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Oblix

BVL Zul.-Nr. 00A533-00

Oblix ist ein hochselektives, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von einjährigen einkrautigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Rübenkulturen und weiteren zugelassenen Kulturen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) basiert das Herbizid auf dem bewährten Wirkstoff Ethofumesat (500 g/L). Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und bildet das Fundament moderner Unkrautbekämpfungsstrategien im Nachauflauf.

Das Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Schaderreger wie Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere und das Gemeine Rispengras. Dank seiner flexiblen Einsatzmöglichkeiten im BBCH-Bereich 12 bis 39 lässt sich Oblix optimal an die jeweiligen Standortbedingungen und den Unkrautauflauf anpassen, wobei es sowohl über das Blatt als auch über den Boden wirkt.

Wirkstoffe

Ethofumesat
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Oblix enthaltene Wirkstoff Ethofumesat gehört zur chemischen Gruppe der Benzofurane und ist in die HRAC-Gruppe 15 (Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren) eingestuft. Der Wirkstoff wird von den keimenden Unkräutern sowohl über die Wurzeln als auch über den Spross (insbesondere die Koleoptile bei Gräsern und das Hypokotyl bei zweikeimblättrigen Unkräutern) aufgenommen. Nach der Aufnahme blockiert Ethofumesat die Zellteilung und stört die Synthese von Lipiden sowie der schützenden Wachsschicht (Cuticula) der Schaderreger. Dies führt zu Wachstumsstillstand, Deformationen der Blätter und schließlich zum Absterben der betroffenen Unkräuter, noch bevor sie in Konkurrenz mit der Kultur treten können.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte Oblix stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Fruchtfolge. Da Ethofumesat der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der sequentielle Einsatz mit Herbiziden anderer Klassen, um Selektionsdruck auf Schaderreger wie das Gemeine Rispengras zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Oblix ist hervorragend mischbar mit anderen gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Additiven (z. B. mineralischen oder pflanzlichen Ölen), welche die Wirkstoffaufnahme über das Blatt insbesondere bei trockener Witterung unterstützen. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst mit mindestens der Hälfte der benötigten Wassermenge zu befüllen, bevor die einzelnen Komponenten unter ständigem Rühren beigegeben werden. Die Anwendung sollte zeitnah nach dem Ansetzen der Spritzbrühe erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Oblix sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie driftmindernde Düsen zu berücksichtigen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wolliger FingerhutEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–141 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter14–391 LITER_PER_HECTARE
Kamille-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–190.6 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–190.6 LITER_PER_HECTARE
GewürzkräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter14–391 LITER_PER_HECTARE
GräserEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter22–292 LITER_PER_HECTARE
GräserKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere, Gemeines Rispengras13–292 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Oblix?

Da Ethofumesat zu einem wesentlichen Teil über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung (Dauerwirkung) sehr vorteilhaft. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen, weshalb in solchen Phasen die Kombination mit blattaktiven Mischungspartnern an Bedeutung gewinnt.

Warum wird Oblix häufig im sogenannten Splitting-Verfahren angewendet?

Unkräuter laufen in Rübenkulturen meist in mehreren Wellen auf. Durch die Aufteilung der Aufwandmenge auf zwei bis drei Teilbehandlungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen werden die Schaderreger jeweils im empfindlichsten Keimblattstadium erfasst, während gleichzeitig die Kulturverträglichkeit für die Rüben maximiert wird.

Kann Oblix auch bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr appliziert werden?

Ja, die Wirkung von Ethofumesat ist weitgehend temperaturunabhängig und setzt bereits bei kühlen Frühjahrstemperaturen ab etwa 8–10 °C ein, sofern die Unkräuter physiologisch aktiv sind. Frostperioden unmittelbar vor oder nach der Behandlung sollten jedoch vermieden werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Welchen Vorteil hat die Störung der Wachsschicht durch Ethofumesat für Tankmischungen?

Durch die Hemmung der Cuticulasynthese wird die natürliche Schutzschicht der Unkräuter geschwächt. Dies führt zu einem synergistischen Effekt, da nachfolgende oder gemeinsam ausgebrachte blattaktive Herbizidpartner leichter in das Blattgewebe der Schaderreger eindringen können.

Was ist bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einer Oblix-Behandlung zu beachten?

Sollte ein Umbruch der Kultur (z. B. durch Spätfröste oder schweren Schdlingsbefall) notwendig werden, ist vor einer Neuaussaat von Folgekulturen eine tiefe Bodenbearbeitung (pflügen auf mindestens 15–20 cm) ratsam. Dies verdünnt die Wirkstoffkonzentration im Boden und schützt empfindliche Nachbaukulturen vor phytotoxischen Schäden.