Alle Mittel
OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Hoestar Super

BVL Zul.-Nr. 024778-00

Hoestar Super ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von Unkräutern im Nachauflaufverfahren. Das von der Bayer CropScience Deutschland GmbH entwickelte Pflanzenschutzmittel ist als wasserdispergierbares Granulat formuliert und zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit in einer Vielzahl von Getreidekulturen sowie auf Nichtkulturland aus. Es bietet eine flexible und verlässliche Lösung für die Frühjahrsbehandlung, um ertragsschädigende Konkurrenz frühzeitig auszuschalten.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern. Besondere Stärken zeigt das Produkt bei der Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Problemschaderregern wie dem Kletten-Labkraut und der tiefwurzelnden Acker-Kratzdistel. Durch die Kombination zweier hochaktiver Wirkstoffe wird eine schnelle und nachhaltige Unkrautkontrolle gewährleistet, die auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen zuverlässig einsetzt.

Wirkstoffe

Amidosulfuron
125 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
12.5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Hoestar Super basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Amidosulfuron und Iodosulfuron. Beide Substanzen gehören zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und sind systemische Herbizide. Ihr biochemischer Wirkungsmechanismus beruht auf der Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches im HRAC-System als Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) klassifiziert ist. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen. Nach der Applikation werden die Wirkstoffe rasch über die Blätter und in geringem Maße auch über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen. Sie verteilen sich systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze und reichern sich in den meristematischen Geweben an. Unmittelbar nach der Aufnahme stoppt das Wachstum der empfindlichen Unkräuter. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbung, Chlorosen und anschließende Nekrosen der Vegetationspunkte führen innerhalb weniger Wochen zum vollständigen Absterben der Zielpflanzen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion von resistenten Biotypen vorzubeugen, ist Hoestar Super in ein vorausschauendes Resistenzmanagement zu integrieren. Da beide Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 2 angehören, sollte der ausschließliche, wiederholte Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche vermieden werden. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel durch den Einsatz von Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen – wie beispielsweise synthetischen Auxinen oder Photosynthesehemmern – in der Fruchtfolge sichert die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels. Zudem unterstützt eine mechanische Unkrautbekämpfung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolgegestaltung die Vorbeugung von Resistenzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Hoestar Super weist eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) auf. Bei Mischungen mit AHL sollte auf eine ausreichende Verdünnung mit Wasser geachtet und die Anwendung vorzugsweise in den Abendstunden durchgeführt werden. Die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen Netzmittels oder Adjuvants kann die Benetzung der Blattoberflächen optimieren und die Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen signifikant beschleunigen. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird generell eine physikalische Mischungsprobe im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Hoestar Super sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) für den Anwender strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen müssen die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau beachtet werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch in blühenden Beständen außerhalb des täglichen Bienenflugs möglich ist. Dennoch ist der direkte Eintrag in Oberflächengewässer oder Entwässerungssysteme über Abdriften konsequent zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
TriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
TriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
SommerhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
SommerhartweizenAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
ZiergehölzeKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
SommerhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter150 GRAM_PER_HECTARE
TriticaleAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter200 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel200 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Hoestar Super gegen Kletten-Labkraut?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich das Kletten-Labkraut im aktiven Wachstum befindet, idealerweise im frühen Rosetten- bis Streckungsstadium. Dank der hohen Wirkstoffleistung werden jedoch auch spätere Entwicklungsstadien des Unkrauts im Frühjahr noch sicher erfasst, sofern die Temperaturen ein aktives Wachstum zulassen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Hoestar Super wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit moderaten Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Wirkstoffe dann optimal von den Blättern aufgenommen und transportiert werden. Bei extremer Trockenheit, starkem Wind oder drohenden Nachtfrösten sollte die Anwendung verschoben werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen und Wirkungsverluste zu vermeiden.

Warum ist der Zusatz eines Netzmittels bei der Anwendung ratsam?

Da die Wirkstoffe Amidosulfuron und Iodosulfuron primär über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein zugesetztes Netzmittel die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen von Unkräutern. Dies beschleunigt die Wirkstoffaufnahme, erhöht die Regenfestigkeit und sichert die Gesamtwirkung auch unter suboptimalen, trockenen Bedingungen.

Kann Hoestar Super auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Bei der Anwendung auf drainierten Flächen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen und behördlichen Auflagen (wie z. B. NG-Auflagen des BVL) zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern genau zu prüfen. Diese können je nach Region und Zulassungsstatus variieren und sind zwingend einzuhalten.

Wie verhält sich das Produkt im Hinblick auf Nachbaufristen bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur notwendig werden (z. B. durch Auswinterung), dürfen in der Regel nur bestimmte Kulturen nachgebaut werden. Vor der Neueinsaat ist eine tief wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) dringend zu empfehlen, um verbliebene Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.

Wie erkenne ich im Feld, ob die Wirkung von Hoestar Super bereits einsetzt?

Erste Symptome zeigen sich meist nach wenigen Tagen durch einen sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger. In den darauffolgenden ein bis zwei Wochen verfärben sich die Herzblätter und Vegetationspunkte gelblich bis rötlich, gefolgt von fortschreitender Nekrose und dem vollständigen Absterben der Unkräuter.