ARVALIN
ARVALIN ist ein hochwirksames, gebrauchsfertiges Rodentizid zur gezielten Bekämpfung der Feldmaus (Microtus arvalis). Als bewährtes Pflanzenschutzmittel wird es in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt, darunter im Ackerbau, auf Grünlandflächen, im Obstbau sowie im Weinbau. Die Formulierung als attraktiver Köder garantiert eine schnelle und zuverlässige Aufnahme durch den Schaderreger.
Feldmäuse können durch Loch- und Gangbauten sowie durch den Fraß an Wurzeln, Knollen und Rinden massive wirtschaftliche Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. ARVALIN bietet hier eine schnelle und effektive Lösung, um Populationsspitzen insbesondere in sogenannten Mäusejahren effektiv einzudämmen und Ernteausfälle zu verhindern.
Die Köderlinsen sind speziell auf die Fraßgewohnheiten von Nagetieren abgestimmt. Sie zeichnen sich durch eine gute Stabilität unter normalen Feldbedingungen aus, zerfallen jedoch nach der Aufnahme im Magen des Schädlings rasch, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Die Anwendung erfolgt gezielt und umweltschonend direkt in die Nagetiergänge.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff in ARVALIN ist Zinkphosphid (25 g/kg). Nach der Aufnahme des Köders durch den Schaderreger reagiert das Zinkphosphid im sauren Milieu des Magens mit der dort vorhandenen Salzsäure. Bei dieser chemischen Reaktion wird hochgiftiger Phosphorwasserstoff (Phosphin, PH3) im Körper des Nagetiers freigesetzt. Das freigesetzte Gas blockiert die Zellatmung, indem es wichtige Enzyme in den Mitochondrien hemmt. Dies führt innerhalb weniger Stunden zu einem schnellen und schmerzlosen Kreislaufkollaps sowie zum Organversagen der Feldmaus. Da die Reaktion im Inneren des Körpers stattfindet, wird der Wirkstoff weitgehend abgebaut, bevor der Kadaver verwest.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Zinkphosphid um einen akut wirkenden, anorganischen Wirkstoff mit einem physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus handelt, ist eine physiologische Resistenzbildung bei Feldmäusen praktisch ausgeschlossen. Das primäre Ziel im Resistenzmanagement ist hier die Vermeidung von Köderscheu. Dies wird erreicht, indem stets hochattraktive Köderformulierungen verwendet werden und die Anwendung konsequent verdeckt in den Gängen erfolgt, um sicherzustellen, dass die Nagetiere direkt eine letale Dosis aufnehmen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da ARVALIN als gebrauchsfertiger, fester Köder formuliert ist, entfällt jegliche Mischbarkeit mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern im klassischen Sinne einer Tankmischung. Die Anwendung erfolgt als Solobehandlung direkt im Boden. Es ist darauf zu achten, dass am Tag der Ausbringung keine flüssigen Pflanzenschutzmaßnahmen auf derselben Fläche durchgeführt werden, die den Köder durch Abdrift feucht oder unattraktiv machen könnten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ARVALIN ist der Schutz des Anwenders durch das Tragen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (insbesondere Schutzhandschuhe) sicherzustellen. Aufgrund der hohen Toxizität von Zinkphosphid gegenüber allen Wirbeltieren ist die strikte Einhaltung der verdeckten Anwendung die wichtigste Auflage zum Schutz von Vögeln, Niederwild und Haustieren. Zudem sind die gesetzlichen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um jeglichen Eintrag des Wirkstoffs in aquatische Ökosysteme zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Obstkulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Forstpflanzen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Obstkulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Forstpflanzen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Feldmaus | — | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wird ARVALIN im Feld am effektivsten ausgebracht?
Die Anwendung muss zwingend verdeckt erfolgen. Der Köder wird tief in die aktiven Gänge der Feldmäuse eingebracht, idealerweise unter Verwendung eines geeigneten Such- und Legestifts. Dadurch wird verhindert, dass Vögel, Wild oder Haustiere Zugriff auf das Pflanzenschutzmittel erhalten.
Mit welcher Methode lässt sich der Behandlungsbedarf ermitteln?
Vor der Anwendung empfiehlt sich die Durchführung der sogenannten Trittmethode (Lochmethode). Dabei werden auf einer Testfläche alle sichtbaren Erdlöcher zugetreten. Die Anzahl der innerhalb von 24 Stunden wieder geöffneten Löcher gibt Aufschluss über die tatsächliche Aktivität und hilft bei der Entscheidung, ob die Schadschwelle überschritten ist.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von ARVALIN?
Für eine optimale Wirkung sollte die Ausbringung bei möglichst trockener Witterung erfolgen. Starke Niederschläge oder extrem nasse Böden beschleunigen den vorzeitigen Abbau des Wirkstoffs Zinkphosphid im Boden und verringern die Attraktivität des Köders für die Feldmäuse.
Besteht bei der Anwendung von ARVALIN eine Gefahr der Sekundärvergiftung für Greifvögel?
Das Risiko einer Sekundärvergiftung für Beutegreifer wie Greifvögel, Eulen oder Füchse ist bei Zinkphosphid als äußerst gering einzustufen. Da der Wirkstoff im Magen der Feldmaus schnell zu Phosphorwasserstoff reagiert und ausgast, verbleiben im Kadaver kaum toxische Rückstände des ursprünglichen Wirkstoffs.
Darf ARVALIN auch breitflächig auf der Kultur gestreut werden?
Nein, eine breitflächige Ausbringung (beispielsweise mit dem Düngerstreuer) ist strengstens verboten. Gemäß den Zulassungsbestimmungen des BVL darf das Pflanzenschutzmittel ausschließlich verdeckt in die Nagetiergänge eingebracht werden, um den Schutz von Nichtzielorganismen lückenlos zu gewährleisten.
Wie verhält sich der Wirkstoff nach der Anwendung im Boden?
Zinkphosphid reagiert mit der Boden- und Luftfeuchtigkeit in den Gängen und baut sich im Laufe der Zeit biologisch ab. Es verbleiben keine langlebigen, gefährlichen Rückstände in der Umwelt, was ARVALIN zu einer ökologisch gut steuerbaren Maßnahme im modernen Acker- und Obstbau macht.