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Finy

BVL Zul.-Nr. 026298-00

Finy ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine sehr geringe Aufwandmenge bei gleichzeitig hoher biologischer Aktivität aus. Es wird vorrangig im Frühjahr eingesetzt, um auflaufende und junge Unkräuter effektiv zu kontrollieren und die Ertragsfähigkeit der Kulturen abzusichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine breite Palette wirtschaftlich bedeutender Unkrautarten in Winter- und Sommergetreide. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und in geringerem Maße über die Wurzeln blockiert Finy das Wachstum der Schaderreger kurz nach der Anwendung, was zu einem raschen Absterben der Konkurrenzvegetation führt.

Wirkstoffe

Metsulfuron
200 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Finy enthaltene Wirkstoff Metsulfuron-methyl gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen unerlässlich. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch in den Leitgeweben (Xylem und Phloem) zu den meristematischen Geweben transportiert. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der Unkräuter innerhalb weniger Stunden zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das typische Absterben der Vegetationspunkte zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen.

Resistenzmanagement

Da ALS-Inhibitoren aufgrund ihres spezifischen Wirkungsmechanismus ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Vogelmiere oder Kamille) aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um die langfristige Wirksamkeit von Finy zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen, wie beispielsweise synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4), eingesetzt werden. Zudem sollte die Unkrautbekämpfung durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge unterstützt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Finy weist eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) auf. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen oder kühlen Bedingungen, wird der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels empfohlen. Bei Tankmischungen ist die Reihenfolge des Einmischens zu beachten: Finy als Granulat sollte stets als erste Komponente im wassergefüllten Spritztank vollständig aufgelöst werden, bevor weitere Partner hinzugefügt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Finy sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und die spezifischen Auflagen zum Schutz von Nichtzielorganismen strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Oberflächengewässern und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen einzuhalten. Der Wirkstoff ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2925 GRAM_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2925 GRAM_PER_HECTARE
SommertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2925 GRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3230 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2925 GRAM_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3230 GRAM_PER_HECTARE
StilllegungsflächenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter30 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3230 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3230 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Witterungsbedingungen sind für die Anwendung von Finy optimal?

Für eine optimale Wirkung von Finy sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit ideal, da die Unkräuter den Wirkstoff dann aktiv aufnehmen und transportieren. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Sonneneinstrahlung sollte die Behandlung verschoben werden, um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen nach dem Einsatz von Finy?

Ja, aufgrund der Bodenaktivität von Metsulfuron müssen beim Nachbau bestimmte Wartezeiten und Bodenbearbeitungsmaßnahmen beachtet werden. Nach einer normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreidearten ohne Einschränkung gesät werden; bei empfindlichen Kulturen wie Raps oder Leguminosen ist vorab eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam.

Kann Finy auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Finy kann ab Temperaturen von ca. 5 °C eingesetzt werden, sofern kein Nachtfrost droht und die Unkräuter bereits physiologisch aktiv sind. Bei kühler Witterung verzögert sich jedoch der sichtbare Wirkungseintritt (Symptomausprägung), ohne dass die endgültige herbizide Wirkung gemindert wird.

Warum ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei Finy oft ratsam?

Der Zusatz eines Netzmittels verbessert die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen von Unkräutern erheblich. Dies führt zu einer schnelleren und gleichmäßigeren Aufnahme des Wirkstoffs Metsulfuron-methyl, besonders bei ungünstigen Bedingungen wie Trockenheit oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum.

Wie verhält sich Finy bezüglich der Regenfestigkeit?

Finy ist nach der Applikation relativ schnell regenfest. In der Regel beeinträchtigen Niederschläge, die zwei bis drei Stunden nach der Behandlung fallen, die herbizide Wirkung nicht mehr, da der Wirkstoff bis dahin ausreichend in das Blattgewebe eingedrungen ist.

Wie kann ich im Portal prüfen, ob Finy für eine bestimmte Getreideart zugelassen ist?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach dem Produktnamen 'Finy' oder der Zulassungsnummer '026298-00' und gleichen Sie die angezeigten zugelassenen Kulturen (wie TRZAW für Winterweichweizen oder HORVW für Wintergerste) mit Ihrem Anbauplan ab.