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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

GARDIAN

BVL Zul.-Nr. 00B619-00

GARDIAN ist ein spezialisiertes Fungizid von Syngenta Agro GmbH für den gezielten Einsatz in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Triticale, Roggen und Dinkel. Mit dem bewährten Wirkstoff Fenpropidin bietet das Mittel einen verlässlichen Schutz gegen ertragsrelevante Pilzkrankheiten in den ertragsbildenden Wachstumsphasen.

Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine ausgeprägte systemische und lokalsystemische Dynamik aus. Es eignet sich hervorragend zur Bekämpfung von Echtem Mehltau sowie verschiedenen Rostpilzen (Braunrost, Gelbrost und Zwergrost), bei denen es sowohl vorbeugend als auch kurativ eingesetzt werden kann.

Durch die schnelle Aufnahme in das Blattgewebe und die zusätzliche Wirkstoffverteilung über die Gasphase ist GARDIAN auch unter kühleren Witterungsbedingungen im zeitigen Frühjahr eine schlagkräftige Bausteinoption für dein Fungizidmanagement.

Wirkstoffe

Fenpropidin
750 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in GARDIAN enthaltene Wirkstoff Fenpropidin gehört zur chemischen Gruppe der Piperidine (FRAC-Gruppe 5). Er greift gezielt in die Ergosterol-Biosynthese der Zielpilze ein, indem er zwei Schlüsselenzyme – die Δ14-Reduktase und die Δ8->Δ7-Isomerase – hemmt. Diese doppelte Enzymblockade unterscheidet Fenpropidin mechanistisch von den Azol-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) und führt zu einer Akkumulation fehlerhafter Zwischenprodukte in den Pilzzellen. Infolgedessen verliert die Zellmembran des Pilzes ihre funktionelle Integrität und Permeabilität, was zum raschen Absterben der Hyphen führt. Neben der schnellen Aufnahmegeschwindigkeit ins Blattgewebe entfaltet Fenpropidin einen bemerkenswerten Stopp-Effekt bei bereits bestehenden Infektionen und sorgt durch seine Gasphasenaktivität auch in dichten Beständen für eine hervorragende Wirkstoffverteilung.

Resistenzmanagement

Um das Risiko von Resistenzentwicklungen – insbesondere beim Echten Mehltau – dauerhaft niedrig zu halten, solltest du GARDIAN stets im Rahmen einer konsequenten Wirkstoffwechsel-Strategie einsetzen. Kombiniere das Mittel vorzugsweise in Tankmischung oder Spritzfolge mit Fungiziden alternativer Wirkungsmechanismen, wie etwa Carboxamiden (SDHI, FRAC 7), Azolen (FRAC 3) oder Strobilurinen (FRAC 11). Begrenze die Anzahl der Behandlungen pro Saison auf das zugelassene Maß und nutze den Wirkstoff bevorzugt gezielt zu Befallsbeginn.

Mischbarkeit & Tankmischung

GARDIAN lässt sich in der Regel problemlos mit gängigen Herbiziden, Halmverkürzern sowie Blattdüngern kombinieren. Achte bei Tankmischungen stets auf die korrekte Einmischreihenfolge: Löse feste Formulierungen zuerst vollständig auf, bevor du flüssige Produkte wie GARDIAN hinzugibst. Für eine optimale Benetzung empfehlen sich Standard-Wasseraufwandmengen von 150 bis 400 l/ha. Vermeide Behandlungen bei extremer Sonneneinstrahlung oder unter ausgeprägtem Trockenstress der Kultur, um Kulturpflanzenunverträglichkeiten vorzubeugen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Anmischen und Ausbringen des Mittels musst du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung tragen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, solltest du Abdrift durch den Einsatz von abdriftmindernder Düsen- und Gerätetechnik auf ein Minimum reduzieren. Auch wenn keine spezifische Bienen-Gefährdungsklasse vorgegeben ist, gilt als allgemeine Sorgfaltspflicht: Bringe das Mittel nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter aus und verlege Behandlungen vorzugsweise in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
RoggenGelbrost (Puccinia striiformis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–590.5 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Einsatzzeitpunkt für GARDIAN im Getreide?

Der Behandlungszeitraum erstreckt sich vom BBCH-Stadium 30 (Beginn des Schossens) bis BBCH 59 (Ende des Ährenschiebens). Richte deine Behandlung nach dem ersten Auftreten von Symptomen oder nach regionalen Befallsprognosen aus, um den kurativen Stopp-Effekt voll auszunutzen.

Warum ist Fenpropidin bei kühler Frühjahrswitterung besonders effektiv?

Fenpropidin besitzt dank seiner physikalischen Eigenschaften eine ausgeprägte Dampfphasenaktivität und dringt auch bei niedrigen Temperaturen rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. Dadurch wirkt das Mittel unabhängig von warmem Wuchswetter, wenn andere Systemwirkstoffe noch verzögert reagieren.

Wie unterstützt GARDIAN das Resistenzmanagement gegen Echten Mehltau?

Da Fenpropidin der FRAC-Gruppe 5 angehört und die Sterol-Biosynthese an zwei anderen Enzymstellen hemmt als Azole (FRAC 3), besteht keine Kreuzresistenz. Der gezielte Einsatz bricht bestehende Selektionsmuster und sichert die Bekämpfungsleistung gegen tolerante Mehltaupopulationen.

Worauf solltest du bei der Ausbringung in dichten Beständen achten?

Achte auf eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Blattfläche. Bei dichten Beständen unterstützt die Gasphase des Wirkstoffs die Verteilung in den unteren Blattetagen, dennoch sichert eine angepasste Wassermenge die vollständige Anlagerung an den Schossorganen.

Welche Wartezeit musst du bis zur Ernte einhalten?

Die strikt einzuhaltende Wartezeit zwischen der letzten Anwendung von GARDIAN und der Ernte beträgt bei den zugelassenen Getreidekulturen 42 Tage.