PHILLIP 50
PHILLIP 50 ist ein leistungsstarkes Pflanzenschutzmittel mit ausgeprägter fungizider Wirkung, das für den Einsatz in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Weinreben und verschiedenen Getreidearten (darunter Weizen, Gerste und Triticale) zugelassen ist. Als flüssige Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und applizieren. Es bietet einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger, die sowohl den Ertrag als auch die Qualität der Ernte massiv gefährden können.
Im Weinbau deckt das Wirkungsspektrum essenzielle Krankheiten wie den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola), den Roten Brenner und die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola) ab. Im Getreidebau schützt PHILLIP 50 die Kulturen effektiv vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter Septoria-Arten, Gelbrost, Zwergrost sowie Netzflecken und die schwer zu bekämpfende Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni). Durch diese Vielseitigkeit ist das Mittel ein wertvoller Baustein im integrierten Pflanzenschutz.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und wird im FRAC-Code als Multi-Site-Inhibitor (Gruppe M04) klassifiziert. Im Gegensatz zu systemischen Fungiziden mit nur einem spezifischen Wirkort greift Folpet an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen gleichzeitig an. Es stört die Zellatmung, blockiert wichtige Enzymaktivitäten und beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Zellmembranen der Schaderreger. Da es sich um einen reinen Kontaktwirkstoff handelt, bildet PHILLIP 50 nach der Anwendung einen schützenden Belag auf den Oberflächen der Kultur. Dieser Belag verhindert das Keimen der Sporen und das Eindringen der Pilzhyphen in das Gewebe. Für eine optimale Wirkung ist daher eine lückenlose und gleichmäßige Benetzung aller grünen Teile der Kultur vor dem eigentlichen Infektionsereignis entscheidend.
Resistenzmanagement
Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus weist Folpet ein extrem geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Dies macht PHILLIP 50 zu einem unverzichtbaren Partner im Resistenzmanagement, insbesondere bei Kulturen wie Weizen und Gerste, bei denen Schaderreger wie Septoria tritici oder Ramularia collo-cygni bereits weit verbreitete Resistenzen gegen systemische Wirkstoffklassen (wie Azole oder Carboxamide) entwickelt haben. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination von PHILLIP 50 mit systemischen Fungiziden in der Spritzfolge kannst du die Wirksamkeit gefährdeter Wirkstoffklassen langfristig sichern und einen stabilen Schutz deiner Kulturen gewährleisten.
Mischbarkeit & Tankmischung
PHILLIP 50 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Um eine optimale Benetzung der Blattoberflächen zu erzielen, kann der Zusatz von geeigneten Netzmitteln oder Adjuvantien sinnvoll sein, besonders bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit PHILLIP 50 steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation ist unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bienen und anderen Bestäubern, sollte das Pflanzenschutzmittel nicht in blühende Kulturen oder an Orten ausgebracht werden, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um den Eintrag in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und der Einsatz verlustmindernder Düsentechnik strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Triticale | Gelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Dinkel | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Hartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Emmer | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wie integrierst du PHILLIP 50 am besten in deine Spritzfolge im Getreide?
Du solltest PHILLIP 50 vorzugsweise vorbeugend (protektiv) in den frühen BBCH-Stadien einsetzen, bevor die ersten Infektionswellen in der Kultur sichtbar werden. Im Getreide eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend als Kombinationspartner zu systemischen Fungiziden in der T1- oder T2-Behandlung, um insbesondere Septoria-Blattdürre und Rostpilze frühzeitig zu stoppen und gleichzeitig Resistenzen vorzubeugen.
Warum ist die vorbeugende Anwendung bei diesem Pflanzenschutzmittel so entscheidend?
Da der Wirkstoff Folpet ein reiner Kontaktwirkstoff ist, besitzt er keine heilende (kurative) oder systemische Wirkung. Er muss als schützender Belag auf den Blattoberflächen der Kultur liegen, bevor die Sporen der Schaderreger landen und keimen. Wartest du, bis erste Symptome sichtbar sind, kann das Mittel den bereits im Inneren der Kultur etablierten Pilz nicht mehr bekämpfen.
Was musst du bei der Anwendung im Weinbau bezüglich des Applikationstermins beachten?
Im Weinbau ist der Schutz vor Falschem Mehltau (Plasmopara viticola) und Rotem Brenner besonders in den sensiblen Phasen vor und während der Blüte kritisch. Du solltest PHILLIP 50 im Rahmen eines vorbeugenden Spritzprogramms einplanen, um die jungen Gescheine und Blätter der Kultur lückenlos zu schützen. Achte darauf, die Behandlungen bei hohem Infektionsdruck in den empfohlenen Spritzabständen zu wiederholen.
Kannst du PHILLIP 50 mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?
Grundsätzlich ist Vorsicht geboten, wenn du Kontaktfungizide mit AHL oder stark ölhaltigen Formulierungen mischst, da dies die schützende Wachsschicht der Blätter anlösen und zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an der Kultur führen kann. Wenn du eine solche Mischung planst, fahre die Aufwandmenge der Dünger zurück, vermeide die Behandlung bei praller Sonne und teste die Verträglichkeit vorab an einer kleinen Teilfläche.
Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Behandlung Regen vorhergesagt ist?
Da PHILLIP 50 ein Kontaktmittel ist, benötigt der Spritzbelag eine gewisse Antrocknungszeit, um regenfest zu werden. Idealerweise sollten nach der Anwendung mindestens zwei bis drei Stunden trockenes Wetter herrschen. Bei extremen, langanhaltenden Niederschlägen direkt nach der Spritzung kann der Schutzbelag teilweise abgewaschen werden, was eine vorzeitige Folgebehandlung unter Berücksichtigung der maximalen Anwendungen und der Wartezeit notwendig machen kann.
Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen?
Du kannst ganz einfach über die Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform deine spezifische Kultur (wie Weichweizen oder Weinrebe) und den Ziel-Schaderreger auswählen. Das System listet dir dann alle in Deutschland beim BVL registrierten Pflanzenschutzmittel auf, sodass du Wirkstoffe, Auflagen und Aufwandmengen direkt vergleichen kannst.