Alle Mittel
OTHER · Syngenta Agro GmbH

Axial 45

BVL Zul.-Nr. 00B257-00

Axial 45 von Syngenta ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Schaderregern (Ungräsern) in wichtigen Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und hervorragende Kulturverträglichkeit aus, die durch den integrierten Safener Cloquintocet gewährleistet wird.

Das Wirkspektrum umfasst die bedeutendsten Ungräser im Ackerbau, darunter den wirtschaftlich hochrelevanten Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm, Weidelgras-Arten sowie den Flug-Hafer. Durch die flexible Anwendung im Frühjahr passt sich Axial 45 optimal in moderne Pflanzenschutzstrategien ein und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen auch bei starkem Besatzdruck.

Wirkstoffe

Cloquintocet
11.25 g/L · Safener
Pinoxaden
45 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Pinoxaden gehört zur chemischen Klasse der Phenylpyrazole und wird nach HRAC-Klassifizierung der Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er fungiert als potenter Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Nach der Aufnahme über das Blatt wird der Wirkstoff systemisch in die Wachstumspunkte (Meristeme) der Ungräser transportiert, wo er die Zellmembranbildung blockiert, was innerhalb weniger Tage zum Wachstumsstopp und schließlich zum Absterben des Schaderregers führt. Um die Kulturverträglichkeit in den empfindlichen Getreidearten zu sichern, enthält Axial 45 den Safener Cloquintocet. Dieser beschleunigt selektiv in den Getreidekulturen den Abbau von Pinoxaden zu ungiftigen Metaboliten, während die herbizide Wirkung in den Zielungräsern voll erhalten bleibt. Dies ermöglicht ein breites Anwendungsfenster ohne das Risiko von Phytotoxizität für die Kultur.

Resistenzmanagement

Da Pinoxaden als ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) ein inhärentes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweist – insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz und Weidelgräsern –, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Axial 45 sollte pro Vegetationsperiode nur einmal auf derselben Fläche angewendet werden. Um der Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, ist der Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. ALS-Inhibitoren der HRAC-Gruppe 2 oder Bodenherbiziden im Herbst) sowie die Integration pflanzenbaulicher Maßnahmen wie Fruchtfolgegestaltung, angepasste Bodenbearbeitung und ein falsches Saatbett dringend zu empfehlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Axial 45 weist eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern auf. Bei geplanten Tankmischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (Dikotyle) ist jedoch Vorsicht geboten: Mischungen mit bestimmten Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen können antagonistische Effekte zeigen, welche die Gräserwirkung von Pinoxaden reduzieren. Um die optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und die Einhaltung der empfohlenen Spritzfolge geachtet werden; ein zusätzliches Netzmittel ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug beim Ansetzen und Ausbringen) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Düsentechnik zu berücksichtigen. Axial 45 ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb eine Anwendung auch in blühenden Beständen außerhalb des täglichen Bienenflugs möglich ist, sofern keine Mischungen mit bienengefährlichen Partnern erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
SommergersteAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFlug-Hafer, Gemeiner Windhalm11–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten11–391.33 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Axial 45 im Frühjahr?

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn sich die Zielungräser im aktiven Wachstum befinden und die Hauptkeimwelle aufgelaufen ist (ideal im Stadium BBCH 12 bis 29 der Ungräser). Da Axial 45 primär über das Blatt wirkt, begünstigen wüchsige Wetterlagen mit Temperaturen über 5 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit die Wirkstoffaufnahme und den schnellen Transport im Schaderreger.

Kann Axial 45 auch bei Nachtfrostgefahr eingesetzt werden?

Grundsätzlich ist Axial 45 gut verträglich, jedoch sollte bei extremen Temperaturschwankungen oder starkem Nachtfrost (unter -3 °C) auf eine Anwendung verzichtet werden. Gestresste Getreidebestände können den enthaltenen Safener langsamer metabolisieren, was vorübergehend zu leichten Aufhellungen führen kann. Zudem verlangsamt Frost das Wachstum der Ungräser, was die Herbizidwirkung mindert.

Wie verhält sich Axial 45 bei Mischungen mit Breitband-Herbiziden gegen Unkräuter?

Bei Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter kann es zu antagonistischen Effekten kommen, die die Gräserwirkung (insbesondere gegen Acker-Fuchsschwanz) abschwächen. Es wird empfohlen, zwischen der Anwendung von Axial 45 und kritischen Dikotyl-Herbiziden (z. B. auf Basis von Wuchsstoffen oder bestimmten Sulfonylharnstoffen) einen zeitlichen Abstand von mindestens 5 bis 7 Tagen einzuhalten.

Warum ist der Wirkstoff Pinoxaden so anfällig für Resistenzen und wie steuere ich dagegen?

Pinoxaden greift als ACCase-Hemmer an einer sehr spezifischen Stelle im Stoffwechsel der Gräser an. Einzelne Mutationen im Genom der Ungräser können ausreichen, um eine Target-Site-Resistenz zu verursachen. Um dies zu verhindern, sollten Sie Axial 45 konsequent in eine Fruchtfolgerotation einbinden, in der im Herbst Bodenherbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC 15 oder 3) eingesetzt werden.

Ist für die Anwendung von Axial 45 der Zusatz eines separaten Additivs erforderlich?

Nein, Axial 45 ist bereits als gebrauchsfertige Formulierung konzipiert, die alle notwendigen Hilfs- und Netzmittel für eine optimale Haftung und Penetration auf der Blattoberfläche enthält. Der Zusatz von externen Ölen oder Netzmitteln ist in der Regel nicht notwendig und kann unter ungünstigen Bedingungen das Risiko von Kulturschäden erhöhen.

Wie finde ich im Agronomie-Hub alternative Pflanzenschutzmittel gegen Acker-Fuchsschwanz, falls Resistenzen vorliegen?

Sie können im Hub gezielt nach dem Schaderreger 'Acker-Fuchsschwanz' filtern und die Ergebnisse nach Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sortieren. Suchen Sie nach registrierten Produkten aus den Gruppen 2 (ALS-Hemmer), 3 (Mikrotubuli-Inhibitoren) oder 15 (Fettsäuresynthese-Hemmer), um eine wirksame Antiresistenzstrategie für Ihre Fruchtfolge aufzubauen.