 LITER_PER_HECTARE10T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0–180.5 LITER_PER_HECTARE10T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von ORONDIS Vip?

Die erste Behandlung sollte idealerweise rein präventiv erfolgen, bevor erste sichtbare Symptome des Falschen Mehltaus im Feld auftreten. Ein optimaler Zeitpunkt ist bei einsetzender Infektionsgefahr (gemeldet durch Prognosemodelle) ab dem Erreichen der kritischen BBCH-Stadien der jeweiligen Kultur, um den systemischen Schutz im jungen, stark wachsenden Gewebe aufzubauen.

Warum ist die systemische Wirkung von Metalaxyl-M in diesem Produkt so wichtig?

Metalaxyl-M wird extrem schnell über die Wurzeln und Blätter aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies garantiert, dass auch nach der Spritzung neu gebildete Blätter und Triebe vor einer Infektion geschützt sind, was besonders in Phasen des schnellen Massenwachstums von unschätzbarem Wert ist.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Applikation auf die Wirksamkeit aus?

ORONDIS Vip verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Da beide Wirkstoffe rasch in das pflanzliche Gewebe eindringen (Oxathiapiprolin haftet zudem stark an der Wachsschicht), ist der Schutzfilm meist schon 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen der Spritzbrühe vollkommen waschfest. Ein moderater Niederschlag nach dieser Zeit beeinträchtigt die Wirkung nicht.

Kann ORONDIS Vip auch im Gewächshaus eingesetzt werden?

Die Zulassung von ORONDIS Vip umfasst spezifische Anwendungen im Freiland sowie unter Glas (Gewächshaus) für bestimmte Kulturen. Es ist zwingend erforderlich, die genauen BVL-Zulassungsbestimmungen für die jeweilige Kultur zu prüfen, da sich Wartezeiten und maximale Anwendungszahlen zwischen Freiland- und Gewächshausanbau unterscheiden können.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

Für eine optimale Stabilität und Wirkung der Wirkstoffe sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen (pH 5,5 bis 7,0). Stark alkalisches Wasser (pH > 8) kann zu einem schnelleren chemischen Abbau der Wirkstoffe in der Spritztankmischung führen und sollte vorab mit einem pH-Regulator gepuffert werden.

Wie finde ich heraus, ob ORONDIS Vip für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Auf agronomy.farmable.tech können Sie über die Kulturen-Suche direkt nach Ihrer spezifischen Kultur filtern. Dort sehen Sie die exakten Zulassungsdetails, Aufwandmengen und die spezifischen Wartezeiten (die je nach Kultur zwischen 10 und 21 Tagen variieren), um eine absolut rechtskonforme Anwendung in Ihrem Betrieb sicherzustellen.