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Sonstige · GLOBACHEM NV

FLUROSTAR XL

BVL Zul.-Nr. 008413-00

FLUROSTAR XL ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine herausragende Breite in der Wirkung und zeigt insbesondere gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie das Kletten-Labkraut (Galium aparine) eine exzellente Durchschlagskraft. Es ist als moderne, anwendungsfreundliche Formulierung konzipiert, die sich schnell im Tank löst und hervorragend auf den Blättern verteilt.

Das Produkt hat sich im Markt als verlässlicher Partner für die Frühjahrsbehandlung etabliert. Es deckt wichtige Kulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Hafer sowie Triticale ab. Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeiten im Frühjahr unterstützt es dich effektiv dabei, die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Bestände abzusichern.

Wirkstoffe

Florasulam
2.5 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von FLUROSTAR XL basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (Inhibitoren der Acetolactat-Synthase / ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand führt. Fluroxypyr hingegen ist ein synthetisches Auxin und wird der HRAC-Gruppe 4 zugeordnet. Es imitiert das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure und stört das hormonelle Gleichgewicht der empfindlichen Unkräuter empfindlich. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Zellstreckungswachstum, das sich optisch durch die typischen Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern äußert. Beide Wirkstoffe werden rasch über das Blattwerk aufgenommen und systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen transportiert, was auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen eine sichere Wirkung gewährleistet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, nutzt FLUROSTAR XL bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppe 2 und HRAC-Gruppe 4). Dennoch solltest du im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes darauf achten, dieses Produkt im Wechsel mit Herbiziden einzusetzen, die über andere Wirkmechanismen verfügen. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung in die Fruchtfolge zu integrieren und stets die vollen zugelassenen Aufwandmengen zu nutzen, um die Selektion teilresistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

FLUROSTAR XL zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) aus. Bei Mischungen mit AHL sollte die Spritzbrühe jedoch nur auf trockene Bestände und bei bedecktem Himmel ausgebracht werden, um Verbrennungen an den Kulturen zu vermeiden. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Unkräuter verbessern. Achte darauf, die Spritze vor dem Ansetzen einer Mischung gründlich zu reinigen und die Mischpartner nacheinander bei laufendem Rührwerk einzubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FLUROSTAR XL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten und jegliche Abdrift auf angrenzende Flächen durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–391.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut30–391.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–391.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–391.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–291.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit FLUROSTAR XL im Frühjahr?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Unkräuter zu wachsen beginnen und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 6-Blatt-Stadium). Die Kulturen selbst können ab dem 3-Blatt-Stadium (BBCH 13) bis zum Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 39) behandelt werden. Achte darauf, dass die Temperaturen nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt sinken, da aktiver Stoffwechsel der Unkräuter für eine optimale Wirkstoffaufnahme nötig ist.

Wie verhält sich FLUROSTAR XL bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Dank der systemischen Eigenschaften der beiden Wirkstoffe wirkt das Produkt auch bei kühleren Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C. Allerdings verzögert sich bei kühler Witterung der sichtbare Wirkungseintritt (die typischen Verkrümmungen und das Absterben), da der Stoffwechsel der Unkräuter langsamer abläuft. Die finale herbizide Wirkung wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, solange kein starker Frost unmittelbar nach der Spritzung auftritt.

Kann ich FLUROSTAR XL auch in untergesäten Kulturen anwenden?

Nein, von einer Anwendung in Getreidebeständen mit Untersaaten (wie Klee oder Luzerne) wird dringend abgeraten. Da FLUROSTAR XL hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, würden die empfindlichen Leguminosen-Untersaaten durch die Wirkstoffe Florasulam und Fluroxypyr stark geschädigt oder komplett vernichtet werden.

Was muss ich bezüglich der Nachbaufristen nach dem Einsatz von FLUROSTAR XL beachten?

Nach dem regulären Einsatz von FLUROSTAR XL in Getreide können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst desselben Jahres Wintergetreide oder Winterraps nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, ist der Nachbau von zweikeimblättrigen Kulturen wie Rüben oder Leguminosen erst nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) und einer entsprechenden Wartezeit zu empfehlen, um Schäden durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.

Warum ist die Bekämpfung von Kletten-Labkraut mit diesem Produkt so effektiv?

Kletten-Labkraut ist besonders empfindlich gegenüber Fluroxypyr, einem synthetischen Auxin. Da FLUROSTAR XL zusätzlich Florasulam enthält, werden auch solche Biotypen des Kletten-Labkrauts sicher erfasst, die eventuell eine geringere Sensitivität gegenüber einzelnen Wirkstoffklassen aufweisen. Die Kombination sorgt für einen schnellen Wachstumsstopp und verhindert effektiv, dass das Labkraut das Getreide überwächst und die Ernte erschwert.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine spezifische Kultur?

Du kannst auf unserer Plattform ganz einfach über die Kultur- oder Schaderreger-Suche filtern. Wähle dazu im Hub deine spezifische Getreideart (z. B. Winterweizen) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Aufwandmengen anzuzeigen.