COMPO Austrieb-Spritzmittel
COMPO Austrieb-Spritzmittel ist ein bewährtes, ölbasiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von überwinternden Schaderregern im Obst-, Wein- und Zierpflanzenbau. Als klassisches Austriebspritzmittel auf Basis von hochwertigem Paraffinöl setzt es genau dort an, wo Schädlinge die kalte Jahreszeit überdauern wollen. Es ist besonders für den frühen Einsatz im Jahr konzipiert, um den Grundstein für einen gesunden Start der Kulturen in die neue Vegetationsperiode zu legen.
Die Formulierung als emulgierbares Konzentrat ermöglicht eine hervorragende Benetzung der Pflanzenteile, insbesondere der Rindenstrukturen, in denen sich die Schaderreger einnisten. Das Wirkungsspektrum umfasst hartnäckige Schädlinge wie Spinnmilben (insbesondere deren Wintereier), Schildläuse sowie Woll- und Schmierläuse. Durch den frühen Behandlungszeitraum wird der Populationsdruck im Frühjahr entscheidend gesenkt, bevor die eigentliche Hauptvegetation einsetzt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkungsmechanismus von Paraffinöl ist rein physikalischer Natur und unterscheidet sich grundlegend von klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden. Nach der Ausbringung bildet das Öl einen feinen, luftundurchlässigen Film über den behandelten Pflanzenteilen. Dieser Ölfilm umschließt die überwinternden Stadien der Schaderreger – wie Eier, Larven oder adulte Schildläuse – vollständig und verstopft deren Atmungsorgane (Tracheen) bzw. unterbindet den Gasaustausch der Eihülle. Da dieser Prozess zur Erstickung der Schädlinge führt, greift der Wirkstoff nicht in biochemische Stoffwechselprozesse ein. Es gibt keine spezifische Rezeptorbindung im Nervensystem, weshalb das Paraffinöl keiner klassischen IRAC-Gruppe zugeordnet ist, sondern als physikalisch wirkender Schadstoffbarriere-Bildner fungiert. Dies macht die physikalische Wirkung extrem zuverlässig, unabhängig von Temperatureinflüssen beim Austrieb.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsprinzips durch Ersticken ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielorganismen praktisch ausgeschlossen. COMPO Austrieb-Spritzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein im integrierten Pflanzenschutz und im Antiresistenzmanagement. Durch den Einsatz zu Beginn der Saison kannst du den Selektionsdruck auf nachfolgend eingesetzte, chemisch-synthetische Wirkstoffklassen drastisch reduzieren und deren Wirksamkeit langfristig sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten, da Ölformulierungen die Penetration anderer Wirkstoffe stark beschleunigen und somit das Risiko von Phytotoxizität (Blattschäden) erhöhen können. Vermeide unbedingt Mischungen oder zeitnahe Folgeanwendungen mit schwefel- oder captanhaltigen Pflanzenschutzmitteln, da dies zu schweren Verbrennungen an den jungen Trieben führen kann. Zwischen einer Behandlung mit COMPO Austrieb-Spritzmittel und einer Schwefelanwendung sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden. Verwende sauberes, weiches bis mittelhartes Wasser und achte auf eine kontinuierliche Rührung im Spritztank.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel solltest du stets die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, um Haut- und Augenkontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, gilt die allgemeine fachliche Praxis zum Schutz von Bestäubern: Führe Behandlungen grundsätzlich außerhalb des Bienenflugs durch, idealerweise in den Eveningstunden, und vermeide die Anwendung auf blühenden Kulturen oder in Bereichen, in denen Unkräuter aktiv von Bienen angeflogen werden. Achte zudem darauf, dass kein Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Woll- oder Schmierläuse | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Woll- oder Schmierläuse | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Woll- oder Schmierläuse | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Schildlaus-Arten | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Spinnmilben | — | 0.0012 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Steinobst | Spinnmilben | 1–53 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Kernobst | Spinnmilben | 1–56 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Beerenobst | Spinnmilben | 1–53 | 1000 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Weinrebe | Spinnmilben | 1–11 | 800 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Ziergehölze | Spinnmilben | 1–9 | 1200 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Beerenobst | Spinnmilben | 1–53 | 10 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Spinnmilben | 1–53 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Kernobst | Spinnmilben | 1–56 | 10 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Ziergehölze | Spinnmilben | 1–9 | 12 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Spinnmilben | 1–11 | 8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von COMPO Austrieb-Spritzmittel?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im zeitigen Frühjahr beim Aufbrechen der Knospen (BBCH-Stadien 01 bis 56), noch vor dem eigentlichen Blattaustrieb. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die überwinternden Schaderreger mit ihrer Atmungsaktivität und reagieren besonders empfindlich auf den luftundurchlässigen Ölfilm.
Warum darf ich das Mittel nicht bei Frost oder starker Sonneneinstrahlung spritzen?
Bei Frostgefahr kann die Emulsion auf den Trieben gefrieren, was die Schutzwirkung zerstört und die Rinde schädigen kann. Starke Sonneneinstrahlung direkt nach der Anwendung wiederum verstärkt die thermische Belastung unter dem Ölfilm, was zu phytotoxischen Verbrennungen an den empfindlichen Knospen führen kann. Wähle daher einen frostfreien, bewölkten Tag für die Applikation.
Wie stelle ich sicher, dass die physikalische Wirkung optimal eintritt?
Die physikalische Wirkung basiert komplett auf dem lückenlosen Einschluss der Schaderreger. Du musst daher auf eine extrem gründliche, tropfnasse Benetzung aller Pflanzenteile – insbesondere der Astgabeln, Rindenrisse und Knospenanlagen – achten. Verwende ausreichend Wasser, um auch versteckte Wintereier und Schildläuse vollständig zu erfassen.
Kann ich COMPO Austrieb-Spritzmittel auch im Sommer gegen Spinnmilben einsetzen?
Nein, das Produkt ist speziell für die Austriebspritzung im zeitigen Frühjahr konzipiert. Ein Einsatz auf voll entwickeltem Laub im Sommer birgt ein extrem hohes Risiko für Blattschäden (Phytotoxizität), da der Ölfilm die Poren der grünen Blätter verstopfen und bei Hitze zu schweren Verbrennungen führen würde.
Wie hilft mir dieses Produkt beim Resistenzmanagement in meinen Kulturen?
Da das Paraffinöl rein physikalisch durch Ersticken wirkt, können die Schaderreger keine physiologischen Abwehrmechanismen oder Resistenzen entwickeln. Indem du die Ausgangspopulation von Spinnmilben und Schildläusen bereits vor dem Austrieb drastisch reduzierst, musst du im Sommer seltener auf chemisch-synthetische Insektizide zurückgreifen, was deren Resistenzrisiko minimiert.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
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