CEROK 460EC
CEROK 460EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl präventiven Schutz als auch kurative und eradikative Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger zu bieten.
Das Wirkspektrum umfasst kritische Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten (S. tritici, S. nodorum), Rostpilze (Gelb-, Braun- und Kronenrost), Echten Mehltau sowie Netzflecken und Rhynchosporium. Besonders hervorzuheben ist die starke Leistung gegen die Halmbruchkrankheit im frühen BBCH-Bereich sowie die Wirkung gegen Fusarium-Arten zur Absicherung der Kornqualität und Ertragsleistung.
Durch die ausgewogene Kombination von Prothioconazol und Spiroxamine bietet CEROK 460EC eine hervorragende Sofortwirkung (Knock-down-Effekt) gepaart mit einer langanhaltenden Dauerwirkung. Dies macht es zu einem verlässlichen Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere bei wechselhaftem Wetter und hohem Infektionsdruck im Frühjahr.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biochemische Wirkung von CEROK 460EC basiert auf zwei unterschiedlichen Mechanismen innerhalb der Sterolbiosynthese der Pilze (SBI). Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Es hemmt die C14-Demethylase, was zu einer Störung der Membranintegrität des Pilzes führt. Dieser Wirkstoff verteilt sich systemisch in der Kultur und schützt neu zuwachsende Pflanzenteile langanhaltend. Spiroxamine, ein Vertreter der chemischen Klasse der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5, Amin-Inhibitoren), greift an zwei anderen Stellen der Sterolbiosynthese ein (Hemmung der Delta-14-Reduktase und Delta-8/Delta-7-Isomerase). Neben seiner eigenständigen fungiziden Wirkung fungiert Spiroxamine als Penetrationsbeschleuniger, der die Aufnahme von Prothioconazol in das Pflanzengewebe signifikant beschleunigt. Diese Synergie sorgt für eine schnelle Kurativleistung selbst bei bereits etablierten Infektionen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt CEROK 460EC die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (Gruppe 3 und Gruppe 5). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer gezielten Spritzfolge eingesetzt werden. Ein Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) ist dringend zu empfehlen. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Beschränkung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sind essenziell, um die Sensitivität der Schaderreger langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
CEROK 460EC zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits optimal auf Penetration eingestellt ist. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physikalischer Mischungstest im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CEROK 460EC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zu tragen. Aufgrund der Toxizität gegenüber aquatischen Organismen müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug während des Tages ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Triticale | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhafer | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum | 37–65 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommergerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhafer | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Hartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommergerste | Fusarium-Arten | 59–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum | 37–65 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhafer | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Hartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommergerste | Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Hartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Triticale | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Triticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Hartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Fusarium-Arten | 59–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Hartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum | 37–65 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhafer | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Triticale | Gelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum | 37–65 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit CEROK 460EC?
Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt kann das systemische Fungizid die Infektion an der Halmbasis effektiv stoppen, bevor das Gewebe dauerhaft geschädigt wird und die Standfestigkeit der Kultur gefährdet ist.
Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von CEROK 460EC bei der Anwendung?
Dank des enthaltenen Wirkstoffs Spiroxamine zeigt CEROK 460EC eine hervorragende Kältewirkung und ist bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 °C voll aktiv. Dies ermöglicht sehr frühe Anwendungen im Frühjahr (z. B. gegen Mehltau oder Halmbruch), während reine Triazol-Fungizide oft höhere Temperaturen für eine optimale Systemik benötigen.
Kann CEROK 460EC zur gezielten Bekämpfung von Fusarium in der Ähre eingesetzt werden?
Ja, durch den hohen Anteil an Prothioconazol ist das Produkt sehr gut für die Ährenbehandlung geeignet. Um eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten und die damit verbundene Mykotoxinbildung zu erzielen, sollte die Anwendung gezielt in die Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) gelegt werden, wobei auf eine vollständige Benetzung der Ähren zu achten ist.
Welche Rolle spielt Spiroxamine beim Transport des Wirkstoffs Prothioconazol in der Pflanze?
Spiroxamine wirkt in dieser Formulierung als sogenannter Penetrationsbeschleuniger. Es verändert die Wachsschicht der Blattoberfläche temporär so, dass das systemische Prothioconazol wesentlich schneller und in größerer Menge von der Kultur aufgenommen wird. Dies minimiert das Risiko von Wirkstoffverlusten durch plötzliche Regenfälle kurz nach der Spritzung.
Wie lässt sich CEROK 460EC sinnvoll in eine Antiresistenzstrategie im Weizen integrieren?
Da das Produkt Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 3 und 5 kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits reduziert. Dennoch sollte CEROK 460EC im Rahmen einer Spritzfolge maximal zweimal pro Saison eingesetzt werden. Wechseln Sie bei nachfolgenden Behandlungen auf Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise SDHI (FRAC 7) oder Kontaktfungizide, um Selektionsdruck zu vermeiden.
Ist bei der Anwendung von CEROK 460EC ein Zusatz von Netzmitteln erforderlich?
Nein, die Formulierung als emulgierbares Konzentrat (EC) enthält bereits hochentwickelte Netz- und Haftmittel, die für eine optimale Verteilung und Haftung auf den Getreideblättern sorgen. Ein zusätzlicher Einsatz von Adjuvantien ist in der Regel nicht notwendig und kann unter extremen Bedingungen sogar das Risiko von Phytotoxizität erhöhen.