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Microthiol Hopfen

BVL Zul.-Nr. 024348-00

Microthiol Hopfen ist ein bewährtes, hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von reinem Schwefel (800 g/kg), formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG). Es nimmt eine feste Marktposition im integrierten sowie im ökologischen Anbau ein. Durch die feine und homogene Partikelverteilung bietet das Produkt eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine gleichmäßige Wirkstoffabgabe.

Das Anwendungsspektrum ist breit gefächert und umfasst wichtige Kulturen wie Hopfen, Weinreben, Kern- und Steinobst sowie Beerenobst. Es dient primär der vorbeugenden Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen (z. B. Podosphaera leucotricha, Uncinula necator), Schorf (Venturia spp.) und zeigt zudem eine beachtliche Nebenwirkung gegen Schadmilben wie die Rebenpockenmilbe und die Rebstock-Kräuselmilbe.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Inhibitor) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der Verdampfung des elementaren Schwefels auf der Pflanze. Die entstehenden Schwefeldämpfe dringen in die Sporen und das Myzel der Pilze ein. Dort fungiert Schwefel als Elektronenakzeptor in der Atmungskette der Zellen und stört die lebenswichtigen Reduktions- und Oxidationsprozesse, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Da Schwefel an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen gleichzeitig angreift (Multi-Site-Aktivität), ist die Wahrscheinlichkeit für eine Resistenzentwicklung äußerst gering. Zusätzlich besitzt Schwefel eine mechanische und austrocknende Wirkung auf empfindliche Stadien bestimmter Schadmilben, was den vielseitigen Charakter dieses klassischen Wirkstoffs unterstreicht.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M02) ist Microthiol Hopfen ein idealer Baustein für dein Antiresistenzmanagement. Es eignet sich hervorragend für den Wechsel (Rotation) oder als Mischungspartner mit systemischen Fungiziden, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Entstehung resistenter Schaderreger-Populationen effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Microthiol Hopfen ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Vermeide jedoch Mischungen mit ölhaltigen Produkten oder die Anwendung kurz nach einer Ölbehandlung, da dies zu schweren Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen führen kann. Achte zudem darauf, das Produkt nicht bei extremen Temperaturen über 28 °C oder starker, direkter Sonneneinstrahlung auszubringen, um das Risiko von Blattschäden zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel solltest du stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, um Haut- und Augenkontakt mit dem Staub oder der Spritzbrühe zu vermeiden. Zum Schutz von Nutzorganismen und der Umwelt empfiehlt es sich, Behandlungen in den kühleren Eveningstunden durchzuführen, wenn Bienen und andere Bestäuber nicht mehr aktiv fliegen. Vermeide Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstEchter Mehltau (Podosphaera leucotricha)57–853.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)14–594.8 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
EicheEchter Mehltau (Microsphaera alphitoides)1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)57–992 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)1–895 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
WeinrebeRebenpockenmilbe (Eriophyes vitis), Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
Dicke BohneEchter Mehltau (Erysiphe pisi)19–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SteinobstPflaumenrost (Tranzschelia pruni-spinosae)1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)5.6 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
BeerenobstEchte Mehltaupilze1–894.8 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
KernobstSchorf (Venturia spp.)57–853.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Microthiol Hopfen?

Schwefel benötigt eine gewisse Mindesttemperatur von etwa 12 bis 15 °C, um ausreichend gasförmig zu werden und seine volle Wirkung gegen Schaderreger zu entfalten. Bei Temperaturen über 28 °C solltest du die Anwendung jedoch unbedingt vermeiden, da die Verdampfung dann zu intensiv wird und Verbrennungen an den Blättern und Früchten deiner Kulturen verursachen kann.

Kann ich Microthiol Hopfen im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, da der Wirkstoff Schwefel natürlichen Ursprungs ist, ist Microthiol Hopfen für den Einsatz im ökologischen Landbau zugelassen. Du solltest jedoch vor der Anwendung die aktuellen Richtlinien deines jeweiligen Anbauverbandes prüfen, um eventuelle spezifische Auflagen oder Mengenbeschränkungen zu berücksichtigen.

Warum ist die Partikelgröße bei diesem Schwefelprodukt so wichtig?

Die feine Partikelgröße der WG-Formulierung sorgt für eine optimale Verteilung auf der Blattoberfläche und eine verbesserte Haftung. Dadurch wäscht sich der Belag bei leichtem Regen nicht so schnell ab, und es entsteht eine gleichmäßigere Gasphase, die deine Kulturen lückenlos vor Infektionen schützt.

Wie integriere ich das Produkt am besten in ein Spritzprogramm gegen Schorf?

Im Kernobstbereich solltest du Microthiol Hopfen vor allem in den frühen BBCH-Stadien (ab Knospenaufbruch bis zur Blüte) präventiv einsetzen. Es schützt das junge Laub hervorragend vor Primärinfektionen durch Schorf und schont gleichzeitig wichtige Raubmilben, wenn du es in moderaten Aufwandmengen anwendest.

Was muss ich bei der Tankmischung mit Blattdüngern beachten?

Bei der Mischung mit Blattdüngern, insbesondere solchen, die Stickstoff oder Magnesium enthalten, solltest du vorsichtig sein. Führe vorab immer eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durch und achte darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe nicht zu stark in den sauren oder basischen Bereich abweicht, um Ausfällungen oder Spritzschäden zu verhindern.