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Sonstiger Schaderreger

Sommerhartweizen

durum wheat (spring)
TRZDS

Sommerhartweizen (Triticum durum, EPPO-Code: TRZDS) ist eine anspruchsvolle Kultur, die in Mitteleuropa vor allem für die Teigwarenproduktion angebaut wird. Im Vergleich zu Weichweizen stellt Sommerhartweizen deutlich höhere Anforderungen an das Klima und den Boden. Er benötigt warme, sonnige Lagen sowie tiefgründige, nährstoffreiche Böden mit einer sicheren Wasserversorgung, um die geforderten hohen Proteingehalte und Glasigkeiten zu erreichen.

Da die Kultur eine relativ kurze Vegetationszeit aufweist, ist eine frühe Aussaat im Frühjahr entscheidend, sobald der Boden befahrbar und ausreichend abgetrocknet ist. Dies sichert eine optimale Bestockung und die Ausnutzung der Winterfeuchtigkeit. Aufgrund der begrenzten Anbaufläche in Deutschland konzentriert sich der Anbau auf klimatische Gunstlagen, insbesondere in Süd- und Mitteldeutschland.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Ende Februar bis Anfang April
Erntefenster
August bis September
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
4,5–6,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1750 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Sommerhartweizen verlangt ein hervorragend strukturiertes, gut abgesetztes Saatbett mit feinkrümeliger Struktur im Oberboden, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu gewährleisten. Eine sorgfältige Grundbodenbearbeitung im Herbst ist vorteilhaft, um im Frühjahr bodenschonend und früh säen zu können. Die Kultur reagiert äußerst empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe, welche die Wurzelentwicklung und Nährstoffaufnahme massiv beeinträchtigen. Eine ausgewogene Stickstoffdüngung ist für das Erreichen der geforderten Qualitätskriterien unerlässlich, wobei späte Gaben zur Blüte die Kornqualität gezielt absichern.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Sommerhartweizen fokussiert sich stark auf die Gesunderhaltung des Fahnenblattes und der Ähre. Zu den bedeutendsten pilzlichen Schaderregern gehört Parastagonospora nodorum (Spelzenbräune), die insbesondere bei feucht-warmer Witterung während der Blüte Ertrag und Qualität gefährdet. Eine gezielte Fungizidbehandlung im BBCH-Stadium 59 bis 65 schützt die Ähre vor Infektionen. Die Unkrautregulierung erfolgt meist im frühen Frühjahr, wobei Schadgräser wie Apera spica-venti (Windhalm) und zweikeimblättrige Unkräuter wie Tripleurospermum inodorum konsequent mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln kontrolliert werden müssen, um Konkurrenz um Licht und Nährstoffe zu minimieren.

Sorten

Duranit

Mittelspät

Sehr ertragsstabile Sorte mit hervorragender Kornqualität und hoher Glasigkeit.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium, Braunrost

Eine der führenden Sommerhartweizensorten in Deutschland. Zeichnet sich durch eine sehr gute Standfestigkeit und hohe Proteingehalte aus.

Duramonte

Mittelfrüh

Hohes bis sehr hohes Ertragspotenzial in warmen Lagen.

Resistent gegen: Mehltau

Anfällig für: Gelbrost, Spelzenbräune

Besonders für den frühen Anbau geeignet. Zeigt eine rasche Jugendentwicklung und gute Trockenheitstoleranz.

Durasol

Mittel

Solide Erträge bei überdurchschnittlicher Rohproteinqualität.

Resistent gegen: Braunrost

Anfällig für: Ährenfusarium

Klassische Qualitätssorte mit sehr guten Mahl- und Grießeigenschaften, benötigt jedoch einen exakten Pflanzenschutz zur Blüte.

Floradur

Früh bis mittel

Gute Erträge unter trockeneren Anbaubedingungen.

Resistent gegen: Gelbrost

Anfällig für: Mehltau, Spelzenbräune

Sehr frühreife Sorte, die sich besonders für trockenheitsgefährdete Standorte im ostdeutschen Raum und in Österreich eignet.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Mykotoxinen durch Ährenfusarium bei Sommerhartweizen minimieren?

Da Sommerhartweizen sehr anfällig für Ährenfusarium ist, sollte die Vorfrucht sorgfältig gewählt werden. Der Anbau nach Mais oder ungemulchtem Getreide ist strikt zu vermeiden. Bei feuchter Witterung während der Blüte (BBCH 61–65) ist eine gezielte Behandlung mit einem dafür zugelassenen Pflanzenschutzmittel innerhalb eines engen Zeitfensters von wenigen Tagen nach dem Infektionsereignis zwingend erforderlich.

Welche Rolle spielt die Stickstoff-Spätgabe für die Vermarktung von Sommerhartweizen?

Für die Teigwarenindustrie ist ein Proteingehalt von mindestens 14 % sowie eine hohe Glasigkeit von über 80 % entscheidend. Eine späte Stickstoffgabe zum Zeitpunkt des Ährenschiebens bis zum Beginn der Blüte (BBCH 51–61) sichert diese Parameter ab. Bei Trockenheit sollte diese Gabe idealerweise als flüssiger Harnstoff über das Blatt appliziert werden, um die Effizienz zu steigern.

Wie wird die Bekämpfung von Windhalm (Apera spica-venti) im Frühjahr optimal terminiert?

Die Regulierung von Windhalm und anderen Schadgräsern sollte so früh wie möglich im Nachauflauf erfolgen, idealerweise im BBCH-Stadium 13 bis 21 der Kultur. Zu diesem Zeitpunkt sind die Gräser noch klein und empfindlich, was die Aufwandmenge der Herbizide optimiert und die Konkurrenz um die knappe Frühjahrsfeuchtigkeit frühzeitig ausschaltet.

Warum ist die Saatzeit bei Sommerhartweizen kritischer als bei Sommergerste?

Sommerhartweizen benötigt eine längere Vegetationszeit zur Ausbildung der Ertragskomponenten und leidet stark unter Frühjahrstrockenheit. Eine sehr frühe Aussaat (oft bereits Ende Februar bei Frostgare) ermöglicht es der Kultur, die Winterfeuchtigkeit optimal zu nutzen und ein tiefes Wurzelsystem aufzubauen, bevor Hitzeperioden im Juni die Kornfüllung beeinträchtigen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Spelzenbräune (Parastagonospora nodorum)?

Suchen Sie in der Produktdatenbank nach dem Schaderreger 'Parastagonospora nodorum' oder filtern Sie nach Indikationen für Sommerhartweizen. Achten Sie bei der Auswahl auf die zugelassenen BBCH-Stadien (meist bis BBCH 61–69) und vergleichen Sie die Wartezeiten, um eine späte Anwendung kurz vor der Ernte rechtlich abzusichern.

Welche Bedeutung hat die Glasigkeit und wie wird sie pflanzenbaulich beeinflusst?

Die Glasigkeit beschreibt den Anteil an glasigen, nicht-mehligen Körnern und ist ein Hauptqualitätsmerkmal für die Grießausbeute. Sie wird genetisch bestimmt, aber stark durch die Witterung zur Ernte und die Stickstoffversorgung beeinflusst. Regen im reifen Zustand (ab BBCH 89) führt zu 'Gelbspitzigkeit' und mindert die Glasigkeit drastisch, weshalb eine zügige Ernte bei Druschreife oberste Priorität hat.