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Lodin

BVL Zul.-Nr. 00A265-00

Lodin ist ein hochselektives, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden zweikeimblättrigen Unkräutern. Mit dem bewährten Wirkstoff Fluroxypyr (288 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), besetzt das Herbizid eine Schlüsselrolle im modernen Acker- und Grünlandbau. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen aus, darunter Winter- und Sommergetreide, Mais sowie auf Wiesen und Weiden.

Das breite Wirkungsspektrum erfasst insbesondere schwer bekämpfbare Schaderreger wie Kletten-Labkraut in allen Entwicklungsstadien, Vogel-Sternmiere und hartnäckige Ampfer-Arten. Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme über das Blatt bietet Lodin Landwirten eine hochflexible und witterungsunabhängige Lösung zur Unkrautbereinigung im Frühjahr und Sommer.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lodin enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4). Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch in der gesamten Pflanze, einschließlich der Wurzeln, verteilt. Er imitiert das natürliche Pflanzenwuchsstoff-Hormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt in den empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums. Typische Symptome wie das charakteristische Verkrümmen von Stängeln und Blättern (Epinastie), Wachstumsstillstand und schließlich das vollständige Absterben der Unkräuter treten innerhalb weniger Tage nach der Behandlung ein.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) sollte Lodin stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkmechanismen verfügen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2). Zudem empfiehlt es sich, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison strikt einzuhalten und auf eine lückenlose Benetzung der Zielflächen zu achten, um das Überleben von Teilpopulationen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lodin weist eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Pflanzenschutzmitteln auf, darunter Gräserherbizide, Fungizide und flüssige Blattdünger. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gründliche Durchmischung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen zur Optimierung der Wirkstoffaufnahme bei schwer benetzbaren Schaderregern in Erwägung gezogen werden. Vor der großflächigen Anwendung wird ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lodin sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von geeigneter Schutzkleidung und Handschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, wodurch eine flexible Terminierung der Behandlung auch während des Bienenflugs ermöglicht wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–390.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten1 LITER_PER_HECTARE7T
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–161 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
WintertriticaleKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–391 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–391 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–391 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–391 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–390.75 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–390.75 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere12–391 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Kletten-Labkraut mit Lodin?

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn sich das Kletten-Labkraut im aktiven Wachstum befindet. Dank der temperaturunabhängigen Wirkung von Fluroxypyr kann die Anwendung bereits bei kühlen Frühjahrstemperaturen ab ca. 8 °C erfolgen, sobald die Schaderreger assimilieren und wachsen.

Wie wirkt Lodin gegen Ampfer-Arten auf Wiesen und Weiden?

Lodin wirkt systemisch und transportiert den Wirkstoff bis tief in die Wurzeln der Ampfer-Arten. Für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sollte die Behandlung im Frühjahr oder Spätsommer erfolgen, wenn die Ampferpflanzen eine gut entwickelte Blattfläche im Rosettenstadium (vor dem Schossen) aufweisen.

Kann Lodin in Getreidebeständen mit Klee-Untersaaten eingesetzt werden?

Nein, da Fluroxypyr ein hochwirksames Wuchsstoff-Herbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, werden Klee, Luzerne und andere dikotyle Untersaaten stark geschädigt oder vollständig abgetötet. Der Einsatz sollte daher nur in reinen Gras- oder Getreidebeständen erfolgen.

Wie schnell ist Lodin nach der Ausbringung regenfest?

Der Wirkstoff Fluroxypyr wird extrem schnell von den Blättern der Schaderreger aufgenommen. In der Regel ist der Spritzbelag bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass auch wechselhafte Witterungsbedingungen die Effizienz kaum beeinträchtigen.

Welche Wartezeit muss nach einer Behandlung mit Lodin eingehalten werden?

Gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen beträgt die Wartezeit (PHI) für die Nutzung oder Ernte der behandelten Kulturen im Regelfall 7 Tage. Dies ist besonders bei der Nutzung von Grünland als Futterfläche oder Weide für Nutztiere strikt zu beachten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Ampfer-Arten?

Nutzen Sie hierzu einfach die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach dem Schaderreger 'Ampfer-Arten' und wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel übersichtlich anzuzeigen.