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OTHER · GLOBACHEM NV

Jura Max

BVL Zul.-Nr. 00A952-00

Jura Max ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizidkonzentrat, das speziell für den Einsatz im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf entwickelt wurde. Als leistungsstarkes Pflanzenschutzmittel bietet es eine hervorragende Breitenwirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie wichtige Ungräser. Die Zulassung erstreckt sich über eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen, darunter wichtige Wintergetreidearten wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale, sowie Hackfrüchte wie Kartoffeln und Ölsaaten wie Sonnenblumen.

Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe deckt Jura Max ein breites Spektrum an Schaderregern ab. Es bekämpft effektiv problematische Leitunkräuter im herbstlichen Getreidebau, wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras sowie Knöterich-Arten und den Weißen Gänsefuß. Auch eine wichtige Teilwirkung gegen den Acker-Fuchsschwanz wird durch die gezielte Bodenwirkung erzielt.

Dank seiner ausgeprägten Bodenaktivität bildet das Produkt nach der Anwendung einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Keimende Schaderreger nehmen die Wirkstoffe bereits während des Durchstoßens der Bodenschicht auf, was zu einem schnellen Absterben führt und den Kulturen einen unkrautfreien Start in die kritische Jugendentwicklung ermöglicht.

Wirkstoffe

Diflufenican
14 g/L · Wirkstoff
Prosulfocarb
667 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Jura Max basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Wirkstoffe Prosulfocarb und Diflufenican, die über unterschiedliche biochemische Angriffsunkte verfügen. Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate (HRAC-Gruppe 15). Es wird hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) und die Wurzeln der keimenden Ungräser und Unkräuter aufgenommen. Der Wirkstoff blockiert die Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum im meristematischen Gewebe der Schaderreger nachhaltig stört. Diflufenican ergänzt dieses Spektrum als Wirkstoff aus der Gruppe der Pyridincarboxamide (HRAC-Gruppe 12). Es hemmt die Phytoendesaturase (PDS), ein Schlüsselenzym in der Biosynthese von Carotinoiden. Da Carotinoide das Chlorophyll vor photodynamischer Zerstörung schützen, führt der Mangel an diesen Pigmenten unter Lichteinfluss zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der betroffenen Unkrautgewebe. Diese Kombination sorgt für eine zuverlässige Wirkung sowohl über den Boden als auch über das Blatt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz und dem Gemeinen Windhalm, aktiv vorzubeugen, ist Jura Max ein wertvolles Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz. Da das Produkt Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 12 und 15 kombiniert, unterscheidet sich sein Selektionsdruck grundlegend von klassischen ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1). Für ein nachhaltiges Resistenzmanagement sollte Jura Max stets in eine weite Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine angepasste Bodenbearbeitung und ein optimaler Saatzeitpunkt die langfristige Wirksamkeit.

Mischbarkeit & Tankmischung

Jura Max zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Partnerherbiziden aus, die zur Spektrumserweiterung im Herbst oder Frühjahr eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte der Spritztank zunächst zu mindestens zwei Dritteln mit Wasser gefüllt und das Rührwerk aktiviert werden, bevor Jura Max und anschließend die Mischpartner hinzugegeben werden. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzten, feinkrümeligen Saatbetten erfolgen. Extrem sandige oder humose Böden sowie extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder langanhaltende Trockenheit können die Verträglichkeit und Wirkung beeinflussen; von Mischungen unter Stressbedingungen wird daher abgeraten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Jura Max sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften der Wirkstoffe ist das Pflanzenschutzmittel als giftig für aquatische Organismen eingestuft. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern, müssen die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik (z. B. zugelassene Injektordüsen) konsequent berücksichtigt werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag auf blühende Bestände vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
DinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeAmpfer-Knöterich, Winden-Knöterich, Weißer Gänsefuß0–93.2 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–93.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE
DinkelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras10–133.2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–93.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Jura Max im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 00 bis 13). Da die Wirkstoffe vor allem über den Boden und die Keimlinge aufgenommen werden, erzielt eine frühe Behandlung auf feuchtem, feinkrümeligem Boden die besten Bekämpfungsergebnisse.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation oder kurz danach ist entscheidend für die Aktivierung des Herbizidfilms. Die Wirkstoffe Prosulfocarb und Diflufenican benötigen Feuchtigkeit, um sich in der obersten Bodenschicht zu verteilen und von den keimenden Schaderregern optimal aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung unzureichend sein.

Kann Jura Max in allen Getreidearten eingesetzt werden?

Jura Max ist für wichtige Wintergetreidearten wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale zugelassen. Es darf jedoch nicht in Sommergetreide oder Hafer angewendet werden, da hierfür keine Zulassung vorliegt und das Risiko von Kulturschäden besteht.

Welche Rolle spielt Jura Max bei der Bekämpfung von resistentem Acker-Fuchsschwanz?

Jura Max enthält Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 12 und 15. Da diese Wirkmechanismen sich von den häufig von Resistenzen betroffenen ALS- und ACCase-Hemmern unterscheiden, eignet sich das Mittel hervorragend zur Durchbrechung von Wirkstoffresistenzen und sichert die langfristige Kontrollwirkung auf Problemstandorten.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Folgekulturen nach dem Einsatz von Jura Max?

Nach dem regulären Einsatz von Jura Max im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nach einer normalen Bodenbearbeitung angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder anderen Schäden sollten vor der Neuansaat die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung bezüglich der Bodenbearbeitung (z. B. tiefes Pflügen) beachtet werden.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere Produkte gegen die gleichen Schaderreger?

Sie können direkt auf die verlinkten Schaderreger wie 'Gemeiner Windhalm' oder 'Acker-Fuchsschwanz' klicken. Auf den jeweiligen Detailseiten finden Sie eine umfassende Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die Sie nach Kultur, Wirkstoff und Anwendung filtern können.